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Salatgurken

 
Falscher Mehltau an Gurken
Falscher Mehltau kann Gurkenkulturen stark schädigen. Wichtigste Maßnahme ist, die Luftfeuchtigkeit während der Nacht im Bestand zu senken, aber auch Pflanzenstärkungsmittel können weiter helfen. .
Foto: FiBL

Für Ökoproduzenten stehen moderne reinweibliche Sorten aus Ökovermehrung zur Verfügung. Bei der Sortenwahl sollte besonders auf die Toleranz gegen Echten Mehltau und soweit möglich gegen den Falschen Mehltau geachtet werden. Geeignete Sorten sind:

Lange Typen: Cumlaude*, Styx*, Torreon*

Kurze Typen: Paska*, Khassib*

(* aus Biovermehrung erhältlich)

Düngung

Gurken reagieren gut auf eine Düngung mit Stallmist. Bei 0,5 Kubikmeter Stallmist pro Ar (fünf Kubikmeter pro 1.000 Quadratmeter) muss mit Stickstoffdüngern (zum Beispiel Hornmehl und Hornspäne) und Kalidüngern (zum Beispiel Patentkali) ergänzt werden.

Pflege

Gurken werden normalerweise mit dem Kringschnitt erzogen: Bis zum Erreichen des Spanndrahtes werden alle Seitentriebe entfernt. Die ersten Gurken bis auf Kniehöhe und von da an jede zweite Frucht werden ebenfalls entfernt, da sonst die Belastung für die Pflanze zu hoch wird und Früchte abgestoßen werden können. Auf Höhe des Spanndrahtes wird der Haupttrieb gestutzt und zwei Seitentriebe über dem Draht nach unten gezogen. Im Hochsommer müssen die Triebspitzen beschattet sein. Falls sie nicht durch Blätter beschattet sind (z.B. beim Layersystem), müssen Schattierfarbe oder  ein Schattier- bzw. Energieschirm verwendet werden.

Klimaführung

Für ein gutes Wachstum brauchen Gurken genügend hohe Temperaturen. Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 80 Prozent während des Tages stört die Spinnmilben, aber fördert die Raubmilben. Eine hohe Luftfeuchtigkeit während der Nacht begünstigt aber auch den Falschen Mehltau.

Darum gilt:

  • An sonnigen Tagen für etwa elf bis 15 Stunden die Luftfeuchtigkeit hoch halten. Je genauer die Einrichtung zur Befeuchtung einzustellen ist, umso länger kann der Zeitraum gewählt werden.
  • Idealerweise wird während dieser Zeit mit Pulsationsdüsen oder mit möglichst hoch gehängten Düsenröhren mehrmals kurz die Luft befeuchtet, ohne dass dabei die Blätter nass werden. Am Abend bis am Morgen dürfen die Blätter auf keinen Fall nass sein, da dadurch die Entwicklung und Infektion mit dem Falschen Mehltau gefördert wird.

Pflanzenschutz

Krankheiten

Echter Mehltau breitet sich oft erst in älteren Beständen aus. Hohe wirtschaftliche Einbußen sind selten, allerdings können sich Thripse in Beständen mit Mehltau deutlich besser ausbreiten. Daher sollte dieser Krankheit trotzdem genügend Beachtung geschenkt werden.

Falscher Mehltau trifft junge und spät gesetzte Gurkenbestände besonders stark. Die Krankheit tritt oft erst später im Jahr (ab Juli) auf. Ältere Bestände leiden häufig weniger stark unter dem Befall. Eine Zweitkultur Gurken im Sommer ist daher sehr risikobehaftet. Neben den erlaubten Pflanzenschutzmitteln hat sich auch der Einsatz von Pflanzenstärkungsmittel bewährt (z.B. Elot-Vis, Steinhauers-Mehltauschreck mit Rapsöl, Neudo-Vital gegen Echten und Falschen Mehltau, Milsana gegen Echten Mehltau).

Gegen Wurzelkrankheiten ist die effektivste Maßnahme die Veredelung auf resistente Unterlagen. Dabei wurde Feigenblattkürbis (Cucurbita ficifolia) mittlerweile von den Kürbis-Kreuzungen (Cucurbita maxima x moschata) abgelöst. Speziell gegen Wurzelgallnematoden kann auch die Unterlage "Harry" verwendet werden.

Schädlinge

Gurken sind gegenüber den meisten allgemeinen Gewächshausschädlingen anfällig. Vorsorgender Nützlingseinsatz ist gegen folgende Schädlinge oft erfolgreich:

Weiße Fliegen: Parasitische Schlupfwespe Encarsia formosa

Pfirsich- und Gurkenblattläuse: Kombination von parasitischen Schlupfwespen (Aphidius colemani) und räuberischen Gallmücken (Aphidolethes aphidimyza)

Thripse: Raubmilben Amblyseius

Schwieriger ist die Regulierung der Spinnmilben, die sich im Hochsommer schnell verbreiten und große Schäden anrichten können. Folgende Strategie kann empfohlen werden:

  • Vorbeugender Einsatz mit Amblyseius-Raubmilben
  • Bei Befall Phytoseiulus-Raubmilben einsetzen und während des Tages die Luftfeuchte erhöhen (Raubmilbe ist auf > 60 Prozent Luftfeuchte angewiesen).

Andere Raubmilben, z.B. Amblyseius swirskii und spezielle Stämme von Phytoseiulus persimillis, sind weniger gegenüber Luftfeuchtigkeit empfindlich, aber deutlich teurer. Eine Herdbekämpfung ist mit Pflanzenschutzmitteln, wie Kaliseife, möglich.

Weitere Informationen:

Aus der Forschung - für die Praxis

Sicherung und Ausweitung des heimischen Anbaus von Bio-Einlegegurken

Der Bedarf nach Einlegegurken aus ökologischer Erzeugung ist in den letzten Jahren stetig gewachsen; er kann mit inländischer Ware zurzeit nicht gedeckt werden. Dies ist unter anderem auf das hohe Anbaurisiko bedingt durch den möglichen Befall mit Falschem Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) zurückzuführen. Ein Forschungsvorhaben hat verschiedene Anbaustrategien untersucht, um die Gefahr eines Pilzbefalls zu reduzieren: "Wir bringen das Saatgut nicht direkt auf dem Feld aus, sondern ziehen die Gurken erst zwei Wochen lang in Töpfen an", erklärt Jochen Rupp von der Bioland-Beratung. "Dadurch haben die Pflanzen einen Entwicklungsvorsprung, so dass der Falsche Mehltau ihnen nicht mehr so viel anhaben kann. Obendrein setzen wir ein Pflanzenstärkungsmittel auf alkoholischer Basis zur Pilzbekämpfung ein."

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtEntwicklung von Anbaustrategien zur Sicherung und Ausweitung des heimischen Anbaus von Bio-Einlegegurken

Letzte Aktualisierung: 02.12.2011

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