Echte Kamille (Matricaria recutita) syn. Matricaria chamomilla
Schadwirkung
Die Echte Kamille kommt in fast allen Ackerkulturen vor, insbesondere im Wintergetreide, Zuckerrüben- und Kartoffelanbau, seltener im Sommergetreide. Trotz der langsamen Jugendentwicklung kann sie sehr konkurrenzstark werden.
Biologie in Kürze
Familie: Compositae (Korbblütengewächse)
Echte Kamille ist ein einjährig-überwinterndes oder sommereinjähriges Samenbeikraut. Sie wird von der Geruchlose Kamille durch den hohlen, kegelförmigen Blütenboden unterschieden und duftet stark aromatisch. Die Pflanzen können bis zu 40 cm hoch werden. Die Stängel sind niederliegend bis aufrecht und buschig verzweigt.
Die Keimblätter sind keulenförmig, am Ende dreieckig, ungestielt und gering behaart oder unbehaart. Die ersten, ungestielten Laubblätter (Primärblätter) sind lanzettlich mit nur ein bis zwei schmalen Seitenlappen und langem Endabschnitt, die folgenden Blätter sind doppelt bis dreifach fiederteilig mit schmalen, fadenförmigen Fiedern. Sie sind nicht oder nur gering behaart. Typisch ist der Kamillegeruch.
Die Blütezeit reicht von Mai bis August, wobei einige Pflanzen auch zweimal blühen können. Aus maximal 1 cm Tiefe erfolgt die Keimung hauptsächlich im Frühjahr und im Herbst. Die Samen sind im Boden bis zu zehn Jahren lebensfähig.
Echte Kamille ist bevorzugt auf tonigen oder sandigen Lehmböden anzutreffen und zählt als Zeigerpflanze für zur Versauerung neigende Böden.
Spezifische Regulierungsstrategien
- Vermeidung von Bodenverdichtungen/Verschlämmungen
- Abflammen vom Keim- bis ins 2-Blattstadium
- Vermeidung von Bearbeitungsgängen bei zu feuchtem Boden
- Anwalzen nach der Aussaat
Letzte Aktualisierung: 30.12.2010

