Dachorganisationen des ökologischen Landbaus
Der ökologische Landbau ist über die Anbauverbände hinaus in verschiedenen nationalen und internationalen Dachverbänden organisiert. Die Arbeit der übergeordneten Vereinigungen ermöglicht es, die Entwicklung des Ökolandbaus über verbandliche und regionale Grenzen hinaus voranzubringen.
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)
Im Juni 2002 wurde der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) gegründet. Er fungiert als Spitzenverband der Ökolandbauverbände sowie der Verbände der ökologischen Lebensmittelverarbeitung und des Handels mit Ökoprodukten. Der BÖLW bildet damit die gesamte Wertschöpfungskette in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft vom Acker bis zum Ladentisch ab. Im Mittelpunkt seiner Tätigkeiten steht die Gestaltung politischer Rahmenbedingungen mit dem Ziel, die Entwicklung des ökologischen Landbaus weiter voranzubringen. Eine wichtige Aufgabe ist darüber hinaus, innerhalb der Branche Strukturen zu schaffen, die die Qualitätssicherung verbessern und ermöglichen, Krisensituationen zu bewältigen.
International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM)
Die IFOAM ist der internationale Dachverband des ökologischen Landbaus und wurde 1972 gegründet. Eine wichtige Aufgabe der IFOAM ist die Koordination der internationalen Forschung zum Ökolandbau. Alle drei Jahre wird eine internationale Tagung ausgerichtet. Die IFOAM erarbeitet und aktualisiert außerdem die weltweit anerkannten internationalen Basisrichtlinien zum ökologischen Landbau.
Die IFOAM-Regionalgruppe deutschsprachige Länder (Deutschland, Luxemburg, Österreich, Schweiz) trifft sich seit 1991 regelmäßig zweimal jährlich zum Erfahrungsaustausch. Die Koordination der IFOAM-Regionalgruppe lag seit 1991 bei der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), seit Ende 2001 ist sie am Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) angesiedelt.
Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL)
1988 schlossen sich die bundesdeutschen Öko-Anbauverbände zu der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) zusammen, nach der Wiedervereinigung kamen die neu gegründeten Verbände der neuen Bundesländer hinzu. Die AGÖL legte in Rahmenrichtlinien den Standard für die Mitgliedsverbände fest und überwachte deren Einhaltung. Mit der Mitgliedschaft in der AGÖL wurden die jeweiligen Verbandsrichtlinien den AGÖL-Rahmenrichtlinien unterstellt. Die Aufgabe der AGÖL war es, in übergeordneten Fragen die Interessen ihrer Mitgliedsorganisationen und des ökologischen Landbaus gegenüber Behörden und in der Öffentlichkeit zu vertreten.
Nach 13 Jahren gemeinsamer Arbeit für den Ökolandbau kam es aufgrund unterschiedlicher Interessen und Ausrichtungen der Verbände zu einem Bruch innerhalb der AGÖL: Im Frühjahr 2001 traten Bioland und Demeter aus, Biopark im Dezember. Im Juni 2002 kündigte die Gäa ihre Mitgliedschaft. Mit der Gründung des "Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft" (BÖLW) stellte die AGÖL Ende Juli 2002 ihre Arbeit ein.
Letzte Aktualisierung: 30.11.2011

