Mechanische Beikrautregulierung im Hackfrucht- und Gemüseanbau
Folgende Geräte kommen zur mechanischen Beikrautbekämpfung im Hackfrucht- und Gemüseanbau zum Einsatz:
- Striegel
- Hackmaschine (Scharhacke, Rollhacke)
- Reihenhackbürste (im Gemüsebau)
- "Finger-Weeder" (bei gehäufelten Kulturen)
- Trennhacke (breite Gänsefußschare unterschneiden die Beikräuter, rotierende Federzinken legen die Beikräuter an der Bodenoberfläche ab)
Besonders Hackfrüchte sind wegen ihrer langsamen Jugendentwicklung anfällig für Beikräuter. Unterirdisches Abschneiden von Beikräutern bei Kulturen mit weiten Reihenabständen wie Rüben, Mais, Kartoffeln und vielen Gemüsearten erfolgt durch maschinelles Hacken der Bestände ergänzt mit Handhacken.
Rübenanbau
- Erstes Hacken beim Sichtbarwerden der Kulturpflanzenreihen mit Hohlschutzscheiben und Gänsefußscharen, Schutzabstand der Werkzeuge zur Kulturpflanzenreihe ca. 6 cm
- Zweites Hacken mit Winkelmessern und Gänsefußscharen, Schutzabstand der Werkzeuge zur Kulturpflanzenreihe ca. 8 cm
- Späteres Hacken nur mit Gänsefußscharen, Schutzabstand der Werkzeuge zur Kulturpflanzenreihe ca. 10 cm
- Handhacke im 4- bis 8-Blatt-Stadium
Kartoffelanbau
- Etwa eine Woche nach dem Legen der Kartoffeln: Dämme hochfahren
- Zwei bis drei Tage nach dem Hochfahren: Abschleppen (runterstriegeln) der Dämme mit umgekehrtem Beikrautstriegel
- Häufeln und Abschleppen der Dämme im wöchentlichen Abstand bis zum Auflaufen der Kartoffelpflanzen wiederholen
- Striegeln ab handhohem Bestand dann noch einmal möglich
- Etwa eine Woche nach dem Striegeln: ein- bis zweimaliges Hacken
- Einsatz der Hackfräse als Dammfräse
- Verwendung gekröpfter Schare bzw. Messer (zur besseren Bearbeitung der Dammflanken), Arbeitstiefe maximal 2 cm, um ein Anwachsen der Beikräuter nach dem Abschneiden zu verhindern
- Anhäufeln kurz vor Bestandesschluss
Gemüseanbau
- Erstes Hacken erfolgt, wenn die Reihen sichtbar sind
- In der Reihe werden Reihenhackbürsten verwendet, die zum Verschütten, Abschlagen und Herausreißen der Beikräuter führen
- Abflammen vor Auflauf (auf der Reihe, schnell-keimende Markierersaat (Brassicaceae) zur Erkennung der Reihe verwenden)
Maisanbau
- Blindstriegeln (möglichst kurz vor dem Auflaufen)
- Striegeln ab 3-Blatt-Stadium (nachmittags bei weniger turgeszenten Pflanzen)
- Hacken mit Schar- oder Rollhacke
- Erstes Hacken beim Sichtbarwerden der Kulturpflanzenreihen mit Hohlschutzscheiben und Gänsefußscharen
- Zweites Hacken mit Winkelmessern und Gänsefußscharen
- Späteres Hacken nur mit Gänsefußscharen, alternativ horizontal rotierende Reihen-Hackbürsten
- Hacken im 6- bis maximal 10-Blatt-Stadium
- Abflammen vom Vorauflauf bis zum Spitzen (Zündholzstadium) optimal, später ab ca. 40 cm Sprosslänge mit seitlich angreifenden Brennern möglich
Weblinks
Aus der Forschung - für die Praxis
Landtechnische Lösungen zur Beikrautregulierung
In vielen Kulturen des ökologischen Pflanzenbaus sind die Arbeitserledigungskosten für die Unkrautregulierung eine wesentliche Kostenposition. Durch geeignete landtechnische Lösungen lässt sich der Handarbeitsaufwand deutlich reduzieren. Die Ergebnisse eines Fachgesprächs der Universität Kassel zu diesem Thema sind in einem Tagungsband veröffentlicht worden. Das Handbuch "Landtechnische Lösungen zur Beikrautregulierung im Ökolandbau" (ISBN 978-3-9801686-8-7) stellt auf 288 Seiten mit mehr als 145 Abbildungen und 30 Tabellen die Beikrautregulierung bei Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung in Beetkulturen, im Feldgemüsebau und im Ackerbau dar. Der Tagungsband ist für 29,90 Euro beim Deutschen Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft (DITSL) in Witzenhausen erhältlich (Bestellungen per E-Mail oder telefonisch unter 0 55 42 / 6 07 - 13). Eine Online-Version steht auf Organic Eprints zur Verfügung.
Näheres zum Projekt:
Letzte Aktualisierung: 21.12.2007

