Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius)
Schadwirkung
Stumpfblättriger Ampfer ist ein ausdauerndes Samen- und Wurzelbeikraut. Er kommt vorwiegend in mehrjährigen Fruchtfolgegliedern des Ackers vor. Speziell im Grünland stellt der Stumpfblättrige Ampfer ein Problem dar. Er ist ein Hauptbeikraut auf ökologisch bewirtschafteten Wiesen und Weiden. Er weist eine extrem hohe Verdrängungskraft auf, führt zu Ernteverlusten sowie verminderter Futterqualität.
Biologie in Kürze
Familie: Polygonaceae (Knöterichgewächse)
Oberirdische Pflanzenteile sterben bei Frost ab. Der Neuaustrieb erfolgt im Frühjahr aus der großen, oft mehrköpfigen, kräftig gelben Pfahlwurzel. Der Austrieb der Pfahlwurzel kann je nach Größe aus maximal 20 cm Tiefe erfolgen.
Die unbehaarten Keimblätter sind kräftig, lanzettlich und an der Spitze abgerundet. Sie sind 20 - 25 mm lang und deutlich gestielt. Die Primärblätter sind herz- bis eiförmig. Die hellgrünen Laubblätter sind im unteren Stängelbereich groß, eiförmig und am Ende abgestumpft. Im oberen Stängelbereich sind sie kleiner und länglich-lanzettlich.
Die mehr oder weniger verzweigten, aufrechten Stängel sind gefurcht und häufig rot überlaufen. An den Nodien der Stängel befinden sich die Tuten (häutige Scheide des Blattstielgrunds).
Die Blütezeit liegt im Sommer. Der endständige Blütenstand ist rispig in lang gestielten Scheinquirlen angeordnet und in der oberen Blatthälfte blattlos. Die unscheinbaren, grünlichen Blüten sind zwittrig. Die Frucht ist eine einsamige Nuss, die im Boden bis zu 40 Jahre lebensfähig ist. Die Fruchtstände färben sich mit zunehmender Reife rötlich-braun.
Die Keimung erfolgt im Frühjahr als Flachkeimer ab 10 Grad bis maximal 30 Grad . Der Stumpfblättrige Ampfer ist ein Lichtkeimer. Die Pflanzen können 50 - 150 cm hoch werden. Sie sind auf nährstoffreichen Lehm- bis Tonböden, bevorzugt feuchte Standorte, verbreitet und bevorzugen frische Standorte.
Spezifische Regulierungsstrategien
Grünland
- Ausstechen mit dem Blackeneisen schon bei wenigen Pflanzen auf der Fläche (entstandene Lücken unbedingt durch Nach- und Übersaat z. B. mit Weißklee schließen)
- Schneiden und einsammeln des grünen Blattstandes (Samenbildung vermeiden), nachweiden mit Ziegen oder Schafen
- Einsatz eines speziellen Grubbers (Grasnarbe wird nach einem Weidegang auf 10 cm ganzflächig unterschnitten, anschließend die Stöcke von Hand herausziehen)
- Einsatz von "WUZI": maschinelles Ausstechen des Ampfers
Ackerbau
- Saatbettbereitung bei starkem Besatz mit Grubber und Spatenrollegge
- Mehrmaliges Grubbern oder Eggen im wöchentlichen Abstand bei trockenem Boden
- Dicke, oben aufliegende, alte Wurzelstrünke absammeln mittlere und kleinere Wurzeln durch erneute, etwas tiefere Pflugarbeit vergraben
- Roggen oder Triticale als Nachfrucht unterdrücken durch die schnelle Jugendentwicklung den nachfolgenden Wiederaustrieb; gegebenenfalls auch eine späte, schnellwüchsige, abfrierende Zwischenfrucht (Senf) mit nachfolgender, möglichst konkurrenzstarker Sommerung (z. B. Hafer)
- Landsberger Gemenge (oder Wickroggen) als überwinternde Zwischenfrucht mit anschließendem Sommerkleegras, Pflügen vor der Saat
- Hoher Kleegrasanteil in der Fruchtfolge
Aus der Forschung - für die Praxis
Strategien zur Regulierung von Wurzelunkräutern
Umfragen und Versuche im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) zeigen, mit welchen Maßnahmen der Distelbesatz wirksam reguliert werden kann. Der Bericht beschreibt unter Anderem Auswirkungen unterschiedlicher Intensitäten der Stoppelbearbeitung, der Häufigkeit wendender Grundbodenbearbeitung sowie von Fruchtfolgemaßnahmen auf den Distelbesatz.
Näheres zum Projekt:
Strategien zur Regulierung von Wurzelunkräutern (FKZ 02OE055)
Weitere Informationen
Weblinks
Letzte Aktualisierung: 20.10.2010

