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Salat

 
Satzweiser Salatanbau
Satzweiser Salatanbau ermöglicht eine möglichst marktgerechte Erntestaffelung. Um dies auch in trockenen Perioden sichern zu können, ist gute Bewässerungstechnik notwendig.
Foto: Lichtenhahn, FiBL

Sortenwahl

Bezüglich der Sortenwahl ist eine möglichst lückenlose Resistenz gegen den Falschen Salat-Mehltau besonders im Frühjahr und Herbst unerlässlich. Weitere wichtige Selektionskriterien sind Resistenz gegen die Große Johannisbeerblattlaus (Nasonovia ribesnigri) und im Hochsommer Toleranz gegen das Schossen und die Salatwurzellaus. Zudem sollten Salatsorten tolerant gegen das Auftreten von Innenbrand und Außenbrand sein.
Grundsätzlich sind Sorten, die schnell die Marktreife erreichen, einfacher zu kultivieren.

Sortenbeispiele:

  • Kopfsalat: Analena*, Barilla* (RZ 43-94)
  • Eissalat: Ametist*, Etude*

 (* aus Biovermehrung erhältlich)

Kulturhinweise

Salat wird mittlerweile fast ausschließlich gepflanzt. Gesäter Salat hat insbesondere im Hochsommer die größere Innenbrand-Toleranz, da sein Wurzelwerk tiefer reicht. Der Mehraufwand ist allerdings bedeutend größer als bei der gepflanzten Kultur. Um den Salat möglichst lange gesund zu halten, sollten bei der Kultur folgende Punkte beachtet werden:

  • Salat möglichst hoch pflanzen
  • Pflanzdichten von acht bis neun Pflanzen pro Quadratmeter nicht überschreiten
  • auf Dämmen oder Mulchfolien pflanzen
  • besonders im Herbst windoffene Parzellen wählen
  • im Früh- und Spätanbau mit einer Vliesauflage vor Frost schützen

Salat, der die Erntereife erreicht hat, sollte möglichst schnell geerntet werden. Oft schlagen in den letzten paar Tagen der Falsche Mehltau oder die Salatfäulen am schlimmsten zu. Wenn ein Salatsatz erkrankt ist, muss - sobald der neue Satz erntereif ist - der befallene Satz gemulcht und leicht eingearbeitet werden.

Fruchtfolge

Pro Jahr sollten nicht mehr als zwei Salatkulturen nacheinander angebaut werden. Besser wird nach einem Lactuca-Salat (Kopfsalat, Eissalat) ein Cichorium-Salat (Endivie, Radichio) angebaut, besonders wenn ein starker Mehltaubefall aufgetreten ist. Nach einem Salatanbaujahr sollte jeweils eine Anbaupause von zwei bis drei Jahren eingehalten werden.

Düngung

Normalerweise müssen nur Frühkulturen zusätzlich mit Stickstoff versorgt werden. Spätere Sätze werden meistens durch die Mineralisation des Bodens und die Erntereste der Vorkulturen genügend versorgt.

Pflanzenschutz

Gegen den Falschen Mehltau müssen alle möglichen Maßnahmen ergriffen werden, um die Blätter trocken zu halten (siehe Kulturhinweise). Bewässert werden sollte möglichst am Morgen. Andere Salatarten wie Endivie und Feldsalat sind auf den Falschen Salatmehltau wenig bzw. nicht anfällig.

Salatfäulen sind ein Komplex aus verschiedenen Krankheiten. Wie beim Falschen Mehltau helfen Vorbeugemaßnahmen, welche die Blätter  trocken halten, bzw. zum schnellen Abtrocknen verhelfen. Wenn vor allem die Sclerotinia-Fäule beteiligt ist, hilft eine Anwendung des Gegenspielers Coniothyrium minitans ("Contans WG") vor der Pflanzung oder auf die Erntereste der befallenen Vorkultur.

Blattläuse: Mit Wildblumenstreifen und anderen Maßnahmen zur Aufwertung der natürlichen Vielfalt können die Blattlausfeinde wie Schwebfliegen, Marienkäfer, Florfliegen und Parasiten gefördert werden. Resistente Sorten sind nur gegen die Große Johannisbeerblattlaus geschützt. Andere Blattlausarten, die vor allem an den äußeren Blättern leben, können den Salat auch befallen. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher nötig. Bei Befall kann mit Schmierseife, Quassia oder mit Pyrethrum behandelt werden. Schmierseife und Quassia sind deutlich nützlingsschonender als Pyrethrum.

Schnecken: Salat sollte mit mindestens ein bis drei Meter Abstand zu Hecken, schattigen Stellen oder Brachen angebaut werden. Dieser Streifen muss regelmäßig kurz gehalten werden. Idealerweise wird er bei Taunässe gemulcht. Das Pflanzbeet möglichst fein bearbeiten, um Schnecken keinen Unterschlupf zu bieten. Besonders nach milden Wintern kein Anbau von Salat auf Parzellen mit vorhergehendem dichtem Bewuchs. 

Aus der Forschung - für die Praxis

Regulierung des Falschen Mehltaus im Öko-Gemüsebau

Im Öko-Gemüsebau führt der Falsche Mehltau bei vielen Kulturarten zu hohen Ertragsverlusten. Zurzeit sind weder genügend wirksame Resistenzen bekannt noch gibt es geeignete Anbautechniken, die einen ausreichenden Schutz gegen Mehltaupilze bieten. Der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln mit einer effektiven Wirkung gegen Falschen Mehltau wäre eine mögliche Lösung des Problems.

Näheres zum Projekt:

Opens external link in current windowRegulierung Falscher Mehltau Pilze an Gemüsekulturen im ökologischen Landbau am Beispiel von Salat und Zwiebeln (FKZ 02OE514)

Letzte Aktualisierung: 01.12.2011

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