Fixkosten
Bezüglich der Fixkosten lässt sich keine pauschale Aussage zur Abhängigkeit von der Wirtschaftsform (konventionell oder ökologisch) machen. Vielmehr gibt es sowohl länderspezifische Differenzen als auch Unterschiede bei einzelnen Kostenpositionen.
In Holland und Dänemark etwa liegen die Festkosten ökologisch wirtschaftender Betriebe zwei bis 20 Prozent höher als bei ihren konventionell wirtschaftenden Kollegen. In anderen europäischen Ländern dagegen liegen die Fixkosten von Ökobetrieben drei bis 24 Prozent niedriger.
Personalaufwendungen sind auf den meisten Ökobetrieben größer als auf vergleichbaren konventionellen Betrieben. Die gesamten Festkosten bleiben jedoch etwa gleich hoch.
In Deutschland können die Festkosten von Ökobetrieben um bis zu zehn Prozent über den Fixkosten konventioneller Betriebe liegen. Folgende Unterschiede kann es bei den einzelnen Kostenpositionen geben:
- Die Personalaufwendungen auf Biobetrieben ist höher; nicht nur als eine Folge der Mehrarbeit. Ökobetriebe weisen auch häufig weniger familieneigene Arbeitskräfte auf.
- Bei Gebäuden ist zu beachten, dass in Abhängigkeit von den vorhandenen Stallungen bei der Umstellung auf ökologischen Landbau häufig Investitionen zur Verbesserung der Haltungsbedingungen getätigt werden müssen.
- In der Pflanzenproduktion ist oft die Anschaffung spezieller Geräte zur mechanischen oder thermischen Unkrautregulierung erforderlich, während die Pflanzenschutzspritze eventuell verkauft werden kann.
Aus diesen Gründen können die Abschreibungen für Gebäude und Maschinen zunehmen. Jede Investition muss deshalb gut überlegt werden.
Fixkosten können durch den Ausbau von zwischenbetrieblichen Kooperationen und durch die Vereinfachung der Betriebsorganisation gesenkt werden.
Literatur:
- BMVEL mehrere Jahrgänge: Ernährungs- und agrarpolitischer Bericht der Bundesregierung.
- Offermann, F. und H. Nieberg 2000: Economic performance of Organic farms in Europe. Organic Farming in Europe: Economics and Policy Vol. 5. Stuttgart-Hohenheim.
Aus der Forschung - für die Praxis
Verbesserung von Betriebsmanagement und Arbeitsorganisation
Die agrarpolitischen Rahmenbedingungen ändern sich, der Markt für Bioprodukte wächst und wird zunehmend international. Die deutschen Ökolandwirte stehen unter Anpassungsdruck. Welche Möglichkeiten bieten in diesem Zusammenhang Rationalisierung und Spezialisierung, Diversifizierung oder Kooperationen? Ziel eines Forschungsvorhabens war es, Beratern und Betriebsleitern Hilfestellungen an die Hand zu geben, um den betrieblichen Entwicklungsprozess und die damit verbundenen Neuerungen im Betriebsmanagement zu meistern beziehungsweise zu begleiten.
Näheres zum Projekt:
Letzte Aktualisierung: 30.12.2011

