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Soja: Chancen für den Biolandbau

 
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Sojabohnen sind wärmeliebende Pflanzen
Foto: K.-P. Wilbois

Österreich meldet beim Sojaanbau seit 2005 erhebliche jährliche Zunahmeraten: 2006 wurde dort ein Pilotprogramm zur Förderung des Sojaanbaus angelegt. Damals lag die Anbaufläche für Biosoja gerade mal bei 1.000 Hektar, mittlerweile sind 5.500 Hektar. Damit zählt Österreich zu den wichtigsten Biosoja-Produzenten in Europa.

In Deutschland lag die gesamte Sojaanbaufläche 2010 immer noch bei unter 4.000 Hektar und die Ökoanbaufläche ist nur ein Bruchteil davon. Demgegenüber stehen Importe riesiger Mengen an Sojabohnen und Sojaschrot. So werden in Europa zwei Drittel des Bedarfs über Importe aus USA und Südamerika und weiteren Überseeländern gedeckt. Dabei verzeichnen wir einen stetig steigenden Bedarf an Soja-Produkten.

Auch in Deutschland birgt der Ökosoja-Anbau großes Potential, denn die hiesigen Soja-Verarbeiter schätzen heimische Ökoware sehr. Wenn die Qualitäten stimmen, zahlen sie gute Preise und schließen mit den Landwirten Verträge für den Soja-Anbau. Bei Erträgen ab 35 Dezitonnen lassen sich – akzeptable Qualität vorausgesetzt – sehr gute Deckungsbeiträge erzielen, die deutlich über Raps und Getreide liegen.

Darüber hinaus könnte Soja auch eine bedeutende Rolle für die Eiweißversorgung in der Ökotierhaltung spielen. Mit dem Rückgang im Anbau von ökologischen Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen steigt der Bedarf nach Alternativen.

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Die Sojabohnen ist eine Leguminose; in Symbiose mit dem Rhizobium-Bakterium versorgt sie sich selbst mit Stickstoff
Foto:K.-P. Wilbois

Allerdings ist der Sojaanbau bislang praktisch auf wenige klimatisch begünstige Regionen wie den Oberrheingraben und Teile Bayerns beschränkt. Vor allem im Oberrheingraben lassen sich die hohen Qualitäten (hoher Proteingehalt) vergleichweise gut produzieren, die der Markt für hochwertige Ökosojaprodukte fordert. Frühreifere Sorten, die auch für weniger günstige Lagen geeignet sind, weisen in der Regel geringere Proteingehalte auf und sind entsprechend weniger gut für die Produktion von Erzeugnissen für die menschliche Ernährung geeignet. Dies hängt damit zusammen, dass Frühreife in der Regel auf Kosten des Proteingehaltes erkauft wird. Und ohne frühreife Sorten ist ein Anbau in kühleren Regionen Deutschlands nicht denkbar.

Dennoch: Das Beispiel Mais hat gezeigt, was züchterisch möglich ist. War Mais vor einige Jahrzehnte noch eine wärmeliebende Kulturpflanzen, die ebenfalls auf klimatische Gunstlagen angewiesen war, so werden heute frühreife Maissorten in ganz Deutschland angebaut. Sogar der besonders anspruchsvolle Körnermaisanbau dehnt sich bis hoch nach Brandenburg aus.

Wenn es gelingt, Soja züchterisch so zu bearbeiten, dass sie ebenfalls in größeren Teilen Deutschlands erfolgreich angebaut werden kann, wäre dies ein wichtiger Meilenstein für den Ökolandbau. Damit stünde einerseits der Ökosoja-Verarbeitung ausreichend heimische Ware zur Verfügung, was deutliche Vorteile für die Qualitätssicherung aber auch für die Wertschöpfung in der deutschen Ökolandwirtschaft bedeutete. Anderseits würde die Abhängigkeit von eventuell hinsichtlich der GVO-Thematik problematischen ausländischen Herkünften von Eiweißfuttermitteln erheblich sinken und damit auch weitere Wertschöpfungsmöglichkeiten im Futterbau entstehen. Darüber hinaus hätte die Soja mit ihrem guten Vorfruchtwert (Leguminose) auch ackerbaulich einiges für den ökologischen Anbau zu bieten, auch wenn Soja in der Kulturführung und insbesondere in der Beikrautregulierung hohen Anforderungen an ackerbauliches Können stellt.

Die Aussichten für eine deutliche Ausweitung des Sojaanbaus sind gut. Der Markt für Sojaprodukte fordert heimische Ware. Und auch die züchterische Bearbeitung der wohl ältesten Kulturpflanze ist bereits gut fortgeschritten und findet mittlerweile in Europa ausgezeichnete Voraussetzungen: Zuchtprogramme in Frankreich, der Schweiz, Österreich und auch in Deutschland nehmen sich der Sojabohne an und lasse die Aussicht auf kühletolerantere Sojabohnen guter Qualität in erreichbare Nähe rücken.

Letzte Aktualisierung: 18.11.2010

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