Kulturdatenblatt Körnererbse

- Die gute Verwertbarkeit und eine weite Standort-Amplitude erklären den höchsten Anbauumfang der Körnererbse unter den Körnerleguminosen.
Foto: T. Stephan
Unter den vielen verschiedenen Erbsenarten sind vor allem die Trockenspeiseerbse (Körnererbse) und die Futtererbse (Peluschke) für den heimischen Anbau interessant. Während die Körnererbse sowohl für die menschliche als auch tierische Ernährung eine Rolle spielt, hat die Peluschke vor allem Bedeutung als Gemengepartner im ökologischen Feldfutterbau.
Die Körnererbse (Pisum sativum) ist, wie die Körnerleguminosen generell, ein Fruchtfolgeglied mit zentraler Bedeutung im ökologischen Landbau. Wegen der Stickstofffixierung durch die Pflanzen sind die Vorfruchtansprüche gering und die Vorfruchtwirkung gut. Die Nachfrage nach Erbsen als Eiweißträger in der Tierfütterung hat sich mit der zunehmenden Veredlungswirtschaft im ökologischen Landbau gesteigert. Hier ist die überdurchschnittliche Eiweißwertigkeit der Erbse von besonderer Bedeutung. Im Jahr 2009 wurden in Deutschland gut 8.000 Hektar Futtererbsen ökologisch angebaut.
Die innerbetriebliche Verwertung ist in der Regel wirtschaftlich und sinnvoll. Der Einsatz zum Beispiel von Erbsen im Schweinefutter ist wegen der guten Aminosäurenzusammensetzung und Bitterstoffarmut bis zu 30 Prozent möglich. Für reine Ackerbaubetriebe stehen neben der Verkaufsfrucht Erbse vor allem Fruchtfolgeaspekte im Vordergrund. Die steigende Nachfrage nach ökologisch erzeugten Eiweißfuttermitteln kommt dabei der Erbse in besonderem Maße zugute.
Standort
Die Erbse hat eine relativ kurze Vegetationszeit, was ihren Anbau bis weit nach Nordeuropa möglich macht. Dort, wo es für die Ackerbohne zu trocken wird, kann die Erbse erfolgreich angebaut werden, denn sie gedeiht auf leichten bis mittelschweren Böden. Sie reagiert sehr negativ auf Verdichtung und deren Begleitumstände wie Staunässe, schlechte Durchlüftung, langsame Erwärmung etc. Die Wasserversorgung ist vor allem in der Keimphase sowie in der Blüte wichtig (während der Keimung werden bis zu 140 Prozent des Eigengewichtes an Wasser aufgenommen). Ebenfalls ist eine gute Kalkversorgung mit pH-Werten > 6 von Bedeutung.
Fruchtfolge
Körnerleguminosen werden gewöhnlich nach der zweiten oder dritten zehrenden Frucht (meist Getreide) angebaut. Danach können, je nach Standort, wieder ein bis zwei (Getreide-) Kulturen mit nicht zu hohem Anspruch an die Vorfrucht stehen. Die Erbse ist mit sich selbst unverträglich und wird in Abständen von mindestens fünf Jahren in der Fruchtfolge gestellt. Zusätzlich sind im Anbau von Zwischenfrüchten sowohl Erbsen als auch verwandte Arten wie Sommer- oder Winterwicken zu vermeiden.
Bei längeren Anbaupausen oder wenn noch nie Erbsen standen, ist eine Impfung mit passenden Knöllchenbakterienstämmen vorzunehmen. Die Vorfruchtwirkung liegt neben der Stickstoffbindung in der kurzen Vegetation, der guten Bodengare und dem Auflockern der Getreide- und Gräserfolge. Bei starker Verunkrautung können diese positiven Aspekte aber auch von höherem Unkrautdruck in der Folgefrucht überlagert werden.
Saat
Die Aussaat erfolgt unter trockenen Bedingungen ab Mitte März (Keimtemperatur 1-2°C). Da die Erbse frostempfindlich ist und die langsame Keimentwicklung den bodenbürtigen Krankheitsbefall begünstigt, ist eine Saat im April oft sicherer. Die Saatstärke wird mit mindestens 70 keimfähigen Körnern gewählt, weil die Aussaatstärke beziehungsweise die Bestandesdichte bei den halbblattlosen Sorten auch mit über die Unkrautunterdrückung entscheidet. Bei zu erwartendem Vogelfraß beziehungsweise knapper Saattiefe ist ein Zuschlag von etwa zehn Prozent sinnvoll. Aber auch für die intensive Unkrautregulierung ist ein Sicherheitszuschlag von Bedeutung.
Neben der herkömmlichen Pflugfurche bieten sich auch Mulchsaatverfahren an, wo in eine abgefrorene Zwischenfrucht ausgesät werden kann. Sollte der Bestand nicht abgefroren sein, so ist der Aufwuchs vorher abzuschlägeln. Nach einer anschließenden Bearbeitung, beispielsweise mit einer Kurzscheibenegge, können Erbsen mit einer Scheibensämaschine gedrillt werden. Voraussetzung der Mulchsaat ist, dass evt. Bodenverdichtungen vor einer Zwischenfruchtaussaat gelockert werden, um eine tiefe Durchwurzelung und eine hohe Wasserspeicherung durch die Zwischenfrucht zu gewährleisten.
Die Erbse wird 4 bis 6 Zentimeter tief abgelegt. Auf leichten Böden sind sechs Zenitmeter Saattiefe anzustreben. Eine gleichmäßige Tiefenablage ist wichtig für den Feldaufgang und Fraßverluste. Die Aussaat wird meist im üblichen Getreideabstand vorgenommen. Aber auch die Aussaat mit einem Einzelkornsägerät oder weitem Reihenabstand ist möglich. Bei Einzelkornsaat sind die bessere Tiefenführung und Standraumverteilung vorteilhaft - zudem ermöglichen die weiten Reihen den Einsatz von Hackgeräten. Nach der Aussaat ist ein Anwalzen ratsam, bei leichten, klutigen oder steinigen Böden sogar unerlässlich.
Beim Saatgut ist die Gesundheit zu beachten. Der Ascochyta-Pilz kann die Keimfähigkeit stark beeinträchtigen. Zertifiziertes Saatgut aus ökologischer Erzeugung wird darauf geprüft. Eigener Nachbau ist zu untersuchen. Bei sehr stark differierenden Tausendkorngewichten (TKG) variieren der Saatguteinsatz und damit die Kosten erheblich.
Sortenwahl
Da die Unkrautunterdrückung und Druschfähigkeit im Vordergrund stehen, kommen langwüchsige und standfeste Sorten zum Einsatz. Das Ertragspotenzial und das TKG sind aus ökonomischen Aspekten zu berücksichtigen. Die gängigen Sorten sind halbblattlos (ohne Fiederblätter) oder sogenannte Rankentypen. Damit sind sie weniger beschattend, aber durch die intensive Verbindung der Ranken standfester. Der Rohproteingehalt (ca. 20 Prozent) und Stärkegehalt (ca. 50 Prozent) gelten zwar als weitere Kriterien bei der Verwertung, sind aber ackerbaulich nicht bedeutsam.
Zurzeit bedeutsame Sorten sind Santana, Rocket, Hardy, Jutta, Mascara, Gregor und neu Alvesta. Für Betriebe, die aufgrund ihrer standortlichen Lage besonders auf Unkrautunterdrückung achten müssen, stehen nur noch wenige Blatttypen zur Verfügung (Florida, Grana, Bohatyr).
Düngung
Eine optimale Kalkversorgung ist wichtig. Bei pH-Werten unter sechs empfiehlt sich eine Gabe von kohlensaurem Kalk vor der Aussaat im Frühjahr. Der Phosphatgehalt beeinflusst die Blütenbildung. Es stehen nur langsam wirkende Dünger zur Verfügung, so dass die Phosphatversorgung bei den Vorfrüchten aufgebaut oder über organische Dünger gesichert werden sollte. Gute Kaliumgehalte fördern die Ausbildung der Knöllchenbakterien (Rhizobien). Der Einsatz von Kalimagnesia oder Kalisulfat ist bei Bedarf möglich. Über die Schwefelbestandteile wird gleichzeitig der Schwefel-Bedarf für die Aminosäurenbildung gedeckt. Bezüglich der Mirkonährstoffe ist auf eine ausreichende Versorgung mit Bor und Mangan zu achten.
In viehstarken Betrieben mit eigener Verwertung der Leguminosen ist die Versorgung mit Phosphat, Kalium und Schwefel durch den Einsatz von Wirtschaftsdünger ausreichend. Ein zu hohes Stickstoffangebot ist bei Leguminosen kontraproduktiv, da durch Luxuskonsum der Pflanzen zuviel vegetative Masse gebildet wird und der Rhizobien-Ansatz gering ist.
Unkrautregulierung
Neben der Witterung und den Bodenverhältnissen beeinflusst der Besatz an Beikraut das Druschergebnis erheblich. Die Erbse ist auf Grund schwacher Konkurrenzkraft gegenüber Verunkrautung besonders anfällig, so dass allen Maßnahmen zur Unkrautregulierung besondere Bedeutung zukommt. Vor der Aussaat ermöglicht eine vorgezogene flache Saatbettbereitung das Auflaufen der Samenunkräuter, die dann durch die Bestellung vernichtet werden. Danach ist ein- oder zweimaliges Blindstriegeln notwendig. Nach dem Auflaufen ist der Striegel erst ab handhohen Pflanzen einsetzbar. Jetzt kann bis zum Verranken mehrfach - je nach Witterung - gestriegelt werden. Der späteste Zeitpunkt bestimmt den Vorsprung der Erbse gegenüber Unkräutern, da diese mit jeder Bearbeitung zum Keimen angeregt werden. Der intensive Einsatz erfordert eine höhere Aussaatmenge.
Bei weiteren Reihen kommt die Unkrautregulierung mit Hackgeräten zum Zuge. Hauptproblem ist neben dem Besatz mit schnell wachsenden Samenunkräutern wie Kamille, Melde oder Knöterich häufig die Distel, welcher die Erbse nur wenig Konkurrenzkraft entgegenzusetzen hat.
Krankheiten und Schädlinge
Bodenbürtige Erreger können gerade bei verzögertem Auflauf der Erbse schaden. Daher ist der optimale Aussaatzeitpunkt bedeutsam. Der Anbauabstand ist unbedingt einzuhalten. Die Verbreitung von samenbürtigen Krankheiten muss durch zertifiziertes Ökosaatgut oder eigene Laboranalysen vermieden werden. Viröse Erkrankungen können durch Blattläuse übertragen werden.
Bei Vogelfraß nach der Aussaat ist der Einsatz von Abwehrmaßnahmen wie Flugdrachen oder Schreckschussapparat in Erwägung zu ziehen. Große Bedeutung kann der Erbsenwickler haben. Hier spielt die Anbauverbreitung in der Region eine Rolle. Zeitliche und räumliche Abstände, intensive und flache Bodenbearbeitung sowie frühe Sorten stehen als Gegenmaßnahmen zur Verfügung. Der Blattrandkäfer schädigt die Pflanzen außer bei verzögertem Wachstum unwesentlich, aber die Larven gelten als Rhizobienräuber, wobei stärker die Vorfruchtwirkung als die Ertragsbildung beeinflusst wird. Die Erbsenblattlaus setzt durch Saugen und Virenübertragung den Beständen zu. Sie überwintert auf Klee und Luzerne. Daher sind Futterflächen in der Nähe als Gefahrenquellen einzustufen. Der Erbsenkäfer wird durch das Saatgut verbreitet. Deshalb ist auch hier eine gute Saatgutqualität beziehungsweise kontrolliertes Z-Saatgut die entscheidende Maßnahme zur Vermeidung eines Befalls.
Ernte
Die Ernte der Erbsen wird möglichst schonend durchgeführt. Viele Ährenheber helfen, bodennahe Hülsen zu erfassen und lagernde Bestände zu dreschen. Die Haspel wird möglichst wenig eingesetzt, damit die Hülsen nicht platzen, bevor die Körner auf den Tisch fallen können. Daher unbedingt auf richtige Dreschereinstellung achten. Bei Kornfeuchten von 16 bis 18 Prozent ist der Bruchanteil geringer, aber dem stehen die Trocknungskosten gegenüber. Bei der Saatguterzeugung ist die Samenbeschädigung auch bei der Einlagerung zu vermeiden, da die Keimanlagen nur durch eine dünne Schale geschützt werden. Große Fallhöhen wirken hier besonders schädlich.
Zur längeren Lagerung sollte ein Restwassergehalt von 14 Prozent nicht überschritten werden, was dann meistens nur durch nachträgliche Trocknung erreicht werden kann. Die Erträge liegen zwischen 20 und 40 Dezitonnen pro Hektar.
Besonderheiten
Die Erbse ist eine sensible Ackerfrucht und erfordert viel Know how, Fingerspitzengefühl und auch etwas Glück. Die Praxis weist stark schwankende Erträge auf. Unterm Strich bleibt die Einstufung der Erbse als wichtiges, aber nicht immer unproblematisches Glied in der Fruchtfolge, mit dem sich der Landwirt - aber auch die Forschung - noch intensiv auseinander setzen muss. Gute Ansätze wie beispielsweise der Mischfruchtanbau mit Leindotter oder der Wintererbsenanbau, die dazu beitragen können sowohl die Standfestigkeit als auch die Unkrautunterdrückung zu verbessern, existieren bereits.
Wintereiweißerbsen
Vor allem in Regionen, die am Ende des Frühlings unter Wassermangel leiden, sind Wintereiweißerbsen eine echte Alternative gegenüber Frühjahrseiweißerbsen. Es eignen sich jedoch nur Lagen, in denen Wintergerste problemlos überwintert, da die Wintereiweißerbsen nur beschränkt frosthart sind (-12 bis -15 °C). Wichtig ist, dass die Pflanzen mit maximaler Frosthärte in den Winter gehen. Dies ist im 2-Blattstadium (max. 4-Blatt) der Pflanzen der Fall. Optimal sind Saattermine zwischen Anfang Oktober und Mitte November.
Vorteile von Wintereiweißerbsen:
- 15-20 Tage frühere Blüte (besser in Regionen mit Trockenheit im späten Frühjahr)
- Ernte zwischen Sommergerste und Winterweizen
- 40 Bodenschutzpunkte
Sorte: EFP 33
Zur Zeit die Sorte mit der besten Winterhärte auf dem Markt. Zur besseren Unkrautunterdrückung und Erntesicherheit werden die Winterformen in der Regel als Gemenge ausgesät. Hier bieten sich Triticale oder Weizen an. Die EFB 33 sollte als Vollblatttyp bei der Aussaat nur mit ca. 40 Körner/m² Erbsen (50 Prozent der Reinsaat) angesetzt werden und entsprechend deutlicher das Getreide mit ca. 150 Körnern/m² ausgesät werden, um bei guter Entwicklung der Erbsen ein Überwachsen des Getreidebestandes und Lagerbestände zu verhindern.
Das Gemenge wird in der Regel als Futter verwertet. Das Trennen der Gemengepartner Weizen und Leguminosen ist im Prinzip nicht schwierig, doch Bruchstücke der Leguminosen im gereinigten Getreide verhindern die Verwertung als Speiseware. Da es sich bei der EFP um eine buntblühende Sorte handelt, ist dies wegen der Bitterstoffe in der Ration zu berücksichtigen.
Aus der Forschung - für die Praxis
Selektion auf Methioninreichtum bei heimischen Leguminosen
Ziel der ökologischen Wirtschaftsweise ist eine Fütterung der Tiere mit ausschließlich ökologisch erzeugten Futtermitteln. Als Eiweißfuttermittel bieten sich heimische Körnerleguminosen an; bei Schweinen und Geflügel kann sich dabei jedoch das Problem einer unzureichenden Methioninversorgung ergeben. Ein Forschungsvorhaben hat untersucht, wie man den Methioningehalt von Ackerbohne, Erbse und Lupine steigern kann. Die Forscher schätzen die Züchtung von methioninreichen Körnerleguminosen bereits auf Basis der natürlichen Variabilität der Gehalte mit dem bestehenden Sortiment als durchaus erfolgversprechend ein. Sie empfehlen dazu eine breit angelegte Selektion von Einzelpflanzen aus bestehenden Sorten und Linien nach exakt bestimmten Aminosäuregehalten im Samen.
Näheres zum Projekt:
Aus der Forschung - für die Praxis
Regulierung des Erbsenwicklers in Gemüse- und Körnererbsen
Der Befallsdruck durch den Erbsenwickler hat in den letzten Jahren mit zunehmendem Erbsenanbau in allen Anbaugebieten stark zugenommen. Die Larve des Kleinschmetterlings Cydia nigricana ist heute einer der Hauptschädlinge im Erbsenanbau. Wissenschaftler der Universität Kassel haben in Kooperation mit der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft und dem niedersächsischen ÖKORING ein Konzept zur Risikobewertung des Erbsenwicklerbefalls entwickelt. Als wesentliche Faktoren dafür definierten sie
- einen zeitlich-räumlichen Zusammenhang zwischen den vorjährigen Erbsenflächen und dem Erbsenwicklerauftreten im Folgejahr,
- einen Einfluss von Photoperiode und Temperatur auf die Entwicklung der Überwinterungsstadien von C. nigricana sowie Erscheinen und Flugaktivität der adulten Erbsenwickler und
- eine Steuerung der zeitlichen Koinzidenzvermeidung von empfindlichen Entwicklungsstadien der Erbsenpflanze und dem Erbsenwicklerauftreten durch Sortenwahl und Aussaatzeitpunkt.
Der Einsatz einer Pyrethrin-Rapsöl Formulierung hat eine variable Wirkung in der Regulierung des Erbsenwicklers gezeigt. Der Befall konnte nur bei geringem Befallsdruck unterhalb der sehr niedrigen Schadtoleranzgrenze von 0,5 Prozent geschädigter Ernteerbsen gehalten werden; bei einer starken Schädlingsdichte konnte keine ausreichende Befallsreduktion erreicht werden.
"Unser erarbeitetes Konzept beinhaltet zum einen präventive Maßnahmen, aber auch eine bedarfsgerechte Option zur Direktbekämpfung des Erbsenwicklers. Um einen Initialbefall von Gemüseerbsen der ersten Saatstaffel zu vermeiden, können bereits Anbauabstände von 500 Metern ausreichen. Das ist eine äußerst positive Nachricht für die Landwirte, denn bislang war in der Literatur von zwei bis zehn Kilometern Mindestabstand zwischen befallenen und unbefallenen Flächen die Rede – wobei in der Literatur nicht zwischen Körner- und Gemüseerbsen unterschieden war. Aufgrund der begrenzten Möglichkeiten einer Direktbekämpfung des Erbsenwicklers mit Pyrethrinen bleibt eine durchdachte Schadensprävention von hohem Stellenwert", sagt der Studienleiter Dr. Helmut Saucke von der Universität Kassel.
Näheres zum Projekt:
Aus der Forschung - für die Praxis
Wintererbsen für den ökologischen Landbau
Der Leguminosenanbau nimmt eine wesentliche Rolle im ökologischen Landbau ein, denn neben der organischen Düngung ist er die wichtigste Quelle für die Zufuhr von Stickstoff in die Fruchtfolge der Betriebe. Ein Problem ist jedoch, dass Körnerleguminosen fast ausschließlich als Sommerungen angebaut werden können, da es bisher kaum winterharte Sorten gibt. In einem Forschungsvorhaben haben Wissenschaftler der Universität Kassel/Witzenhausen mehrere alte Wintererbsenherkünfte aus Genbankbeständen im Vergleich zu modernen, in der EU zugelassenen Sorten auf ihre Eignung für den ökologischen Landbau geprüft.
"Im Anbauspektrum unserer Kulturpflanzen ist in den letzten Jahren ein deutlicher Rückgang bei Körnerleguminosen zu verzeichnen", sagt Projektleiter Dr. Christian Schüler von der Universität Kassel. "Wir haben in unserem Projekt zeigen können, dass auch alte, nicht mehr genutzte Kulturpflanzen wie die Wintererbse diesem Trend etwas entgegensetzen können. Mit ihrem Ertragspotenzial, ihrer Beikrautunterdrückung sowie ihrer Stickstofffixierleistung sind sie bei ausreichender Winterhärte in besonderen Anbauverfahren wie dem Gemengeanbau den Sommerformen der Erbse überlegen. Die in den letzten Jahren stetig gestiegene Vermehrungsfläche der einzigen zurzeit in Deutschland zugelassenen Wintererbsensorte EFB33 zeigt die Anerkennung in der Praxis."
Näheres zum Projekt:
Aus der Forschung - für die Praxis
Ackerbauliche Probleme langjährig ökologisch wirtschaftender Betriebe
Manche langjährig ökologisch wirtschaftenden Betriebe berichten von ackerbaulichen Problemen wie zum Beispiel Ertragsdepressionen oder Anbauschwierigkeiten einzelner Kulturen, die keinen eindeutigen Faktoren wie Managementfehlern, Standort- und Umweltfaktoren zuzuordnen sind. Ein Forschungsvorhaben ist diesen Problemen in Zusammenarbeit von Praxis, Beratung und Wissenschaft auf den Grund gegangen.
Näheres zum Projekt:
Die Ergebnisse wurden auch als Broschüre und als ausführlicher Ergebnisbericht veröffentlicht:
Schmidt, Harald (2007): Problembereiche im Öko-Ackerbau - Analyse von Praxisbeispielen. Verlag Dr. Köster, Berlin
Aus der Forschung - für die Praxis
Anbaustrategien zur Erhöhung der Stickstoff-Effizienz
Im ökologischen Landbau kann Stickstoff vor allem auf viehlos wirtschaftenden Betrieben zum limitierenden Wachstumsfaktor werden. Eine mangelnde Stickstoff-Versorgung schlägt sich sowohl auf den Ertrag als auch auf die Qualität der angebauten Feldfrüchte nieder. Ein Forschungsvorhaben hat Anbaustrategien untersucht, die diesem Problem begegnen sollen.
Näheres zum Projekt:
Aus der Forschung - für die Praxis:
Körnerleguminosen zur Herbstaussaat?
Ein Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau hat sich mit der Entwicklung von Winter-Ackerbohnen für den ökologischen Landbau auseinandergesetzt. Von Oktober 2002 bis April 2004 führten der Anbauverband Naturland e.V. und das Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Universität Göttingen Versuche zur Auslese und Prüfung von geeigneten Sorten und Linien durch. Wir sprachen im Oktober 2005 mit Naturland-Berater Werner Vogt-Kaute, der für die Feldversuche und den Versuchsanbau auf Ökobetrieben verantwortlich ist.
Näheres zum Projekt im Interview:
Körnerleguminosen zur Herbstaussaat: ein Schritt nach vorn für den ökologischen Ackerbau?
Aus der Forschung - für die Praxis
Anbauverfahren Weite Reihe bei verschiedenen Druschfrüchten
Das Anbauverfahren Weite Reihe hat sich im ökologischen Weizenanbau bewährt: Durch den vergrößerten Reihenabstand erhält die Einzelpflanze mehr Stickstoff; dies führt zu verbesserten Qualitätsparametern bei einem stabilen Ertragsniveau. Zudem verbessert das Anbauverfahren die Wachstumsbedingungen für Untersaaten und ermöglicht, diese im Getreidebestand zu regulieren. Ziel des Forschungsvorhabens war es, die pflanzenbaulichen und betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der "Weiten Reihe" in verschiedenen Druschkulturen zu untersuchen.
Letzte Aktualisierung: 04.08.2011
