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Autor

Heinz Gengenbach

LLH Griesheim
Pfützenstr. 67
64347 Griesheim
Tel: (06155) 79800-34 / -60
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Literaturtipps

  • "Qualität sichern-Risiken vermeiden. Getreide und Körnerleguminosen im landwirtschaftlichen Betrieb"; LLH Kassel, 2010
  • "Konservierung und Lagerung von Druschfrüchten", KTBL Darmstadt, 2007;
  • Umsetzung von Cross-Compliance bei Druschfrüchten", KTBL Darmstadt, Heft 63; 2007

Checkliste Lagerschutz Getreide

Aktiver Lagerschutz beginnt schon auf dem Acker

Getreidesilos der Naturland-Marktgesellschaft, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster

"Das Getreidekorn lebt, es atmet, nimmt Sauerstoff auf, gibt Kohlendioxid ab, es schwitzt, verliert Wasser und setzt Wärme frei." (Info Hummelmühle - Mühlebach GmbH)

Die Weichen für eine erfolgreiche Lagerung von Getreide werden bereits mit dem Saatgut gestellt. Bei Dinkel und Weizen sollten sowohl bei Zukauf von Z-Saatgut als auch bei eigenem Nachbau generell auf Triebkraft und Brandkrankheiten untersucht werden.

Die Bestandesführung muss je nach Verwendungszweck, Futter oder Konsumgetreide beziehungsweise Saatgutvermehrung, erfolgen. Hier ist besonders auf Fusarien, Brandkrankheiten (inklusive Flugbrand) und Mutterkorn sowie auf Unkrautbesatz zu achten.

Vor der Ernte

  • Reinigung des Lagers: Besenrein und frei von Schädlingen; eventuell Leerraumbehandlung mit Silico Sec ® (10 bis 20 g/m2: Boden Wände, Decken, Balken)
  • Reinigung und Sichtkontrolle der Transportfahrzeuge und des Mähdreschers: Alle Teile, die mit dem Erntegut in Berührung kommen, sind auf Reste von Abschmierfett, lose Metallteile und Reste organischen Ursprungs zu überprüfen und falls nötig, sind diese zu entfernen.
  • Silozelle, Annahmegrube, Schnecken und weitere Höhenförderer müssen kontrolliert werden. Sind genügend Transport bzw.- Annahmekapazitäten vohanden?
  • Vogelnistplätze, Schlupfwinkel von Nagern, Restbestände an Getreide, Fremdstoffe (zum Beispiel Gefahrenstoffe wie Diesel oder Motorenöle) sind zu beseitigen, diese Aspekte sind CC (Cross Compliance) relevant!

In der Ernte

  • Mähdrescher: Bei Lohndrusch nachfragen, wo und was vorher gedroschen wurde. Falls nötig, säubern!
  • Anhänger: Abdichten und mit Plane abdecken, besonders bei längeren Fahrten auf öffentlichen Straßen. Kontaminationsgefahr mit unerwünschten Stoffen wie Steine, Staub etc.
  • Sind genügend Arbeitskräfte und Zugmaschinen plus Anhänger etc. während der Zeit des Dreschens zum Abfahren und zum Einlagern vorhanden?

Annahme:

  • Reinigen vor dem Einlagern (Mindeststandard)
    • Windsichter: Staub und Leichtteile werden mit Saug- oder Druckluft entfernt
    • Siebreiniger etc. Für alle Reinigungsgeräte gilt: Die Leistung sollte 10 bis 20 Prozent höher eingeplant werden als die vorgeschaltete Förderkapazität (ca. 40 Tonnen pro Hektar).
    • Erfassung der Getreidefeuchtigkeit und verschiedener Qualitätsparameter wie zum Beispiel Fallzahl und Proteingehalt oder auch hL-Gewicht durch Schnelltest.
  • Rückstellproben sollten sachgemäß und repräsentativ genommen werden.
    Gerste, Roggen, Weizen und Mais sind mit ca. 14 bis 14,4 Prozent Feuchtegehalt lagerfähig, Speise-Hafer darf wegen seiner schlechten Wasserbindungseigenschaften und hohen Lagerempfindlichkeit nicht mehr als 12 Prozent Feuchtegehalt aufweisen.

Einlagern

  1. Schüttgosse: Muss wasserundurchlässig gebaut sein, damit kein Grundwasser Eindringen kann.  Abdeckung bei Nichtgebrauch. Kein Abstellen von Geräten etc. und Produkten im Bereich der Annahmegosse. (Relevant für Cross Compliance).
  2. Mobile Befüllung und Entnahme in Flachlagern mit Frontladern, Staplern, Förderbändern etc.; Verluste von Öl bzw. Kühlflüssigkeit, Verschmutzung der Räder müssen vermieden werden; das Lager muss jeweils nach den Arbeitsvorgängen wieder verschlossen werden. Das Eindringen von Nagern, Vögeln und anderen Tieren in das Lager ist zu verhindern durch dicht schließende Tore, durch Netze etc.
  3. Ist Trocknung bzw. Kühlung oder Belüftung erforderlich?
    Temperaturkontrolle im Getreidestapel; Ziel: 15 °C. Mindestens 50 Prozent des gesamten Getreidelagers muss gut belüftbar sein.

Bauliche Maßnahmen:

Das A und O der Lagerung ist die Vorbeugung. Das Übel beginnt beim Staub und nicht erst beim Getreidekäfer oder der Ratte!

  • Ein guter Lagerraum ist trocken (55 bis 65 Prozent rel. Luftfeuchte), sauber und gut belüftet.
  • Die Wände sind möglichst glatt und der Fußboden soll aus glattem, gut zu reinigendemMaterial sein. 
  • Spalten und Ritzen sollten sorgfältig und dauerhaft verschlossen sein.
  • Schädlinge brauchen Nahrung und Verstecke. Im Rahmen der Nahrungskette bilden Pilze und Staubpartikel die Futtergrundlage für Milben und Staubläuse. Diese werden wieder von Raubmilben gefressen usw.

Kontrolle und Dokumentation der Lagerung

Schaderreger im Getreide nutzen ein besonderes Mikroklima. Dieses ist kontrollierbar durch die Steuerung der Faktoren:

  1. Staub,
  2. Wärme und
  3. Feuchtigkeit (muss unter 65 Prozent rel. Luftfeuchte liegen).

Temperaturanstieg des Lagerguts deutet auf einen Befall und Aktivität durch Käfer, Milben oder Lagerpilze hin und birgt die Gefahr der Bildung von und Mykotoxinen (Ochratoxin A etc.) hin.

Was darf die Getreidelagerung auf dem eigenen Betrieb kosten?

  • Schallgrenze: 200 Euro pro Tonne Getreide Investitionsbedarf (ohne Trocknung)
  • Abschreibung: 20 Jahre, Zinsansatz: 4,8 Prozent; Lagerschwund: 0,8 Prozent pro Monat, Zinsverlust: 3 Prozent

Erweiterte Produkthaftpflichtversicherung

Um eventuelle Vermögensschäden durch Vermischung und Vermengung von geliefertem Getreide abzusichern, wird der Abschluss dieses Versicherungsmoduls empfohlen.

Letzte Aktualisierung: 12.07.2011

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