Umweltschutz durch Ökolandbau

- Durch den Ökolandbau wird auch die Wiederansiedlung verschiedener Tier- und Pflanzenarten gefördert.
Foto: BLE
Eines der stärksten Argumente für den ökologischen Landbau ist sein positiver Einfluss auf Umwelt und Natur. Ökolandbau nutzt die natürlichen Lebensgrundlagen nicht nur verantwortungsbewusst, sondern fördert sie gezielt und vermeidet Umweltbelastungen.
Ökologischer Landbau
... fördert die Fruchtbarkeit des Bodens
Der Ökolandbau fördert die Fruchtbarkeit des Bodens stärker als die konventionelle Landwirtschaft. Die biologische Aktivität ist in der Regel deutlich höher. Ferner bewirken die organische Düngung und der Anbau von Leguminosen einen höheren Gehalt an organischer Substanz auf Böden von Biobetrieben im Vergleich zu konventionell bewirtschafteten. Auch ist das Erosionsrisiko im Ökolandbau geringer. Das liegt vor allem an den vielseitigen Fruchtfolgen mit konsequenter Bodenbedeckung (Zwischenfrüchten und Untersaaten), die im Ökolandbau üblich sind.
... fördert die Artenvielfalt (Biodiversität)
Der Ökolandbau fördert die Vielfalt an Pflanzen und Tieren stärker als die konventionelle Landwirtschaft, weil er ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und ohne leichtlöslichen Dünger auskommt. Deshalb weisen biologisch bewirtschaftete Flächen beispielsweise eine deutlich höhere Diversität von Pflanzenarten auf als vergleichbare konventionelle Flächen.
Viele Tier- und Pflanzenarten sind durch den Verlust von naturnahen Flächen gefährdet. Durch eine reiche Ausstattung der Landschaft und eine vielfältige Artengemeinschaft können viele Probleme der Landwirtschaft entschärft werden:
- Artenreiche Systeme sind weniger anfällig für Massenvermehrungen von Schädlingen
- Krankheiten können in vielfältigen Systemen besser kontrolliert werden
- Genetische Ressourcen ermöglichen die Zucht neuer Nutztiere und Nutzpflanzen
... schont das Klima
Die klimawirksamen Kohlendioxid-Emissionen pro Hektar sind in der biologischen Landwirtschaft niedriger als in der konventionellen. Auch bei den Ammoniak-Emissionen schneidet der Ökolandbau besser ab. Die Gründe hierfür sind vielfältig: So verzichten Biobauern auf mineralische Stickstoffdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, die nur mit hohem Energieeinsatz hergestellt werden können. Außerdem wirken sich der beschränkte Einsatz von Zukaufkraftfutter sowie der geringere Tierbesatz bei Bio-Betrieben positiv aus.
... verbraucht weniger Energie
Da Biobetriebe keine synthetischen Stickstoffdünger und chemischen Pflanzenschutzmittel einsetzen, die viel Energie im Herstellungsprozess benötigen, ist pro Hektar der Energieverbrauch im Ökolandbau geringer als bei
konventioneller Bewirtschaftung.
... schützt das Wasser
Der Ökolandbau führt zu geringeren Nitrat-Sickerraten. Die Gründe dafür sind zum einen der vollständige Verzicht auf synthetische Stickstoffdünger und zum anderen die geringe Tierbesatzdichte. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es im Ökolandbau keinen Eintrag von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln ins Grund- und Oberflächenwasser gibt
Ressourcenschutz und Erhaltung der biologischen Vielfalt
Jede Art auf unserer Erde trägt zur Vielfalt der genetischen Ressourcen bei und damit zur Möglichkeit einer Weiterentwicklung der Arten. Die Ökosysteme erbringen viele "Dienstleistungen", die wir in Anspruch nehmen und ohne die wir nicht existieren könnten (Reinigung des Wassers, Abbau organischer Substanz, Bestäubung von Blüten zur Fruchtbildung usw.). Ein Eingriff in die natürlichen Kreisläufe kann diese aus dem Gleichgewicht bringen (Überdüngung bringt ein Gewässer zum Umkippen, die überschüssigen Nährstoffe können nicht abgebaut werden). Oft werden diese Vorgänge erst bemerkt, wenn sie nicht mehr funktionieren. Intakte Agrar-Ökosysteme sind die beste Garantie dafür, dass wir auch in Zukunft ihre Dienstleistungen für uns nutzen können. Mit einer nachhaltigen Landwirtschaft, welche die natürlichen Ressourcen schonend nutzt, können diese Kreisläufe intakt bleiben.
Aus der Forschung - für die Praxis
Leitfaden zum Wasserschutz im ökologischen Landbau
Ökologischer Landbau kann dazu beitragen, die durch Schadstoffeinträge aus der Landwirtschaft entstehende Belastung von Gewässern zu reduzieren. Der im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau erstellte Leitfaden "Wasserschutz im Ökologischen Landbau" erläutert konkrete Maßnahmen für eine gewässerschonende Landwirtschaft auf Grundlage der Prinzipien des ökologischen Landbaus und stellt Beispiele für Initiativen zur Förderung des ökologischen Landbaus in Wasserschutzgebieten vor.
"Besonders in der Umgebung von Trinkwasserschutzgebieten sollte der Ökolandbau gefördert werden", sagt der Autor des Leitfadens, Dr. Guido Haas, "Nicht nur Umwelt und Verbraucher profitieren, sondern auch die Wasserwirtschaft. Denn es ist kostengünstiger, durch eine Förderung des Ökolandbaus den Schadstoffeintrag von Anfang an zu minimieren, statt hinterher durch hohen technischen Aufwand die Schadstoffe aus dem Trinkwasser filtern zu müssen."
Näheres zum Projekt:
Wasserschutz im Ökologischen Landbau: Leitfaden für Land- und Wasserwirtschaft
Aus der Forschung - für die Praxis
Fachgespräch "Klimawandel und Ökolandbau"
Kann der ökologische Landbau zur Verlangsamung des Klimawandels beitragen? In einem Fachgespräch des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) e.V. wurde erörtert, wo Potenziale zur Minderung der Emission von klimawirksamen Gasen bestehen und wie der Ökolandbau frühzeitig auf die Folgen des Klimawandels reagieren kann. "Klimaschutz ist eine der wichtigsten Herausforderungen der heutigen Zeit. Ihm hat sich der ökologische Landbau von seinen Grundsätzen her in besonderem Maße verpflichtet. Vieles deutet darauf hin, dass die ökologische Wirtschaftsweise Vorteile in Hinblick auf den Klimaschutz aufweist. Zum Beispiel dadurch, dass der Humusgehalt durch den Ökolandbau erhöht wird und die Böden dadurch mehr Kohlendioxid speichern. Jeder ökologisch bewirtschaftete Hektar speichert zwischen 35 und 50 Tonnen mehr Kohlendioxid als bei konventionellen Anbauweisen", sagt Projektleiterin Dr. Ulrike Klöble vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL).
Näheres zum Projekt:
Aus der Forschung - für die Praxis
Naturschutzberatung für den Ökolandbau
Seit 2001 gibt es in Niedersachsen eine Naturschutzberatung für ökologisch wirtschaftende Betriebe. Ein Projekt hatte zum Ziel, das Konzept der einzelbetrieblichen Naturschutzberatung für den Ökolandbau bundesweit zu etablieren.
Näheres zum Projekt:
Letzte Aktualisierung: 30.11.2011
