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Prinzipien des Ökolandbaus

 
Getreidefeld
Nicht der Ertrag soll maximiert, sondern die Gesamtleistung des Betriebes optimiert werden.
(c) BLE

Der ökologische Landbau hat sich aus unterschiedlichen Weltanschauungen und agrarpolitischen Motivationen entwickelt. Gemeinsames Anliegen aller Akteure ist es, gesunde Lebensmittel zu erzeugen und dabei die natürlichen Ökosysteme zu schonen.

Ökolandbau trägt aktiv dazu bei, Ökosysteme und die Artenvielfalt zu erhalten, den Boden zu schützen, das Wasser rein zu halten und die Klimabelastung durch die Landwirtschaft zu senken.

Der biologische Landbau ist in den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau seit Anfang der 1990er Jahre gesetzlich geregelt. Diese Verordnungen wurden zum 1. Januar 2009 neu gefasst. Jeder Bio-Betrieb wird von einer unabhängigen und staatlich zugelassenen Kontrollstelle auf die Einhaltung der Verordnung überprüft.

Geschlossener Betriebskreislauf

Leitbild im Ökolandbau ist ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf. Das heißt: Ackerbau und Viehhaltung sind aneinander gekoppelt. Auf der Ackerfläche werden neben Verkaufsfrüchten auch Futterpflanzen für die Tierhaltung erzeugt. Die pflanzlichen Abfälle und der tierische Dung werden entweder frisch oder kompostiert auf die Ackerflächen zurückgeführt. Im viehlosen Betrieb muss die fehlende Tierhaltung durch eine Fruchtfolge mit einem entsprechend hohen Anteil an Leguminosen ausgeglichen werden. Eine flächenlose Tierhaltung ist nicht erlaubt.

Artgerechte Tierhaltung

Artgerechte Tierhaltung bedeutet dass die Tiere ihren natürlichen Bedürfnissen wie Futteraufnahme, Körperpflege, Sozialkontakten, Fortbewegung und Ruhe nachgehen können. Außerdem dürfen die Haltungssysteme keine anatomischen, physiologischen oder psychischen Schäden bei den Tieren verursachen.

Informationen zur artgerechten Tierhaltung

Pflanzenschutz

Auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel wird im Ökolandbau zugunsten des vorbeugenden Pflanzenschutzes verzichtet: Pflanzeneigene Abwehrkräfte werden gestärkt und natürliche Regulationsmechanismen unterstützt - etwa durch Förderung von Nützlingen, standortangepasste Arten- und Sortenwahl, zeitgerechte Bodenbearbeitung und ausgewogene Düngung. Dem Auftreten von Unkräutern beugen Biolandwirt durch eine ausgewogene Fruchtfolge und sorgfältige Bodenbearbeitung vor. Darüber hinaus werden Striegel, Hacke und Bürsten zur direkten mechanischen Beikrautregulierung eingesetzt.

Informationen zum Pflanzenschutz

Bodenfruchtbarkeit

Die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu steigern gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Biolandwirte. Der Boden dient der Pflanze nicht nur als Standort, sondern nimmt auch die zentrale Stellung für ihre Ernährung und Gesundheit ein. Zudem ist ein fruchtbarer Boden die Basis der Wirkungskette "gesunder Boden - gesunde Pflanzen - gesunde Tiere - gesunde Menschen". Auch soll der Boden nachfolgenden Generationen als Produktionsgrundlage erhalten bleiben.

Informationen zur Bodenfruchtbarkeit

Düngung

Im biologischen Landbau dürfen keine Pflanzenschutzmittel und mineralischen Stickstoffdünger eingesetzt werden. Zur Düngung werden betriebseigene pflanzliche und tierische Abfallstoffe verwertet, Stickstoff sammelnde Leguminosen angebaut und organische oder in natürlicher Form vorliegende mineralische Dünger eingesetzt.

Verzicht auf Gentechnik

Der Einsatz von Gentechnik ist im biologischen Landbau verboten. Die Gentechnik fußt auf einer reduktionistischen Betrachtungsweise: Lebewesen werden nicht als Teile eines lebendige Systems behandelt, sondern als Einheiten, die in beliebige Bausteine zerlegbar sind. Die Auswirkungen auf Zusammenhänge und Wirkungsgefüge der Ökosysteme und damit auch den Menschen werden dabei kaum berücksichtigt. Der ökologische Landbau verfolgt einen zur Gentechnik konträren Ansatz: Gegenstand der Betrachtung ist das lebendige System im Ganzen, die Wechselbeziehungen unter den Organismen und mit der Umwelt. Aus Sicht des ökologischen Landbaus stellen die Erzeugung und Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen keine nachhaltige und damit auch keine zukunftsweisende Technologie dar. Deshalb dürfen bei der Herstellung und Verarbeitung von ökologischen Lebensmitteln keine GVO oder deren Derivate verwendet werden.

Hochwertige Lebensmittel

Ziel ökologischer Landbewirtschaftung ist es, hochwertige Lebensmittel zu erzeugen. Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben belegt, dass ökologisch erzeugte Lebensmittel erhöhte Gehalte an wertgebenden und niedrigere Gehalte an wertmindernden Inhaltsstoffen aufweisen und außerdem besser schmecken und länger haltbar sind. Auch bei Fütterungsversuchen bevorzugen die Tiere regelmäßig Futtermittel aus ökologischem Anbau.

Informationen zur Qualität von Ökolebensmitteln

Letzte Aktualisierung: 30.11.2011

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