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Rapsanbau: ökonomisch interessant, anbautechnisch anspruchsvoll

 
Blühendes Rapsfeld
Raps nach Vorfrucht Erbsen und mit Weißklee-Untersaat
Foto: FAL Trenthorst

Bioraps wird von Ölmühlen weiterhin stark nachgefragt. Die zu erzielenden Preise machen den Ökorapsanbau zwar lukrativ, doch bleibt der Anbauumfang mit rund 3.000 Hektar in Deutschland auf niedrigem Niveau. Ursache ist das hohe Anbaurisiko durch den Schädlings- und Krankheitsdruck sowie Ausfallraps.

Raps als Kultur mit hohem Nährstoffanspruch konkurriert oft mit dem Weizen, der auf Kleegras folgt. Gelingt es, den ohnehin guten Vorfruchtwert von Raps durch eine Weißklee-Untersaat so weit zu verbessern, dass der nachfolgende Weizen sowohl einen guten Ertrag als auch eine ansprechende Qualität liefert, könnte dieser Konflikt gelöst werden. Hierzu wurden in den vergangenen Jahren am Institut für ökologischen Landbau in Trenthorst umfangreiche Feldversuche durchgeführt. In einem Versuch wurden die folgenden Anbauvarianten kombiniert:

  • (I) Vorfrucht zu Raps: 1. Kleegras, schnittgenutzt, 2. Kleegras, gemulcht, 3. Körnererbsen, 4. Gersten-Erbsen-Gemenge,
  • (II) Reihenabstand Raps: 12,5 cm, 25 cm, 37,5 cm und 50 cm sowie
  • (III) Untersaat: mit und ohne Weißklee (winterharte Sorte 'Milkanova', im Herbst mit der Rapsaussaat gedrillt).
Rapsfeld mit Weißklee-Untersaat
Raps mit Weißklee-Untersaat
Foto: FAL Trenthorst

Nach dem Raps (Sorte 'Express') wurde im folgenden Jahr die Wirkung der unterschiedlichen Anbausysteme auf den nachfolgenden Weizen geprüft. Der Standort Trenthorst ist ein schwerer schluff- und tonreicher Boden mit 55 Bodenpunkten, mittleren Jahresniederschlägen von 681 Millimeter und einer Jahresdurchschnittstemperatur von 8,7 Grad Celsius.

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze:

  • Die Unterschiede der Rapserträge in Abhängigkeit von den Vorfrüchten waren im Jahr 2004 bei starkem Rapsglanzkäferbefall deutlich geringer als 2005 (Abb. 1).
  • Kleegras als Vorfrucht schafft die Voraussetzung für hohe Rapserträge, wobei 2005 nach gemulchtem Kleegras die höchsten Erträge erzielt wurden (25 dt/ha, Abb. 1).
  • Die Rapsaussaat mit 12,5 cm Reihenabstand führte zu den niedrigsten Erträgen. Während 2004 zwischen den übrigen Reihenweiten kaum Unterschiede vorlagen, brachte 2005 die Reihenweite 37,5 cm die höchsten Erträge.
  • Weißklee-Untersaaten lassen sich in Raps gut etablieren. Wird die Untersaat gleichzeitig mit dem Raps ausgesät, so fehlt allerdings die Möglichkeit zur Maschinenhacke. Dies führte in den Versuchen zu durchschnittlich 2,3 dt/ha geringeren Erträgen beim Raps, weil die Maschinenhacke auf den schweren Böden nicht nur das Unkraut reguliert, sondern auch für eine bessere N-Mineralisierung im Frühjahr sorgt.
  • Die Weißklee-Untersaat hat den Vorfruchtwert für die Folgekultur deutlich verbessert. Die Weizenerträge nach „Raps mit Weißklee-Untersaat“ lagen deutlich höher und waren fast vergleichbar mit den Erträgen der Variante „Weizen nach Kleegras“ (Abb. 2).
Grafische Darstellung: Rapsertrag in Abhängigkeit unterschiedlicher Vorfrüchte
Abb. 1: Rapsertrag in Abhängigkeit unterschiedlicher Vorfrüchte in den Anbaujahren 2004 und 2005. Nicht gleiche Buchstaben kennzeichnen signifikante Unterschiede: 2004 kleine, 2005 große Buchstaben, * = signifikanter Unterschied zwischen den Jahren, KG = Kleegras
 
Grafische Darstellung: Weizenertrag nach Winterraps mit und ohne Weißklee-Untersaat
Abb. 2: Weizenertrag nach Winterraps mit und ohne Weißklee-Untersaat sowie nach Kleegras in den Jahren 2005 und 2006, US = Untersaat
 

Betriebsindividuell entscheiden

Die Entscheidung für oder gegen den Raps hängt maßgeblich davon ab, wie gut der Standort ist und wie hoch der Schädlingsdruck in der Region ist und ob der Rapsanbau beispielsweise helfen soll, eine getreidereiche Fruchtfolge aufzulockern. In Regionen mit geringerem Schädlingsdruck sollte der Raps mehr als 20 dt/ha Ertrag realisieren können. Das bedeutet: Vorfrucht Kleegras, auf schwereren Böden weitere Reihenabstände mit Maschinenhacke, eventuell Weißklee-Untersaat im Frühjahr nach der Maschinenhacke, um nachfolgend Weizen anbauen zu können.

Rapsfeld ohne Weißklee-Untersaat
Raps zur Ernte ohne Weißklee-Untersaat
© FAL Trenthorst

Wird der Raps auf leichteren Standorten und – trotz höheren Schädlingsdrucks – zum Beispiel zur Auflockerung der Fruchtfolge angebaut, so ist mit Durchschnittserträgen von weniger als 15 dt/ha zu rechnen. Dann spielt die Vorfrucht keine herausragende Bedeutung mehr – je nach Standort wäre beispielsweise Raps nach Erbsen oder nach Getreide möglich. Bei Raps nach Erbsen ist der kurze Zeitabstand zwischen Drusch der Erbsen und Aussaattermin des Rapses zu beachten.

Eine Weißklee-Untersaat kann bereits im Herbst mit der Rapsaussaat erfolgen. Das spart Zeit und Kosten für die Maschinenhacke und erhöht den Vorfruchtwert des Raps deutlich. Wegen des hohen N-Bedarfes von Raps im Frühjahr ist eine Gülledüngung sinnvoll. Die erste Düngung sollte möglichst schon Ende Februar, die zweite zu Beginn des Schossens erfolgen.

Wegen der stark schwankenden Rapserträge sollte der Auszahlungspreis in etwa doppelt so hoch sein wie bei Brotweizen. Dies ist ein Grund für die geringe Wettbewerbssituation von Winterraps. Sommerraps ist wegen seiner nochmals geringeren Erträge zur Zeit nicht interessant für den Anbau.

Aus der Forschung - für die Praxis

Anbaustrategien zur Erhöhung der Stickstoff-Effizienz

Im ökologischen Landbau kann Stickstoff vor allem auf viehlos wirtschaftenden Betrieben zum limitierenden Wachstumsfaktor werden. Eine mangelnde Stickstoff-Versorgung schlägt sich sowohl auf den Ertrag als auch auf die Qualität der angebauten Feldfrüchte nieder. Ein Forschungsvorhaben hat Anbaustrategien untersucht, die diesem Problem begegnen sollen.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtNeue Anbaustrategien zur Erhöhung der N-Effizienz und zur Reduzierung des Unkrautdrucks im Ökologischen Landbau (FKZ 03OE180)

Aus der Forschung - für die Praxis

Anbauverfahren Weite Reihe bei verschiedenen Druschfrüchten

Das Anbauverfahren Weite Reihe hat sich im ökologischen Weizenanbau bewährt: Durch den vergrößerten Reihenabstand erhält die Einzelpflanze mehr Stickstoff; dies führt zu verbesserten Qualitätsparametern bei einem stabilen Ertragsniveau. Zudem verbessert das Anbauverfahren die Wachstumsbedingungen für Untersaaten und ermöglicht, diese im Getreidebestand zu regulieren. Ziel des Forschungsvorhabens war es, die pflanzenbaulichen und betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der "Weiten Reihe" in verschiedenen Druschkulturen zu untersuchen.

Näheres zum Projekt:
externer Link folgtAusweitung des Anbaukonzeptes Weite Reihe bei Winterweizen auf Roggen, Hafer, Raps und Körnererbsen. Eine pflanzenbauliche und betriebswirtschaftliche Untersuchung unter Berücksichtigung der Vorfruchtwirkungen (FKZ 03OE100)

Letzte Aktualisierung: 01.12.2011

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