Unterglas-Gemüseanbau: Bodenpflege

- Durch den Einsatz von Mulchfolien oder Mulchvliesen kann der Boden vor Austrocknung geschützt und die Unkrautkeimung unterdrückt werden. Zudem wird die Bodentemperatur unter der Folie erhöht, was sich positiv auf das Wachstum auswirkt.
(c) BLE, Foto: T. Stephan
Ein aktiver Boden ist im ökologischen Unterglas-Anbau eine Voraussetzung für erfolgreiche Kulturen. Diesbezüglich müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden.
Bau des Gewächshauses
Besonders bei Termindruck und bei Bodenverschiebungen sowie bei dem Befahren mit schweren Maschinen wird der Boden bei der Errichtung des Gewächshauses oft stark beansprucht. Eine gute Bodenvorbereitung vor der ersten Kultur ist dann notwendig. Je nach Zustand des Bodens ist eine Kombination aus Kompostgabe, tiefer Bodenlockerung und Ansaat einer tiefwurzelnden Gründüngung die richtige Wahl, um den Boden "in Schuss" zu bringen. Bei der Gründüngung, zum Beispiel Ölrettich oder Lupine, ist unbedingt auf eine genügend lange Kulturzeit (mindestens drei Monate) zu achten, da sonst die Wurzeln nicht weit genug nach unten dringen.
Bodenbearbeitung und Humusversorgung
Bei der Bodenbearbeitung ist auf leichte Maschinen zu achten. Vor einer Bearbeitung muss die Bewässerung soweit reduziert werden, so dass eine gute Bearbeitung möglich ist, der Boden aber tragfähig bleibt. Mit einem regelmäßigen Einsatz von Grünschnittkompost oder strohhaltigem Mist kann der Humusgehalt im Boden erhalten werden.
Mulchen für aktiven Boden
Damit der Boden auch oberflächlich feucht und damit aktiv bleibt, empfiehlt es sich, den Boden in den Pflanzreihen abzudecken. Besonders bei Gurken hat sich eine Mulchschicht aus Stroh bewährt. Viel verwendet werden auch Abdeckungen aus wasserdurchlässigem Bändchengewebe oder Mulchvliesen.
Dämpfen - ein massiver Eingriff
Dämpfen ist ein massiver Eingriff für Bodenlebewesen. Neben Unkräutern, Nematoden und Krankheiten werden allerdings auch die ganzen nützlichen Bodenlebewesen abgetötet. Das Verfahren wird in der Regel nur sehr selten angewendet. Wenn Dämpfen unbedingt nötig ist (zum Beispiel sehr starker Bodenkrankheitsbefall über Jahre im Gewächshaus), wird danach eine Kompostgabe empfohlen. Dabei ist zu beachten, dass der Kompost von allerbester Qualität sein und oberflächlich eingearbeitet werden muss. So entwickelt sich schnell eine stabile Bodenlebewesen-Gesellschaft und der Boden kann schneller wieder bepflanzt werden (Abpufferung von schädlichen Substanzen). Es sind die Richtlinien des jeweiligen Anbauverbandes zu beachten; gegebenenfalls ist vor der Dämpfung eine Genehmigung einzuholen.
Letzte Aktualisierung: 02.12.2011
