Grundlagen: Silomaisanbau

- Immer mehr ökologisch wirtschaftende Betriebe integrieren Mais in die Fruchtfolge.
Foto: Ziechhaus
Mais ist in Bezug auf die Tierernährung auch im ökologischen Landbau positiv zu bewerten. Mit seinen hohen Erträgen an Trockenmasse und dem hohen Stärkegehalt bietet sich Silomais als energiereiches Grundfutter für Milchkühe und Mastrinder an. Er kann damit die eiweißreichen Feldfutterleguminosen in der Fruchtfolge beziehungsweise in der Futterration gut ergänzen.
Gleichwohl ist Mais im Ökolandbau im Vergleich zum konventionellen Anbau noch relativ wenig verbreitet: Er stellt hohe Ansprüche an die Nährstoffversorgung, die Unkrautregulierung ist schwierig und Probleme mit Vogelfraß, Bodenerosion und Nitratauswaschung können hinzukommen. Es gibt dennoch immer mehr ökologisch wirtschaftende Betriebe, die Mais in ihre Fruchtfolge integrieren.
Kulturtechnik
Seit dem Anbaujahr 2000 wird zertifiziertes Ökosaatgut auch für Mais angeboten. Nur wenn dieses nicht bezogen werden kann, darf auf ungebeiztes konventionelles Saatgut zurückgegriffen werden. Allerdings muss der Nachweis der Nichtverfügbarkeit anhand der offiziellen Ökosaatgutdatenbank überprüft werden. Nur wenn hier kein geeignetes Ökosaatgut eingetragen ist bzw. nicht verfügbar ist, darf der Rückgriff auf nicht ökologisch produziertes Saatgut erfolgen.
Mais braucht von Beginn an fruchtbare, gut mit Stickstoff versorgte Böden. Geeignete Vorfrucht für den Mais ist eine Leguminose im Zwischenfruchtanbau. Die Vorfrucht sollte im Frühjahr eine starke Rottemist- oder Güllegabe erhalten.
Um einen schnellen Reihenschluss zu erzielen, benötigt Mais gute Wachstumsbedingungen und vor allem einen ausreichend erwärmten Boden. Daher ist ein späterer Saattermin empfehlenswert - in der Regel etwa zehn Tage später als im konventionellen Anbau.
Die angestrebte Pflanzendichte liegt je nach Reifegruppe bei acht bis zwölf Pflanzen (neun Pflanzen) je Quadratmeter. Wegen Vogelfraß ist auf eine tiefe Ablage von etwa sechs Zentimetern zu achten.
Nach Reihenschluss unterdrückt der Mais mit seiner üppigen Blattmasse aufkommendes Unkraut durch Lichtentzug.
Der Aussaat folgt die größte Herausforderung im Maisanbau: die Beikrautregulierung. Gerade im Jugendstadium verträgt Mais keine Unkrautkonkurrenz. Ein kombiniertes Verfahren mit Striegel und Hacke hat sich hier bewährt. Zusätzlich werden damit der Boden gelockert und die Nährstoffmineralisation und Bodendurchlüftung gefördert.
Nach dem Auflaufen erfolgt die Regulierung je nach Unkrautdruck zunächst mehrmals mit dem Striegel. Bis zum endgültigen Reihenschluss kommt dann die Hacke zum Einsatz. Wenn die Reihen vollständig geschlossen sind, kann der Mais mit seiner üppigen Blattmasse durch den Lichtentzug aufkommendes Unkraut unterdrücken.
Interessant im Maisanbau können Untersaaten sein. Erfahrungen zeigen, dass sie zahlreiche Vorteile bringen: Erosionsschutz, Unkrautverdrängung, höhere Tragfähigkeit des Bodens sowie eine verbesserte Humusbilanz. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Untersaat möglichst zeitgerecht im Vierblattstadium des Mais erfolgt. Bewährt haben sich Klee und Kleegras. Die Einsaat der Untersaat kann mit einer normalen Drillmaschine erfolgen; die in der Maisreihe laufenden Drillschare werden hochgebunden.
Wichtigster Schädling ist der Maiszünsler. Er tritt vor allem in Süddeutschland auf, kommt aber mittlerweile auch auf Befallsinseln in Ostdeutschland vor. Die Raupe des Zünslers frisst an Stängeln und Kolben. Sie kann bei verstärktem Auftreten (mehr als eine Raupe pro Pflanze) im Silomais auch qualitätsmindernden Pilzbefall verursachen und die Ernte behindern. Vorbeugen kann man dem Zünslerbefall durch eine weit gestellte Fruchtfolge, mit hartstängeligen Sorten, durch tiefes Schneiden bei der Ernte sowie tiefes, sorgfältiges Einarbeiten der Ernterückstände. Der Einsatz von direkten Maßnahmen wie Trichogramma-Eiparasiten oder Bacillus-thuringiensis-Präparaten ist im Silomaisanbau selten gebräuchlich.
Seit einigen Jahren kommt es auch zum verstärkten Auftreten des Maiswurzelbohrers. Größeren Schaden richten die Larven an, die an den Maiswurzeln fressen und so die Pflanze schädigen. Die Eiablage erfolgt im Sommer in den Boden. Aus diesen Eiern schlüpfen im nächsten Jahr Larven, die in zirka einem Meter Umkreis Maiswurzeln zum Überleben brauchen. Der Schädling kann aufgrund seiner Biologie nur überleben, wenn Mais nach Mais angebaut wird. Die einzige Maßnahme ist daher eine weite Stellung von Mais in der Fruchtfolge.
Aus der Forschung - für die Praxis
Phosphat-Mobilisierung durch Haupt- und Zwischenfrüchte
Im Öko-Landbau ist weicherdiges Rohphosphat als Düngemittel zugelassen, seine Wirksamkeit ist jedoch gering. Wissenschaftler der Uni Gießen haben untersucht, ob weicherdiges Rohphosphat von phosphataneignungseffizienten Pflanzen für phosphataneignungsineffiziente Pflanzen mobilisiert wird.
"Weltweit sind die abbauwürdigen Rohphosphatreserven sehr stark begrenzt", sagt Prof. Dr. Diedrich Steffens vom Institut für Pflanzenernährung der Justus-Liebig-Universität Gießen. "Aus diesem Grund müssen wir sehr sparsam mit dem Phosphor haushalten. Das gilt auch für den organischen Landbau, da hier nur geringlösliche Rohphosphate eingesetzt werden dürfen. Die Ergebnisse unseres Projekts deuten darauf hin, dass weicherdige Rohphosphate durch die Weißlupine für Spinat verfügbar werden. Allerdings zeigen die Ergebnisse auch, dass zitratlösliches Calciumhydrogenphosphat deutlich besser auf die Erträge wirkt als Rohphosphat. In nachfolgenden Feldversuchen wird gezielt untersucht, welche Phosphorform zur Phosphatdüngung im organischen Landbau die höchste Nachhaltigkeit aufweist."
Näheres zum Projekt:
Aus der Forschung - für die Praxis
Alternativen im und zum Silomaisanbau im Ökologischen Landbau
Viele rinderhaltende Ökobetriebe bauen trotz ihres Bedarfs an einem energiereichen Grundfuttermittel keinen Silomais an, da verschiedene Anbauprobleme auftreten können. Andere Futterpflanzen sind aber meist weniger ertragreich und energieärmer; daher wächst das Interesse am Maisanbau im ökologischen Landbau. Ein Forschungsvorhaben hat Maisanbausysteme sowie Alternativen untersucht und evaluiert.
Näheres zum Projekt:
Alternativen im und zum Silomaisanbau im Ökologischen Landbau
Letzte Aktualisierung: 01.12.2011
