Feld- und Kopfsalat (Unterglas)
Kulturen

- Feldsalat im Gewächshaus
(c) BLE, Foto: T. Stephan
Feldsalat
Gefragt sind schnellwachsende Sorten, die gegen Echten und Falschen Mehltau tolerant sind. Das Saatgut sollte möglichst frei von Phoma (Infiziertes Saatgut ist dunkel gefärbt) und Falschem Mehltau sein. Viele Firmen bieten mittlerweile heißwasserbehandeltes Saatgut an. Geeignete Sorten sind Trophy, Gala, Juvert, Favor, Medaillon* und Cirilla.
(* aus Biovermehrung erhältlich)
Kopfsalat
Wie beim Freilandanbau ist im Unterglasanbau (Haussalat) eine Resistenz gegen möglichst alle Rassen des Falschen Salat-Mehltaus unerlässlich. Besonders im Spätherbstanbau tritt die Krankheit praktisch immer auf. Geeignete Kopfsalat-Sorten sind Fenston*, Brighton und Hymne*.
(* aus Biovermehrung erhältlich)
Kulturweise
Feldsalat wird immer mehr gepflanzt anstatt gesät. Dazu werden mehrere Körner in einen Erdpresstopf mit drei Zentimetern Kantenlänge abgelegt. Je nach Pflanzsystem werden auch Riegel verwendet (zwei oder drei aneinander gepresste Presstöpfe). Die Presstöpfe werden beim Pflanzen nur wenig in die Erde gedrückt. Vorteile der gepflanzten Kultur: Kürzere Kulturzeit, schnellere und sauberere Ernte sowie weniger Fäule, da die Blätter weiter vom Boden entfernt sind.
Düngung
Weil im Herbst sehr unterschiedliche Nährstoffgehalte im Gewächshausboden vorhanden sind, sollte zumindest der Stickstoffgehalt überprüft werden. In der Sommerkultur (Tomaten, Gurken usw.) muss die Düngung früh genug abgesetzt werden, damit der applizierte Stickstoff möglichst weitgehend verwertet wird und nicht zuviel Stickstoff im Boden verbleibt.
Für Frühjahrssätze kann eine kleine Gabe eines schnell verfügbaren Stickstoffdüngers (zum Beispiel Hornmehl) angezeigt sein, wenn der Boden keinen Reststickstoff von den Vorkulturen aufweist (Nmin-Probe durchführen).
In Winterkulturen können wegen des fehlenden Lichts hohe Nitratwerte im Erntegut auftreten; darum sollte eine zurückhaltenden Düngung erfolgen (wenn überhaupt nötig). Die Gewächshaustemperatur muss dem Lichtangebot angemessen sein.
Klimaführung
Für beide Winterkulturen ist eine trockene Kulturführung Pflicht. Es sollte nur morgens an sonnigen Tagen bewässert werden. Wenn die Lüftungstemperatur nur wenige Grade über der Heiztemperatur eingestellt ist, kann die feuchte Luft entweichen. Mit Ventilatoren wird die Luft im Gewächshaus durchmischt, um für die Kultur ein günstigeres Klima zu schaffen (besonders bei bedecktem Wetter und nachts nötig).
In der Jahreszeit, in der gemäß den jeweiligen Verbandsrichtlinien das Heizen der Gewächshäuser erlaubt ist, kann die Nachttemperatur nach der Taupunkttabelle bestimmt werden, um die Ablagerung von Tau an der Pflanze zu verhindern.
Pflanzenschutz
Die wichtigsten Krankheiten, sowohl beim Feldsalat als auch beim Kopfsalat, sind im Winteranbau der Falsche Mehltau und der Grauschimmel (Botrytis). Eine gute Klimaführung, die zu hohe Luftfeuchtigkeit (>90 Prozent) und nasse Blätter verhindert, ist die wichtigste Gegenmaßnahme.
Beim Salat sollte nach Möglichkeit die Pflanzabstände nicht zu eng gewählt werden. Mit dem Einsatz von Mulchfolien oder Vliesen und durch hohes Pflanzen kann die Durchlüftung des Bestandes verbessert werden. Sobald der Salat das Vermarktungsgewicht erreicht hat, sollte er geerntet werden.
Beim Feldsalat spielt zusätzlich die Saatgutgesundheit eine wichtige Rolle: Sowohl der Falsche Mehltau als auch Phoma können über das Saatgut übertragen werden. Der Echte Mehltau bei Feldsalat tritt relativ häufig auf. Mit der Behandlung durch Lecithin oder verschiedene Pflanzenstärkungsmittel kann dieser Befall unter Kontrolle gehalten werden (zum Beispiel Milsana, Elot-vis oder Steinhauers Mehltauschreck). Das Saatgut sollte heißwasserbehandelt sein.
Blattläuse an Kopfsalat: Im Gewächshaus treten vor allem die Pfirsichblattlaus und die gestreifte Kartoffellaus auf. Die Wahl von blattlausresistenten Sorten (nur resistent gegen die große Johannisbeerblattlaus) bringt daher keine Vorteile. Bei Befallsbeginn hilft eine Behandlung mit Kaliseife.
Letzte Aktualisierung: 28.09.2011
