Ampferregulierung mit dem WUZI

- Der WUZI: Das selbstfahrende Gerät wurde von einem österreichischen Landwirt entwickelt
©BLE, Quelle: Institut für ökologischen Landbau, Trenthorst
Die Regulierung von Ampfer im Grünland erweist sich mit den im ökologischen Landbau angewandten Maßnahmen häufig als schwierig. Daher beschäftigten sich im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) verschiedene Forschungsprojekte mit dem Thema. Im BÖL-Projekt "Strategien zur Regulierung von Wurzelunkräutern im Ökologischen Landbau" wurden bestehende Regulierungsmaßnahmen sowie neue verfahrenstechnische Ansätze geprüft. Dabei zeigte insbesondere das von einem österreichischen Landwirt entwickelte Ampferbekämpfungsgerät "WUZI" sehr gute Erfolge.
Daher wurde in dem Projekt "Überprüfung der Effektivität der maschinellen Ampferregulierung im Grünland mittels WUZI unter differenzierten Standortbedingungen" das selbstfahrende und maschinell arbeitende Ampferbekämpfungsgerät auf zehn Praxisflächen eingesetzt. Die Versuchsflächen lagen in verschiedenen Naturräumen bzw. wiesen unterschiedliche Bodengrundlagen auf.
Der WUZI: Daten und Fakten
Die selbstfahrende Wurzelstechmaschine WUZI wurde von einem österreichischen Landwirt entwickelt und ist bislang ein Prototyp. Das Gerät ist ausgestattet mit einem 40 PS starken Motor, wiegt 2,7 Tonnen und kann aufgrund seines hydrostatischen Antriebes stufenlos über eine Pedalsteuerung vor- und rückwärts fahren. WUZI besitzt im vorderen Teil des Gerätes eine quer zur Fahrtrichtung angebaute Laufschiene (Arbeitsbreite 2,4 Meter), auf der das eigentliche „Ausstechgerät“ angebracht ist. Die direkt im Blickfeld des Fahrers befindliche „Ausstecheinheit“ besteht aus einem Fräskopf, der über die Pflanze gefahren wird, sich absenkt und die Ampferpflanze im Boden zerfräst. Das Fräsgut fällt in das Fräsloch zurück. Durch diese Arbeitsweise ist eine hohe Arbeitsleistung möglich und eine Entsorgung der Ampferpflanzen entfällt.

- Die Ausstecheinheit von WUZI besteht aus einem Fräskopf, der über die Pflanze gefahren wird, sich absenkt und die Ampferpflanze im Boden zerfräst.
©BLE, Quelle: Institut für ökologischen Landbau, Trenthorst
Vor und nach dem Einsatz von WUZI wurden Bonituren des Ampferbesatzes in unbehandelten Kontrollparzellen und in mit dem WUZI behandelten Parzellen in vierfacher Feldwiederholung durchgeführt. Zur Bewertung der Flächenleistung wurden Arbeitszeitmessungen durchgeführt. Der Ampferbesatz auf den untersuchten Flächen war stark unterschiedlich und variierte von 0,35 bis zu 3,41 Ampferpflanzen pro Quadratmeter. Der Regulierungserfolg lag im Durchschnitt der zehn bonitierten Flächen bei 62 Prozent mit einer Spannbreite von 35 bis 88 Prozent. Die Leistung von WUZI betrug durchschnittlich 260 und maximal 437 Pflanzen pro Stunde.
Als wichtige Voraussetzung für ein zügiges Arbeiten zeigte sich die sorgfältige Einweisung des Bedienungspersonals. Damit Arbeitsaufwand und Kosten nicht zu hoch ausfallen, sollte auch die maschinelle Bekämpfung von Ampfer rechtzeitig erfolgen, das heißt bei einem Besatz von 0,25 bis 0,5 Pflanzen pro Quadratmeter. Dies würde bei einer Leistung von 400 bis 500 Pflanzen pro Stunde einem Zeitaufwand von fünf bis zwölf Stunden pro Hektar entsprechen. Eine Befragung bei den beteiligten Landwirten zur Einschätzung des Gerätes ergab, dass 80 Prozent der Landwirte WUZI wieder einsetzen würden.
Kontakt:
Dr. Herwart Böhm Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und FischereiInstitut für ökologischen Landbau
Trenthorst 32
23847 Westerau
Die Schlussberichte der im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) bearbeiteten Forschungsprojekte werden in der Datenbank "Organic Eprints" veröffentlicht. Diese ist über
http://forschung.oekolandbau.de abrufbar.
Weitere Informationen:
Schlussbericht zum WUZI-Projekt in der Datenbank "Organic Eprints"
Vorstellung des WUZI-Projekts auf der Bundesprogramm-Homepage
Nachricht zum Vorgängerprojekt auf http://forschung.oekolandbau.de
Letzte Aktualisierung: 20.01.2010
