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Dieser Beitrag ist auch in "bioland - Fachmagazin für ökologischen Landbau" erschienen.

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Vergleich organischer Düngemittel

 
Stickstoffdüngung vor der Pflanzung mit organischem Handelsdünger
©BLE, Bonn

Auf kaum einem anderen Gebiet des ökologischen Gemüsebaus wurde in den letzten Jahren so intensiv geforscht wie bei der Stickstoffdüngung; dabei ging es insbesondere um die Düngewirkung von organischen Handelsdüngern im Vergleich zu Leguminosenschroten. Ökogemüsebauberater Matthias Braig hat die Ergebnisse zusammengefasst.

Nach der BSE-Krise suchten Praktiker und Wissenschaftler verstärkt nach organischen Düngern pflanzlicher Herkunft als Ersatz für sonst übliche tierische  Produkte wie Haarmehlpellets, Hornmehl und Hornspäne. Bei der Suche kamen sie auf die Idee, heimische Körnerleguminosen wegen ihres relativ hohen Stickstoffanteils im Samen in geschroteter Form als Düngemittel einzusetzen.
In verschiedenen Forschungsprojekten wurden daraufhin Ackerbohnen, gelbe und blaue Lupinen sowie Erbsen auf ihre Eignung für die Stickstoff-Düngung untersucht. Hierbei wurde das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff (C/N-Verhältnis) in verschiedenen Düngemitteln ermittelt (siehe Tabelle). Je kleiner die Zahl, desto enger ist das C/N-Verhältnis und umso besser die Stickstoffverfügbarkeit.

C/N-Verhältnis verschiedener Düngemittel

Düngemittel

C/N-Verhältnis

Ackerbohne (Schrot)

9,7

Weiße Lupine (Schrot)

8,9

Gelbe Lupine (Schrot)

6,8

Rizinusschrot

8,5

Phytoperls (Granulat)

5,2

Bio-vegetal (Granulat)

1,1

Hornmehl

3,2

Umsetzungsverhalten und Nettomineralisation

In so genannten Brutversuchen wurden verschiedene Düngemittel in Böden eingemischt und bei einer bestimmten Temperatur über mehrere Wochen auf die Stickstoff-Freisetzung geprüft. Es zeigte sich, dass der Nmin-Gehalt (der pflanzenverfügbare mineralisierte Stickstoff im Boden) nach der Einmischung der Düngemittel relativ schnell ansteigt und bei nahezu allen Düngemitteln bereits nach drei bis fünf Wochen sein Maximum erreicht. Der Maximalwert lag immer unter der Stickstoff-Menge, die über den jeweiligen Dünger absolut eingebracht wurde. Relativ zur eingebrachten Stickstoff-Menge erzielten die jeweiligen Düngemittel unterschiedliche maximale Freisetzungswerte.

Der Freisetzungsverlauf lässt sich damit erklären, dass nach Einbringen von stickstoffreichem organischem Material zunächst das Gleichgewicht von Mineralisierung und Demineralisierung im Boden hin zu mehr Mineralisierung verschoben wird. Nach einer gewissen Zeit pendelt sich ein neues Gleichgewicht ein. Je nach Art des eingebrachten Materials fällt die Mineralisierung stärker aus. Zum Vergleich der Düngewirkung kann daher die Stickstoff-Freisetzung relativ zur eingebrachten Stickstoff-Menge als „Nettomineralisation“ in Prozent der ausgebrachten Stickstoff-Menge angegeben werden (siehe Abbildung 1). Um die Werte besser miteinander vergleichen zu können, wurde die Nettomineralisation der einzelnen Düngemittel in Abbildung 2 relativ zur Rizinusvariante dargestellt.

Abb. 1: Nettomineralisation im Brutversuch

Grafische Darstellung der Nettomineralisation im Brutversuch
Quelle: Stadler 2006
 

Abb. 2: Nettomineralisation relativ zur Rizinusvariante

Darstellung der relativen Nettomineralisation der verschiedenen organischen Düngemittel
Quelle: Laber 2007
 

In weiteren Versuchen zeigte sich, dass bei höheren Temperaturen der Stickstoff (N) schneller freigesetzt wird. Dünger mit höherem N-Gehalt und engerem C/N-Verhältnis führten zu einer höheren Mineralisierung als Düngemittel mit weiterem C/N-Verhältnis. Dagegen hatten unterschiedliche Vermahlungsgrade keinen nennenswerten Einfluss auf die Freisetzung.

Wirkung im Freiland

In einzelnen Feldversuchen, zum Beispiel in Sellerie und Porree an der Versuchsanstalt in Bamberg, wurde mit Leguminosenschroten eine gleich gute Düngewirkung wie mit Rizinus oder mit Hornprodukten erzielt. Eine allgemeine Aussage lässt sich am ehesten ableiten, wenn man alle durchgeführten Düngeversuche anhand einer gemeinsamen Variante - hier Rizinusschrot - vergleicht, wie in Abbildung 3 zu sehen ist.

Abb. 3: Erträge aus Feldversuchen in Relation zur Rizinusdüngung

Darstellung der relativen Erträge aus Feldversuchen
Quelle: Laber 2007
 

Die Auswertung zeigt, dass mit den tierischen Düngern im Schnitt ein gleich guter Ertrag wie mit der Rizinusdüngung erzielt wurde. Die Leguminosenschrote blieben im Mittel um etwa zehn bis 15 Prozent hinter dem Ertrag der Rizinusvariante zurück. Auffallend ist bei den Schroten auch die starke Streuung innerhalb der jeweiligen Düngungsvarianten. Die Streuung bei den tierischen Düngern ist wesentlich geringer. Sie sind also in ihrer Wirkung kalkulierbarer.

Autor: Matthias Braig, Beratungsdienst Ökologischer Gemüsebau, Ludwigsburg
Erschienen in "bioland", Ausgabe 03/2008

Letzte Aktualisierung: 02.12.2011

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