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Ist mein Boden fit für den Anbau von Körnerleguminosen?

 
Ackerbohnenbestand
Körnerleguminosen stellen keine besonderen Ansprüche an die Vorfrucht, erbringen einen Netto-Stickstoff-input und können bei Gelingen eine durchaus gute Marktleistung erzielen.
Foto: K.-P. Wilbois, FiBL

Leguminosen bilden aufgrund ihrer Stickstofffixierung im ökologischen Landbau die Basis der Bodenfruchtbarkeit und sind ein wichtiges Fruchtfolgeglied. Körnerleguminosen als Marktfrüchte sind insbesondere für viehlose und viehschwache Betriebe eine interessante Option. Sie stellen keine besonderen Ansprüche an die Vorfrucht, erbringen einen Netto-Stickstoff-input und können bei Gelingen eine durchaus gute Marktleistung erzielen. Trotz dieser Vorteile ist der Körnerleguminosenanbau in Deutschland seit mehreren Jahren rückläufig.

Dies lässt sich auf Probleme im Anbau zurückführen, die vielfach im Zusammenhang mit dem Boden stehen. Das zentrale Problem sind hierbei die Leguminosenmüdigkeit und die damit verbundenen Krankheiten, die zu empfindlichen Ertragseinbußen führen können. Häufig treten bei Körnerleguminosen Auflauf- und Fußkrankheiten auf, die von einem Erregerkomplex bodenbürtiger Pilze (Fusarium, Pythium, Rhizoctonia, Phoma und weitere) verursacht werden, deshalb ist beim Körnerleguminosenanbau der Blick auf den Boden von zentraler Wichtigkeit. Bodenverdichtungen fördern die Schäden durch bodenbürtige Erreger, deshalb sollten Körnerleguminosen nicht auf verdichtetem Boden ausgesät werden. Eine gute Bodengare kann die Gesundheit der Körnerleguminosen weiterhin unterstützen. Die zentralen Aspekte für gesunde Körnerleguminosenbestände sind aber die Fruchtfolgeplanung und die Einhaltung der Anbaupausen. Denn die Selbstunverträglichkeit von Ackerbohne und Erbse, aber auch die allgemeine Unverträglichkeit ist innerhalb der Familie der Leguminosen ist stark ausgeprägt. Die Erbse reagiert hier am anfälligsten.

Weißblühende Wintererbse
Besonders Körnererbsen sind im Anbau stark auf dem Rückzug. Bunt- oder weißblühende Wintererbsen werden von Landwirten zunehmend im Anbau geschätzt.
Foto: K.-P. Wilbois

Prof. Knut Schmidtke von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden empfiehlt in seinem Masterplan Körnerleguminosen deshalb, bei Erbsen eine Anbaupause von mindestens fünf bis sechs Jahren einzuhalten, außerdem sollte in einer Fruchtfolge mit Erbsen komplett auf den Anbau von Lupinen und Wicken verzichtet werden, da auch sie als Zwischenwirte für die pilzlichen Erreger fungieren.

Jedoch können nicht nur bodenbürtige Erreger sondern auch Nährstoffmangel oder das Vorhandensein toxischer Sunstanzen im Boden sowie eine Kombination dieser Faktoren die Ursache von Ertragseinbußen beim Körnerleguminosenanbau darstellen. Deshalb kann eine Ursacheneingrenzung mittels Differenzialdiagnose dem Landwirt bei der Beantwortung der Frage „ist mein Boden fit für den Körnerleguminosenanbau?“ helfen. Das Prinzip der Differenzialdiagnose ist ein mehrstufiges Ausschlussverfahren, bei dem verschiedene Behandlungen parallel getestet werden und verglichen wird, welche Behandlung einen Erfolg erzielt. Daraus lässt sich schließen, welche Ursache bzw. welcher Ursachenkomplex der Bodenmüdigkeit zugrunde liegt. Dazu werden derzeit am Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick (Schweiz) Versuche durchgeführt. In Topfversuchen werden Erbsen auf den jeweiligen Böden ausgesät. Die Differenzialdiagnose wird bisher in zwei Stufen getestet: In der ersten Stufe werden die Bodenproben verschiedenen Behandlungen unterzogen, um grob eingrenzen zu könne, ob der Bodenmüdigkeit Nährstoffmangel, toxische Substanzen oder biologische Ursachen zugrunde liegen. In der zweiten Stufe wird, auf der Basis der Ergebnisse der ersten Stufe, die Ursache noch enger eingegrenzt. Erste Ergebnisse von Bodenproben aus Praxisbetrieben zeigen, dass der Bodemüdigkeit häufig biotische Ursachen zugrunde liegen. Besonders häufig wurden Eipilze, die auch im Erregerkomplex von Fußkrankheiten auftreten, als Ursache identifiziert.

Zu diesem unter weiteren Aspekten wird im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts zur Bodenfruchtbarkeit im Öko-Landbau geforscht. Forschungsergebnisse und viele weitere Aspekte rund um die Bodenfruchtbarkeit werden auf der Webseite externer Link folgtwww.bodenfruchtbarkeit.org veröffentlicht.

Letzte Aktualisierung: 13.01.2011

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