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Aus der Forschung: Strategien zur Behandlung von Ökosaatgut

 
Weizenversuchsparzellen. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Versuche mit vier Weizensorten zur Prüfung von Saatgutbehandlungen gegen Fusariosen.
Foto: H. Spieß

Gesundes Saatgut ist eine grundsätzliche Voraussetzung für gesunde Pflanzen und spielt daher im ökologischen Landbau eine zentrale Rolle. Zur Erzeugung gesunden Saatguts stehen im Ökolandbau neben präventiven Maßnahmen verschiedene Behandlungsverfahren zur Verfügung (physikalische Methoden, Pflanzenextrakte, Naturstoffe und Mikroorganismenpräparate). Im Rahmen des Verbundvorhabens "Entwicklung und Darstellung von Strategieoptionen zur Behandlung von Saatgut im ökologischen Landbau" wurden Erfolg versprechende, aber bislang nicht ausreichend untersuchte Verfahren überprüft sowie Schwellenwerte für eine Saatgutbehandlung ermittelt. Zudem wurden verschiedene Pflanzenstärkungsmittel untersucht. Mittel und Verfahren, die sich unter den Modellbedingungen als für die Praxistestung als geeignet erwiesen, wurden in Feldversuchen überprüft.

Für wichtige Wirt-Pathogen-Kombinationen fanden die Forschenden dabei Behandlungsvarianten mit guten Wirkungen, die keine beziehungsweise nur geringe negative Auswirkungen auf die Keimfähigkeit hatten: Bei Sommergerste mit Netzflecken oder Streifenkrankheit sowie bei Haferflugbrand wurden durch Behandlung mit Heißwasser, alkoholhaltigen Pflanzenstärkungsmitteln und Mikroorganismenpräparaten gute bis sehr gute Wirkungen erreicht. Als alkoholhaltige Pflanzenstärkungsmittel wurden dabei LEBERMOOSER, Milsana flüssig oder Ethanol (70 %) verwendet. Als Mikroorganismenpräparate kamen Serenade und Cedomon zum Einsatz.

Eine Heißwasserbeizanlage. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Heißwasserbeizanlage mit Feuerung, Temperatursteuerung und Tauchbecken.
Foto: S. Klause

Ferner wurden Saatgutbehandlungsmittel gegen Fusarium spp., Stagonospora nodorum oder Schneeschimmel an Winterweizen und Schneeschimmel an Winterroggen untersucht. Wirkungen wurden vor allem mit dem Streptomycetenstamm FZB 53, Warm- oder Heißwasserbehandlung und LEBERMOOSER erzielt. Von den besonders schwer zu bekämpfenden Krankheiten wurden Anthraknose an Lupine und Ascochyta pisi an Erbse mit Feuchtheißluft reduziert, jedoch war die Wirkung nicht ausreichend.

Im Rahmen des Projekts wurden zwei praxisorientierte Leitfäden entwickelt, die über die Datenbank Organic Eprints abgerufen werden können:

Foto von Dr. Klaus-Peter Wilbois.
Projektleiter Dr. Klaus-Peter Wilbois, FiBL Deutschland e.V.
Foto: K. Spory

Der Leiter des Projekts "Entwicklung und Darstellung von Strategieoptionen zur Behandlung von Saatgut im ökologischen Landbau", Dr. Klaus-Peter Wilbois von der FiBL e.V., betonte: "Die Qualität ökologisch produzierten Saatgutes kann durch zahlreiche Schaderreger beeinträchtigt werden. Im Ökolandbau setzen wir keine chemisch-synthetischen Beizmittel ein; daher ist es wichtig, über geeignete Maßnahmen sowie natürliche oder mikrobielle Präparate zu verfügen, um die Qualität des Ökosaatguts zu sichern. Durch unsere Untersuchungen konnten wir den bereits bekannten Möglichkeiten zur Saatgutbehandlung neue hinzufügen. Mit den beiden im Rahmen des Projekts erarbeiteten Leitfäden geben wir der Praxis Übersichten über die wichtigsten Saatgutkrankheiten im Ökolandbau und die aktuell verfügbaren Maßnahmen zur Saatgutgesundhaltung und -behandlung an die Hand."

Das Forschungsvorhaben wurde durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau gefördert und als Verbundprojekt in drei Teilprojekten durchgeführt (FKZ 03OE127/1-3). Ausführende Stellen waren das Forschungsinstitut für biologischen Landbau Deutschland e.V. (FiBL), die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (jetzt Julius-Kühn-Insitut) und das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum; als Kooperationspartner beteiligten sich das Institut für Biologisch-Dynamische Forschung im Forschungsring e.V., der Naturland e.V. und die Getreidezüchtungsforschung Darzau.

Kontakt

externer Link folgtDr. Klaus-Peter Wilbois
FiBL Deutschland e.V.
Galvanistraße 28
60486 Frankfurt am Main

Weitere Informationen

Die Schlussberichte der im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) bearbeiteten Forschungsprojekte werden im Online-Archiv externer Link folgt"Organic Eprints" veröffentlicht. Dieses ist über die externer Link folgtWissenschaftsplattform auf Oekolandbau.de abrufbar.

Das Verbundvorhaben "Entwicklung und Darstellung von Strategieoptionen zur Behandlung von Saatgut im ökologischen Landbau" gliedert sich in drei Teilprojekte:

Teilprojekt 1

Saatgutgesundheit im ökologischen Arznei- und Gewürzpflanzenanbau

 

Teilprojekt 2

 

Teilprojekt 3

 

Weitere Publikationen 

externer Link folgtWeitere Publikationen zum Projekt in Organic Eprints

Letzte Aktualisierung: 20.05.2009

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