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Kulturdatenblatt Sojabohne

 
Erntereife Hülsen der Sojabohne
Die Sojabohne: Träger von hochwertigem Eiweiß für die (Tier-) Ernährung und Lieferant von Stickstoff für den Boden.
Foto: T. Stephan

Sojabohnen enthalten viel hochwertiges Eiweiß und sind als Leguminosen wertvolle Stickstoff-Lieferanten. In Deutschland angebaute Biosojabohnen wurden anfangs nur für die Nahrungsmittel-Produktion verwendet. Inzwischen gibt es für Biosoja als Futtermittel einen wachsenden Markt, da die Nachfrage nach hochwertigen Leguminosen für die Veredelungswirtschaft weiter wächst.

Standort

Am besten eignen sich für Sojabohnen tiefgründige, mittelschwere Böden mit einem schwach sauren bis neutralen pH-Wert (ideal 6,0 bis 7,0). Ungeeignet sind staunasse, steinige und flachgründige Böden sowie Moorböden. Da Soja ein warmes Klima und ausreichend Feuchtigkeit verlangt, sollten die heute zur Verfügung stehenden Sorten nur in den warmen Gebieten (Körnermais-Anbaugebiete) angebaut werden.

Fruchtfolge

In der Fruchtfolge ist zu empfehlen, einen Anbauabstand von drei bis vier Jahren einzuhalten. Sojabohnen haben keine hohen Ansprüche an die Vorfrucht. Sie haben selber jedoch einen hohen Vorfruchtwert (Fixierung von bis zu 100 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr). Sinnvollerweise wird vor und nach Sojabohnen keine Leguminose und kein Leguminosengrasgemenge angebaut.

Sinnvolle Vorkulturen für Sojabohne sind zum Beispiel Getreide, frühe Kartoffeln oder Mais. Die Einschaltung einer Zwischenfrucht ist auf Grund der relativ späten Aussaat der Sojabohne wichtig. Als Folgekulturen bieten sich Mais, Kartoffeln, Getreide, Gemüse an.

Saat

Zur Bodenvorbereitung ist es wichtig, bei hohem Unkrautdruck früh (vier bis fünf Wochen vor der Saat) zu pflügen, um eine Unkrautkur einschalten zu können. Für die Aussaat ist ein gut abgesetztes und nicht zu feines Saatbett von Vorteil. Da sehr bodennah gedroschen wird, ist es wichtig, dass möglichst wenig Bodenunebenheiten oder Steine im Saatbett sind. Am besten wird ein Hackgerät mit Gänsefußscharen oder eine Fingerhacke eingesetzt.

Sortenübersicht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Sorten für klimatisch günstige Standorte (Reifegruppe 00)

Cataline (EU-Sorte)

  • überdurchschnittlicher Ertrag,
  • unterdurchschnittlicher Proteingehalt,
  • mittlerer Wuchs,
  • mittlere Lagerneigung,
  • niedriges Tausendkorngewicht.

Essor (EU-Sorte)

  • altbewährte, stabile Sorte,
  • gut durchschnittlicher Ertrag,
  • durchschnittlicher Proteingehal,
  • TKG mittel-hoch,
  • standfest.

London (EU-Sorte)

  • überdurchschnittlicher Ertrag,
  • unterdurchschnittlicher Proteingehalt,
  • mittlerer Wuchs,
  • sehr geringe Lagerneigung,
  • sehr niedriges Tausendkorngewicht.

Sorten mit früherer Reife (Reifegruppe 000/00, etwa vier Tage früher als RG 00) für weniger günstige Standorte:

Gallec

  • überdurchschnittlicher Ertrag,
  • knapp durchschnittlicher Eiweißgehalt,
  • mittlere Lagerneigung,
  • mittleres Tausendkorngewicht.

Cordoba

  • überdurchschnittlicher Ertrag,
  • Knapp durchschnittlicher Eiweißgehalt,
  • mittlere Lagerneigung,
  • mittleres bis hohes Tausendkorngewicht.

Protina

  • durchschnittlicher Ertrag,
  • überdurchschnittlicher Eiweißgehalt,
  • überdurchschnittlicher Rohproteinertrag,
  • trotz kleinerem Wuchs Lagerneigung etwas erhöht,
  • TKM sehr niedrig.

Sorten mit noch früherer Reife (Reifegruppe 000; etwa 8 Tage früher als RG 00)

Merlin (EU-Sorte)

  • in nicht ganz so günstigen Lagen überdurchschnittlicher Ertrag,
  • unterdurchschnittlicher Eiweißgehalt,
  • niedriger Wuchs,
  • geringe Lagerneigung,
  • sehr niedriges Tausendkorngewicht.

Düngung

Der Nettonährstoffbedarf von Sojabohnen ist bescheiden. In aktiven, biologisch bewirtschafteten Böden kann der Bedarf in der Regel mit dem Einarbeiten einer Gründüngung gedeckt werden. Bei der Saat ist zu beachten, dass das Saatgut mit spezifischen Knöllchenbakterien geimpft werden muss.

Beikrautregulierung

Die Beikrautregulierung ist bei Sojabohnen ein besonders wichtiger Punkt. Blindstriegeln ist nur möglich, wenn die Saattiefe etwa vier Zentimeter beträgt. Deshalb sollte eher eine Unkrautkur (vor der Saat) eingeschaltet werden - auch deswegen, weil der Bestand wegen des langsamen Wachstums nur langsam schließt. In den Reihen muss oft noch ein wenig von Hand nachgejätet werden, abhängig vom Erfolg der maschinellen Unkrautregulierung (geeignete Maschinen, Bodenvorbereitung, Wetter, Einsatzzeitpunkt, Qualität der Hackarbeit).

Krankheiten und Schädlinge

Als Krankheiten sind verschiedene viröse (Mosaikkrankheit), bakterielle (Bakterienbrand, Pustelkrankheit) und pilzliche (Sklerotinia-Fäule, Botrytis-Fäule, Falscher Mehltau) Erkrankungen bekannt. Als Schädlinge tauchen Schnecken, Drahtwürmer, Nematoden, Bohnenfliegen und Distelfalter auf. Bei einer angepassten Fruchtfolge sind die Schäden im Anbau aber so gering, dass keine direkte Bekämpfung nötig ist.

Ernte

Die Ernte der Sojabohnen erfolgt Ende September bis Anfang Oktober, wenn alle Blätter abgefallen sind. Die Bohnen werden sofort nach der Ernte schonend (Lufttemperatur nicht über 40 Grad) auf maximal 13 Prozent Wassergehalt getrocknet. Beim Ertrag ist im Bioanbau mit einer Höhe zwischen 20 bis 35 Dezitonnen pro Hektar zu rechnen.

Letzte Aktualisierung: 05.11.2010

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