Einsatz von Wirtschaftsdüngern

- Die Produktivität von Grünland kann durch geschicktes Düngemanagement gesteigert werden.
(c) Bioland Erzeugerring Bayern e.V.
Mit Wirtschaftsdüngern werden dem Boden Nährstoffe wieder zugeführt, die durch das Erntegut entzogen wurden. Außerdem bewirken Mist und Gülle eine Belebung des Bodens: Die organische Substanz ist Nahrungsgrundlage für das gesamte Bodenleben. Sie ist ein nachhaltiger Nährstoffvorrat und damit die Voraussetzung für ein günstiges und stabiles Bodengefüge.
Gülle enthält viele Nährstoffe in leicht pflanzenverfügbarer Form, dazu organische Substanzen und Spurenelemente. Die Lagerung unter Luftabschluss (Schwimmdecke erhalten) und die Verdünnung mit Wasser im Verhältnis 1:2 (Stickstoffausnutzung erhöhen) werden grundsätzlich empfohlen. Kleinere und häufigere Gaben erhöhen die Stickstoffwirkung der Gülle (z.B. dreimal 15 Kubikmeter pro Hektar anstatt zweimal 20 Kubikmeter pro Hektar).
Eine Lagerkapazität von sechs Monaten ist empfehlenswert, um die Gülle überwiegend zur Vegetationszeit ausbringen zu können. Die Ausbringung soll bei bedecktem Himmel nach dem Schnitt bodennah in Gaben von maximal 20 Kubikmeter pro Hektar (fünf Prozent Trockensubstanz) erfolgen. Gülle infiltriert besser in trockenen als in nassen Boden. Im zeitigen Frühjahr können Gülle oder Jauche zur Wuchsbeschleunigung auf Flächen ausgebracht werden, die früh genutzt werden sollen.
Stallmist ist vorwiegend ein Bodendünger mit langsamer Nährstofflieferung. Um Auswaschen und Ausgasen von Nährstoffen zu vermeiden, müssen Mist- und Kompostlagerstellen abgedeckt werden. Mist sollte alle zwei bis drei Jahre im Spätherbst, am besten auf leicht gefrorenen Boden als Frostschutz für empfindliche Gräser ausgebracht werden. Er wird durch Regen und Schnee in den Boden eingewaschen und behindert so nicht den Aufwuchs im Frühjahr.
Verrotteter Mistkompost kann während der Vegetationszeit zu jedem Aufwuchs sehr fein verteilt gegeben werden.
Jauche hat eine sehr triebige Wirkung, da sie fast nur leicht verfügbaren Stickstoff enthält. Zur Vermeidung von Ätzschäden muss Jauche mindestens im Verhältnis von 1:3 mit Wasser verdünnt werden.
Quellen
- HEGE U.: Integrierter Pflanzenbau in der Praxis. In: Schule und Beratung, Heft 5, 1991. Hrsg: Bay. Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
- HEGE U.: Nährstoffsalden und Nitratgehalte des Sickerwassers in ökologisch und üblich bewirtschafteten Ackerflächen. Vortrag am 19.02.2003 in Triesdorf auf der Tagung zum Ökologischen Landbau der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL Bayern), 2003
- LEHMANN, J.: Abgestufte Bewirtschaftungsintensität: Ein Ziel des Futterbaus. In: Allgäuer Bauernblatt, Seite 1280 ff., 1992
- SCHNECK, J.: Tipps zum erfolgreichen Umstellen des Grünlandes auf ökologische Wirtschaftsweise. Beratungsmerkblatt des Landwirtschaftsamtes Regensburg, 2001
- Steinacher Grünland-Heft, Versuchsstelle Steinach, D-94347 Ascha, 1997, 2.Auflage
- THALMANN H.: Grundsätzliches zur Düngung. In: MANUSCH P., PIERINGER E. (Hrsg.), Ökologische Grünlandbewirtschaftung, Heidelberg: Müller, 1995, ISBN 3-7880-9876-7
- THALMANN H.: Grundsätze zur Grünlandwirtschaft im organisch-biologischen Landbau. Vortragsmanuskript zu Grünland-Seminaren, 2002
Letzte Aktualisierung: 01.12.2011
