Ökolandbau in Zahlen - weltweit
Die Internationale Vereinigung Ökologischer Landbaumethoden (IFOAM), das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) präsentieren jedes Jahr im Februar auf der Messe "BioFach" in Nürnberg Zahlen und Fakten zum weltweiten Ökolandbau. Grundlage dafür ist die jährlich aktualisierte Studie "The World of Organic Agriculture. Statistics and Emerging Trends".
Insgesamt 37,2 Millionen Hektar weltweit wurden der aktuellen Studie zufolge 2009 ökologisch bewirtschaftet. Die größte Biofläche befand sich dabei in Australien mit 12 Millionen Hektar, gefolgt von Argentinien mit 4,4 Millionen Hektar und USA mit 1,95 Millionen Hektar. Den größten Anteil an der globalen Biofläche hatte Ozeanien mit 33 Prozent. Ozeanien folgten Europa mit 25 Prozent und Lateinamerika mit 23 Prozent. Spitzenreiter beim Anteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche waren die europäischen Alpenländer wie Österreich mit 18,5 Prozent und die Schweiz mit 10,8 Prozent.
Biologisch bewirtschaftete Fläche nach Kontinenten 2009
Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Biofläche 2009 weltweit erneut um insgesamt 2 Millionen Hektar zu. Das größte Flächenwachstum fand in Europa statt - hier legte die Biofläche um eine Million Hektar oder um zwölf Prozent zu.
Anzahl der Betriebe
Rund 1,8 Millionen Erzeuger produzierten 2009 weltweit ökologisch. Davon sind viele Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika. Dies zeigt, dass gerade in Entwicklungsländern der Biolandbau eine wichtige Rolle bei der Einkommenssicherung spielt. Die Länder mit den meisten Biobetrieben sind Indien, Uganda und Mexiko. In Nordamerika und Ozeanien ist die Anzahl Biobetriebe gering, die durchschnittliche Betriebsgrösse jedoch sehr hoch.
Der Markt
Der globale Markt für Bioprodukte wird vom Marktforschungsunternehmen Organic Monitor für das Jahr 2009 auf etwa 55 Milliarden US-Dollar (40 Milliarden Euro) beziffert; im Vergleich zum Vorjahr sind das rund fünf Prozent mehr. Die meisten Bioprodukte werden in Europa und Nordamerika umgesetzt. In Europa wurden über 18 Milliarden Euro für Bioprodukte ausgegeben. Deutschland steht dabei mit 5,8 Milliarden Euro an der Spitze, gefolgt von Frankreich (3 Milliarden Euro) und Groβbritannien (2,1 Milliarden Euro). Der höchste Pro-Kopf-Verbrauch ist in Dänemark und in der Schweiz mit über 130 Euro jährlich zu verzeichnen.
Informationen zur Studie "The World of Organic Agriculture"
Die Studie gibt eine Übersicht über den ökologischen Landbau auf allen Kontinenten. Sie enthält aktuelle Berichte zur Situation und zu den Entwicklungstendenzen in einzelnen Ländern und Regionen. Ferner sind Hintergrundinformationen zu Gesetzgebungen und Aktivitäten von UN-Organisationen zur Ernährungssicherung sowie umfangreiches Datenmaterial enthalten, beispielsweise zur ökologischen Anbaufläche in den Ländern mit zahlreichen Grafiken und Abbildungen.
Die globale Erhebung zum Biolandbau und das Jahrbuch werden seit 2000 durch die NürnbergMesse gefördert. Seit Anfang 2008 sind das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) in Bern im Rahmen seiner Aktivitäten zur Förderung der Bioproduktion in Entwicklungsländern und das International Trade Centre ITC weitere Förderer. Die Datenerhebung und die Publikation der Studie erfolgt seit 2000 gemeinschaftlich durch IFOAM, FiBL und SÖL.
Bibliographische Angaben
The World of Organic Agriculture. Statistics and Emerging Trends 2011.
Herausgeber: Helga Willer and Lukas Kilcher
Februar 2011
FiBL, CH-Frick und IFOAM, DE-Bonn
288 Seiten
50 Euro (25 Euro für IFOAM-Mitglieder)
ISBN: 978-3-03736-036-1
Internet:
"The World of Organic Agriculture 2011"
Die Druckversion der englischsprachigen Studie kann beim FiBL und bei der IFOAM bezogen werden. Im Internet kann die Studie als kostenpflichtiges PDF-Dokument (20 Euro) abgerufen werden:
The World of Organic Agriculture. Statistics and Emerging Trends 2009.
Kontakt
- Dr. Helga Willer, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL)
Lukas Kilcher, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL)
International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM)
Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL)
Letzte Aktualisierung: 29.09.2011


