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Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland

Stand, Entwicklung und internationale Perspektive

Ackerschläge
Der Ökolandbau wird in den Bundesländern in unterschiedlicher Weise gefördert.
Foto: BLE, Bonn

Der ökologische Landbau wird in Deutschland seit 1989 bundesweit mit öffentlichen Mitteln gefördert. In den letzten 20 Jahren wurde die Palette an Fördermaßnahmen zunehmend verbreitert und erstreckt sich mittlerweile auf die gesamte Wertschöpfungskette. Dabei hat sich die Förderung im Laufe der Zeit sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene deutlich verändert. Mit der im August 2011 veröffentlichten Studie "Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland: Stand, Entwicklung und internationale Perspektive" gibt das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Braunschweig einen fundierten Überblick.

In der Studie werden die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Ausweitung des ökologischen Landbaus ausführlich dargestellt und in eine internationale Perspektive eingeordnet. Bei den untersuchten Förderinstrumenten wird zwischen Fördermaßnahmen im Bereich der Urproduktion, der Verarbeitung und Vermarktung, der Außer-Haus-Verpflegung, der Verbraucherkommunikation und bereichsübergreifenden Maßnahmen wie Forschung und Entwicklung unterschieden. Es zeigt sich, dass zwischen den einzelnen Bundesländern beträchtliche Unterschiede in der Maßnahmenvielfalt und im Maßnahmendesign bestehen, denn weite Teile der Agrarstruktur- und Agrarumweltpolitik fallen in den Kompetenzbereich der Länder.

Rinderherde auf Grünland. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Deutschland liegt mit den Prämien für Grünland im oberen Drittel der EU-Länder.
Foto: Bildarchiv zum ökologischen Landbau der EU-Kommission

Die flächenbezogene Förderung der ökologischen Wirtschaftsweise nimmt nach wie vor eine dominierende Stellung bei der staatlichen Unterstützung des Ökolandbaus ein. In Deutschland wurden in den Jahren 2005 bis 2009 jährlich zwischen 121 und 137 Mio. Euro aus öffentlichen Mitteln (EU, Bund und Länder) für die flächenbezogene Förderung des Ökolandbaus aufgewendet. Dies entspricht einer durchschnittlichen Zahlung von rund 145 Euro je Hektar und Jahr. Gemessen am Umfang der eingesetzten Finanzmittel stellt die Flächenförderung auch bei den meisten anderen EU-Ländern das wichtigste staatliche Förderinstrument dar. Die Höhe der Umstellungs- und Beibehaltungsförderung variiert zwischen den einzelnen EU-Ländern zum Teil beträchtlich. Deutschland liegt im Hinblick auf die Prämienhöhen für Dauerkulturen und für Grünland im oberen Drittel der EU-Länder. Die in Deutschland gewährten Prämienhöhen für Ackerland und für Gemüse sind dagegen europaweit betrachtet eher durchschnittlich.

Durch die Analysen zum Stellenwert der Förderung in Deutschland wird zweierlei deutlich: Aus der Sicht der meisten Ökolandwirte hat die Förderung des ökologischen Landbaus - speziell die flächenbezogene Ökoprämie - einen hohen Stellenwert. Betrachtet im Verhältnis zu anderen Förderbudgets im Agrarbereich ragt die spezifische Förderung des Ökolandbaus nicht besonders aus dem Umfeld vergleichbarer Ausgaben im In- und Ausland heraus.

Das der Studie zugrundeliegende Projekt hat das vTI in Kooperation mit der Agentur "Land und Markt" durchgeführt. Die Finanzierung erfolgte über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Die Druckversion der Studie kann beim vTI bestellt werden (kostenpflichtig). Eine PDF-Version des Heftes steht in Organic Eprints kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung.

Informationen zur Publikation

Hiltrud Nieberg, Heike Kuhnert und Jürn Sanders (2011): Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland: Stand, Entwicklung und internationale Perspektive
2. überarbeitete und aktualisierte Auflage
Sonderheft Nr. 347 der Schriftenreihe Landbauforschung, 265 Seiten plus Anhang
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Letzte Aktualisierung: 23.01.2012

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