Grundlagen: Feldgemüseanbau

- Der Anbau von Feldgemüse stellt hohe Anforderungen an Klima, Bodengüte und die Kenntnisse des Betriebsleiters.
Foto: D. Menzler
Im ökologischen Feldgemüsebau werden verschiedene Hackfrüchte wie Möhren, Rote Bete und Pastinaken, Kohl- und Zwiebelgemüse oder Sellerie angebaut. Bei den Kohlgemüsearten sind dies vor allem Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Grünkohl.
Wird der Anbau von Feldgemüse als neuer Betriebszweig aufgenommen, muss in spezielle Geräte, Kulturschutznetze etc. investiert und der hohe Arbeitsanspruch dieser Kulturen berücksichtigt werden. Wenn geeignete Abnehmer vorhanden sind und es gelingt, Qualitätsware zu produzieren, kann der Ökofeldgemüseanbau einen sehr rentablen Betriebszweig darstellen.
Kulturtechnik
Alle Wurzelgemüsekulturen bevorzugen Standorte mit leichteren Böden und einer guten Wasser- und Nährstoffversorgung, wenn auch der Nährstoffbedarf der einzelnen Kulturen sehr unterschiedlich ist. Die Qualitätsanforderungen der verarbeitenden Industrie bei Wurzelgemüse sind oft strenger als jene für direkt vermarktete Frischware.
Beim Kohlanbau sorgt eine optimale Nährstoff- (vor allem Kalk-) und Wasserversorgung besonders in der Phase der Kopfbildung für eine gute Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegen Krankheiten und Schädlinge und damit für hohe Erträge. Kohlpflanzen benötigen als Starkzehrer relativ viel Stickstoff, der im Ökoanbau über Leguminosen oder durch organische Düngemittel (Stallmist, Komposte, zulässige Handelsdünger) zugeführt wird.
Die mechanische Bodenbearbeitung ist eine der wichtigsten Kulturarbeiten im ökologischen Gemüseanbau. Das Hacken lockert und belebt den Boden und reduziert den Unkrautwuchs. Der Verzicht auf den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel hat einen deutlich höheren Arbeitsaufwand zur Folge, der nur zum Teil durch Mechanisierung (Abflammgerät, Schlepperhacke, Hackbürste, Netze) abgedeckt werden kann. Hierdurch sowie durch die im Vergleich zum konventionellen Anbau um 30 bis 50 Prozent geringeren Erträge sind die höheren Produktpreise bedingt, die ein rentabler Feldgemüsebau erzielen muss.
Auch die konsequente Einhaltung einer vielgestaltigen Fruchtfolge wird im ökologischen Gemüseanbau genutzt, um den Krankheits- und Schädlingsbefall einzudämmen. Pflanzen derselben Familie sollten nicht häufiger als alle vier bis sechs Jahre auf der gleichen Fläche stehen.
Die Sortenwahl orientiert sich vorwiegend an Vermarktungs- und Qualitätsaspekten, aber auch die Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten und Insektenbefall ist mitentscheidend. Angaben zu den Sorteneigenschaften finden sich in der Beschreibenden Sortenliste oder in speziell auf die Bedürfnisse des Ökoanbaus ausgerichteten Sortenübersichten, zum Beispiel dem Ökomenischen Sortenratgeber.
Ist ökologisch vermehrtes Saatgut nicht verfügbar, darf unter bestimmten Bedingungen auf konventionelles Saatgut zurückgegriffen werden. Der Nachweis der Nichtverfügbarkeit muss anhand der offiziellen Ökosaatgutdatenbank überprüft werden. Nur wenn hier kein geeignetes Ökosaatgut eingetragen ist beziehungsweise nicht verfügbar ist, darf der Rückgriff auf nicht ökologisch produziertes Saatgut erfolgen. Dazu muss jedoch eine Ausnahmegenehmigung bei der zuständigen Stelle beantragt werden.
Weitere Informationen:
Aus der Forschung - für die Praxis
Substrate für die Jungpflanzenanzucht im Ökogemüsebau
Die Jungflanzenanzucht für den Ökogemüsebau wird seit einigen Jahren zunehmend in Spezialbetriebe ausgelagert, die großtechnisch hergestellte Biosubstrate verwenden. Diese Substrate enthalten einen hohen Anteil an Torf, was nicht nur aus ökologischer Sicht fragwürdig ist, sondern auch qualitative Probleme mit sich bringen kann. Auch andere Komponenten (Kompost, organische Dünger, Torfersatzstoffe) und zum Beispiel eine mangelnde Reife können die Qualität der Substrate beeinträchtigen.
Mit dem Ziel, ein Biopresstopfsubstrat mit deutlich reduziertem Torfanteil für den Erwerbsgemüsebau zu entwickeln, testete der Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise in Anbauversuchen torfreduzierte Substrate verschiedener Hersteller im Vergleich mit eigenen torfreduzierten und torffreien Mischungen. Das Ergebnis: "Torfersatz ist machbar! Das ist die wichtigste Botschaft unserer Forschungsarbeiten", sagt Studienleiter Dr. Uli Johannes König. "Es ist technisch kein Problem und die Ersatzstoffe, wie zum Beispiel fermentierte Holzfaser, sind nahezu grenzenlos verfügbar. Bislang mangelt es aber am Willen, den Torf durch andere Substrate im großen Stil zu ersetzen. Das muss sich in Zukunft ändern."
Näheres zum Projekt:
Letzte Aktualisierung: 01.12.2011
