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Überbetrieblicher Einsatz von Arbeitskräften

 
Männer begutachten Getreide auf Anhänger
Foto: D. Menzler

Mit Sparen fängt man am Besten dort an, wo die Ausgaben am größten sind, also bei den Kosten der Arbeitserledigung. Außer den Ausgaben für Lohnunternehmer und Maschinenmiete schlagen in der Landwirtschaft die Kosten für Maschinenabschreibung und -unterhaltung, Fremdlöhne und Berufsgenossenschaft zu Buche.

Ein Mechaniker für sechs Bauern

In Angeln, Kreis Schleswig-Flensburg, "teilen" sich sechs Bauern einen Landmaschinenmechaniker, den sie bei Bedarf auf den Hof bestellen. Der Mechaniker ist beim Maschinenring Husum-Eiderstedt fest angestellt. Der Maschinenring stellt die benötigte Arbeitszeit, auch die für Beschaffung von Ersatzteilen, dem jeweiligen Landwirt in Rechnung.

Nicht alle Betriebe sind Mitglieder im Maschinenring Husum-Eiderstedt. Der Jahresbeitrag für den Verein liegt bei 127 Euro. Maschinenringmitglieder bezahlen zusätzlich 16 Euro pro Stunde oder 128 Euro pro Tag, Nichtmitglieder 17,50 Euro pro Stunde oder 140 Euro pro Tag. Damit sind sowohl die Lohnkosten und die Lohnnebenkosten für den Mechaniker als auch die Bearbeitungskosten für den Maschinenring abgedeckt.

  • Vorteile: Die Bauern können kostengünstig ihre Maschinen reparieren lassen, die Personal-Verwaltung übernimmt der Maschinenring.
  • Nachteile: Während der Hochsaison kann es schon mal passieren, dass zwei Betriebe gleichzeitig Hilfe benötigen. In solchen Fällen entscheidet der Betriebsleiter des Betriebes, auf dem der Mechaniker gerade tätig ist, ob er ihn entbehren kann oder nicht.
  • Fazit: Dass es zum Jahresende keine Schwierigkeiten gab, die aus dem Weg geräumt werden mussten, spricht für diese Kooperation.

Eine Arbeitskraft, drei Betriebe

Mit dem Modell "Eine Arbeitskraft für mehrere Betriebe" machten drei Betriebe aus Dithmarschen neue Erfahrungen, die vor einem Jahr gemeinsam einen Arbeitnehmer für die Entlastung in den Arbeitsspitzen engagierten. Die drei Betriebe sind verschieden strukturiert, mit unterschiedlichen Arbeitsspitzen:

  • Ein Bioland-Betrieb mit 65 ha, davon 15 ha Getreide, 22 ha Kleegras, 6 ha Möhren, 5 ha Kohl, 6 ha Gemüseerbsen, 11 ha Grünland mit 25 rotbunten Mutterkühen; Arbeitsspitze: Oktober bis Dezember.
  • Ein Naturland-Betrieb mit 40 ha, davon 15 ha Getreide, 6 ha Kleegras, 6 ha Möhren, 8 ha Kohl, 5 ha Gemüseerbsen, Hofladen mit Café, Arbeitspitze Oktober bis Dezember/Januar.
  • Ein konventioneller Betrieb mit 120 ha, davon 70 ha Getreide und 50 ha Grünland mit 50 Charolais-Mutterkühen, Arbeitsspitze: Juli bis September.
    Die beiden Biobetriebe hatten vorher bereits eng zusammengearbeitet, so dass sie sich wegen des Einsatzortes gut absprechen konnten.

Der Arbeitnehmer war bei dem Bioland-Bauern angestellt, der seinen Kollegen die Stunden in Rechnung stellte. Die Arbeitskraft leistete in der Regel 180 Stunden im Monat für einen Netto-Lohn von 8 Euro pro Stunde. Samt Lohnnebenkosten kostete er der Gemeinschaft 14,03 Euro pro Stunde. In der arbeitsärmeren Zeit im Februar trennten sich die Betriebe wieder von ihrem Mitarbeiter.

  • Vorteile: Schönwetter-Phasen können besser ausgenutzt werden, die Betriebsleiter können sich Freiräume für Management- und Verwaltungsaufgaben schaffen.
  • Nachteile: Bei zwei Betrieben mit ähnlicher Struktur oder mit gleichen Kulturen könnten Konflikte entstehen; die zeitaufwändige Verwaltung und Rechnungsstellung liegt bei einem Betriebsleiter.
  • Fazit: Wegen des hohen Verwaltungsaufwandes für den einen Betrieb müssten Wege gefunden werden, diesen auszugleichen. Zum Beispiel könnte der Arbeitnehmer entsprechend mehr Stunden bei seinem Arbeitgeber ableisten oder man gibt die Verwaltung in die Hand eines Buchführers.

Autor: Kai Bischoff (Bioberater und -Landwirt)
Erschienen in "bioland", Ausgabe 01/2007

Letzte Aktualisierung: 30.12.2011

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