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Leguminosen-Gras-Gemenge

 
Schlepper bei der Ernte von Kleegras
Feldfutter und Grünland sind Futtergrundlage für die Rinderhaltung und damit Basis für die Erzeugung von Wirtschaftsdüngern.
Foto: T. Stephan

Der Futterbau verknüpft im ökologischen Landbau Pflanzenbau und Tierhaltung miteinander und übernimmt damit eine zentrale Rolle in der Kreislaufwirtschaft. Leguminosen-Gras-Gemenge dienen also einerseits als bekömmliches Grundfutter für Rinder, andererseits der Bodenverbesserung.

Leguminosen fixieren Stickstoff mit Hilfe von Knöllchenbakterien und stellen ihn im Boden für andere Pflanzen bereit. Gräser sorgen für eine intensive Bodendurchwurzelung. Gemenge aus verschiedenen Leguminosenarten bzw. aus Leguminosen und Gräsern (beispielsweise Gräser in Verbindung mit Klee oder Luzerne) bauen so die Bodenfruchtbarkeit auf und dienen der Unkrautreduzierung.

Kulturtechnik

Eine flache Saat in ein feinkrümeliges Saatbett ist wegen der feinen Samen notwendig; Klee und Gras zum Beispiel maximal fünf Zentimeter tief. Anwalzen sorgt für den nötigen Bodenschluss. Ausgesät wird je nach Klima und Kultur von Frühjahr bis Spätsommer. Früh im Spätsommer gesät entwickelt sich das Feldfutter bereits weit vor Eintritt des Winters; dies beugt der Auswinterung vor. Blanksaat nach Getreide oder Untersaaten im Getreide haben sich dafür bewährt. Abhängig von Kultur und den Mischungspartnern kommen Aussaatmengen von 30 bis 45 Kilogramm pro Hektar in Frage.

Sowohl die Ertragsleistung als auch die Futterqualität lassen sich durch die Saatmischung beeinflussen. Klee- oder Luzernegras besitzen ein geringeres Anbaurisiko, bieten höhere Erträge und eignen sich besser zur Silagebereitung als Reinsaaten mit Leguminosen. Hohe Leguminosenanteile sind allerdings durch den höheren Rohproteingehalt der Futterpflanzen von Vorteil.

Je nach Artenzusammensetzung fällt auch die gesammelte Stickstoffmenge und die Verfügbarkeit des Stickstoffs im Boden aus: Leguminosen-Gras-Gemenge hinterlassen mehr Ernterückstände und damit Stickstoff auf dem Feld, der rasch freigesetzt wird; bei Reinsaaten aus Leguminosen kommt es leicht zu Verholzungen und deshalb zu einem verzögerten Abbau. Pauschale Empfehlungen für die optimale Mischung sind nicht möglich; Erfahrungen von Kollegen oder der örtlichen Beratung helfen am besten weiter.

Die Qualität des erzeugten Futters wird am stärksten durch die Schnitthäufigkeit bestimmt. Erfahrungsgemäß sinkt bei häufiger Nutzung zwar der Trockenmasseertrag, der Energieertrag aber bleibt gleich und die Verdaulichkeit der jüngeren Pflanzen ist höher. Optimal in dieser Hinsicht ist ein Schnittzeitpunkt von Rotklee oder Luzerne zu Beginn der Blüte.

Feldfutter und Gemenge: Mischungen

Kleegras mit rot blühendem Inkarnatklee
In der Zusammensetzung von Futterbau-Mischungen gibt es regional große Unterschiede.
Foto: T. Stephan

Kleegrasgemenge gedeihen auf nahezu allen Standorten, wobei je nach den vorliegenden Bedingungen und der Nutzungsdauer über entsprechende Mischungen eine optimale Anpassung erfolgen kann. Aus der Vielzahl möglicher Mischungen seien einige für bestimmte Standort- und Nutzungsbedingungen beispielhaft herausgegriffen.

Überjähriges Rotklee-Luzernegras: vielseitige Mischung mit breiter Standort-Eignung (auch als Stilllegungsgemenge gut geeignet, evtl. bei den Kleearten jeweils um 1 bis 2 kg erhöht):

  • 5,5 kg Rotklee
  • 5,5 kg Luzerne
  • 2 kg Weißklee
  • 5 kg Wiesenschwingel
  • 4 kg Lieschgras
  • 2 kg Dt. Weidelgras
  • 2 kg Knaulgras
  • 1 kg Welsches Weidelgras

Mehrjähriges Rotkleegras ist eine auf Ertrag, Narbendichte und hohen Futterwert ausgerichtete Mischung. Sie ist für frische bis feuchte Lagen und zwei bis drei Hauptnutzungsjahre geeignet:

  • 5 kg Rotklee
  • 4 kg Luzerne
  • 2 kg Weißklee
  • 1 kg Schwedenklee
  • 8 kg Wiesenschwingel
  • 4 kg Lieschgras
  • 2 kg Deutsches Weidelgras
  • 2 kg Wiesenrispe
  • 1 kg Knaulgras
  • 0,5 kg Rotschwingel
  • 0,5 kg Wiesenfuchsschwanz

Luzernegras: Vielfältige Zusammensetzung mit besonderer Eignung für eher trockenere Standorte:

  • 13 kg Luzerne
  • 3 kg Rotklee
  • 2 kg Weißklee
  • 2 kg Esparsette
  • 1 kg Hornklee
  • 3 kg Wiesenschwingel
  • 3 kg Knaulgras
  • 2 kg Glatthafer
  • 2 kg Lieschgras
  • 2 kg Rotschwingel

Sommerkleegras (auch als Stilllegungsgemenge geeignet): vielseitig nutzbare Mischung für zeitige Frühjahrs-Aussaat, als Blanksaat oder unter Deckfrucht:

  • 9 kg Perserklee
  • 6 kg Alexandrinerklee
  • 2 kg Rotklee
  • 5 kg Welsches Weidelgras
  • 3 kg Einjähriges Weidelgras
  • 1 kg Wiesenschwingel
  • 1 kg Lieschgras

Stilllegungsgemenge für Herbstaussaat ist eine am Landsberger Gemenge orientierte Mischung, die insbesondere die Wurzel- und Wuchsleistung der Winterwicke nutzt (auf diese ist allerdings beim Mulchen gesondert zu achten, damit sie nicht aussamt):

  • 8 kg Winterwicken
  • 6 kg Inkarnatklee
  • 3 kg Rotklee
  • 3 kg Weißklee
  • 1 kg Hornklee
  • 1 kg Gelbklee
  • 10 kg Rotschwingel
  • 3 kg Deutsches Weidelgras
  • 3 kg Lieschgras
  • 2 kg Wiesenschwingel
  • 2 kg Knaulgras

In der Zusammensetzung der Mischungen gibt es regional große Unterschiede. Besondere betriebliche Gegebenheiten und Standortbedingungen können zu sehr individuellen Zusammensetzungen führen.

Auf geeignete Sorten innerhalb der Mischung sollte ebenfalls besonderer Wert gelegt werden. Die jeweilige Sorteneignung ist sehr abhängig von der Region oder dem Standort: Für süddeutsche Verhältnisse ist vor allem die Winterhärte ein wichtiges Kriterium. Ferner kann auch die Trockenverträglichkeit oder die Bestockungsfähigkeit bzw. die Narbendichte ein wichtiges Kriterium sein. Sortenauskünfte für die jeweilige Region können bei den Kammern oder Landesanstalten mit speziellen Sortenprüfungen abgefragt werden.

Bei den Futterbaumischungen sollte darüber hinaus auf möglichst geringen Ampferbesatz geachtet werden. In Süddeutschland und Österreich werden amtliche Tests auf Ampferfreiheit durchgeführt, die die Saatgutfirmen bei den untersuchten Mischungen ausloben können. Sind die Einzelkomponenten bei zwei entnommenen Stichproben ampferfrei getestet worden, kann die Mischung "zweifach ampferfrei getestet" ausgelobt werden.

Letzte Aktualisierung: 01.12.2011

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