Grundlagen des ökologischen Pflanzenbaus
Im Überblick:
Einführung
Leitbild im Ökobetrieb ist ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf. Das heißt: Auf dem Acker erzeugte Pflanzen finden teilweise Verwendung als Viehfutter, ein anderer Teil wird zum menschlichen Verzehr verkauft. Tierdung sowie pflanzliche Abfälle gehen frisch oder kompostiert zurück auf den Acker.
Biobetriebe dürfen bis zu 170 kg Stickstoff aus Wirtschaftsdüngers tierischer Herkunft je Jahr und Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche ausbringen. Eine wichtige Komponente um Stickstoff in den Boden zu bekommen, ist der Anbau von Leguminosen. Sie binden mit Hilfe von symbiontischen Bakterien Luftstickstoff und bringen dann den notwendigen Stickstoff in den Betriebskreislauf. Außerdem können organische Dünger von anderen Ökobetrieben zugekauft werden.
Viehhaltung ohne Flächen ist im Ökolandbau nicht zulässig, viehloser Ackerbau ist aber möglich. Leguminosen, die mit Hilfe von symbiontischen Bakterien Luftstickstoff binden, bringen dann den notwendigen Stickstoff in den Betriebskreislauf. Außerdem können organische Dünger von anderen Ökobetrieben zugekauft werden.
Bodenfruchtbarkeit verbessern

- Leitbild im Öko-Landbau ist ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf.
(c) BLE, Foto: T. Stephan
Die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu steigern ist ein wichtiges Ziel im ökologischen geführten Betrieb. Der Boden dient der Pflanze nicht nur als Standort, sondern nimmt durch Ab-, Um- und Aufbauprozesse im Boden die zentrale Stellung für ihre Ernährung ein. Das Bodenleben verarbeitet die Abfallprodukte pflanzlicher und tierischer Erzeugung und macht so Nährstoffe für die Pflanze verfügbar. 20 bis 30 Prozent Hauptfruchtleguminosen in der Fruchtfolge sorgen durch Stickstoff-Eintrag für gutes Wachstum. Mineralische Stickstoff-Dünger sind tabu.
Nützlinge fördern statt Schädlinge bekämpfen
Der Pflanzenschutz im Ökolandbau erfolgt vor allem vorbeugend. Pflanzeneigene Abwehrkräfte werden gestärkt und natürliche Regulationsmechanismen unterstützt. Dies geschieht durch die Förderung von Nützlingen, die Wahl standortgeeigneter Arten und Sorten, eine termingerechte Bodenbearbeitung und eine ausgewogene Düngung und Fruchtfolge.
Bei landwirtschaftlichen Kulturen reichen diese Maßnahmen häufig aus. In Gemüse-, Obst- und Weinbau sind zusätzlich direkte Maßnahmen notwendig. Für den Ökolandbau interessant sind zugelassene Pflanzenbehandlungsmittel wie zum Beispiel natürliches Pyrethrum oder Bacillus-Thuringiensis-Präparate.
Dem Beikraut beikommen
Die Beikrautregulierung beginnt mit einer durchdachten Fruchtfolge. Fehler in der Fruchtfolge sind im Ökolandbau nur schwer zu korrigieren. Eine sorgfältige Bodenbearbeitung, kombiniert mit sogenannten Beikrautkuren, die vor empfindliche Kulturen wie Zuckerrüben, Möhren oder Soja geschaltet werden, beugen dem Aufwuchs zusätzlich vor.
Treten Beikräuter trotzdem massenhaft auf, wendet der Landwirt mechanische Geräte wie Striegel, Hacke und Bürsten an. Für hochwertige Kulturen (z.B. Gemüse oder Zuckerrüben) besteht außerdem die Möglichkeit des Abflammens. Aber auch der arbeitsaufwendige Einsatz einer Handhacke kann notwendig sein. So wird ohne wesentliche Beeinträchtigung der Kulturpflanzen der Beikrautbesatz auf ein akzeptables Maß gesenkt.
Letzte Aktualisierung: 30.11.2011
