Grundlagen: Weidenutzung

- Die Weidenutzung bietet sich in Hanglagen oder an Standorten mit hohem Grundwasserspiegel an.
Foto: T. Stephan
Grünland nimmt mehr als ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland ein. Die häufig absoluten Grünlandstandorte liegen in der norddeutschen Tiefebene und im Alpenvorland und lassen wegen Grundwasserabstand oder Hanglage keine ackerbauliche Nutzung zu. Wirtschaftlich gesehen ist es die Basis der Rinderhaltung.
Nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftete Flächen sind reich an verschiedenen Pflanzenarten (20-60 verschiedene Pflanzenarten). Somit bieten sie auch vielen Tieren die Möglichkeit, sich anzusiedeln. Die ganzjährige Pflanzendecke schützt den Boden außerdem vor Erosion und Nährstoffauswaschung.
Ob das Grünland als Weide, Mähweide oder Wiese genutzt wird, hängt von den Standortverhältnissen, der Geländetopologie und den betrieblichen Gegebenheiten ab. Die reine oder überwiegende Weidenutzung bietet sich auf Standorten an, auf denen der Einsatz von Maschinen problematisch ist. Eine Nachmahd wird dennoch meist erforderlich sein, um die Ausbreitung unerwünschter Gräser zu vermeiden.
Wird eine Weide auf einem Standort mit hoher Bodengüte richtig gepflegt, kann sie an das Ertragsniveau des Ackerfutterbaus heranreichen.
Kulturtechnik
Voraussetzung einer erfolgreichen Weidewirtschaft ist eine intakte Grünlandnarbe. Sie spiegelt das Zusammenspiel von Standortfaktoren und Bewirtschaftung wider. Fehler wie Narbenverletzung durch Geräte, Überweidung, unsachgemäße Düngeranwendung oder mangelhafte Pflege schädigen die Narbe. Beweidungstechniken wie Portions-, Umtriebs- und intensive Standweide wenden Landwirte deshalb mit dem Ziel: "Kurze Fresszeit, lange Ruhezeit" an.
Auch in der Weidewirtschaft sichern Ökolandwirte die Stickstoffversorgung ihrer Böden durch den Anbau von Leguminosen wie trittfestem Weißklee. Veränderungen hin zu leistungsfähigen Pflanzenarten und -sorten werden durch gezielte Nachsaat erreicht. Dies gilt vor allem bei der Umstellung auf die ökologische Wirtschaftsweise.
Nährstoffverluste von Kalium, Phosphat und Magnesium halten sich bei einer absoluten Weide in Grenzen. Wird sie allerdings gemäht, müssen die Nährstoffe über zugelassene Dünger, zum Beispiel Patent-PK zurückgeführt werden. Dünn ausgebracht eignen sich auch Wirtschaftsdünger zur Nährstoffergänzung.
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Letzte Aktualisierung: 30.12.2011
