oekolandbau.de - Das Informationsportal



Kletten-Labkraut, Klebkraut (Galium aparine)

 

Schadwirkung

Kletten-Labkraut kommt in vielen Kulturen im Ackerbau, bevorzugt im Wintergetreide aber auch im Sommergetreide, seltener in Obstanlagen vor. Bei hoher Stickstoffnachlieferung in den Beständen wird die Verzweigung und damit Samenbildung gefördert. Als Stickstoffzeiger zählt es im ökologischen Landbau daher nicht zu den Hauptbeikrautarten.

Ausgewachsene Pflanze
Auf der Blattunterseite befinden sich stachelige Haare,
(c) Syngenta

Biologie in Kürze

Familie: Rubiaceae (Rötegewächse)

Kletten-Labkraut ist ein sommereinjähriges bis einjährig-überwinterndes, kletterndes Beikraut. An den Blättern, Stängeln und Früchten befinden sich Hakenborsten mit denen das Beikraut an anderen Pflanzen hochklimmen kann.

Die verzweigten Stängel sind niederliegend oder klimmend. Sie sind vierkantig, wobei die Kanten mit abwärts gerichteten Haaren besetzt sind. Sie werden bis 120 cm hoch. Die fleischigen Keimblätter sind lang-oval, blau-grün und besitzen eine eingezogene Spitze. Sie sind etwa 15 mm lang, gestielt, deutlich geadert und am Ende des Mittelnervs eingekerbt.

Die lanzettlichen, klebrigen Laubblätter sind am Blattgrund verschmälert und an den Stängelknoten (Nodien) zu ca. sechsblättrigen Quirlen angeordnet. Die Blütezeit reicht vom Vorsommer bis in den Herbst. Die blattachselständigen Blütenstände bestehen aus zwei bis fünf kleinen Blüten mit weißen Kronblättern.

Die Keimung erfolgt von Herbst bis Frühjahr aus 1 bis 10 cm Tiefe. Kletten-Labkraut bevorzugt fruchtbare, nährstoffreiche Humusböden, ist aber auch auf Lehm- und Tonböden zu finden. Es ist schattentolerant und gilt als Zeigerpflanze auf nahezu allen Böden für eine gute Stickstoffversorgung.

Spezifische Regulierungsstrategien

  • Abflammen bis ins 4-Blattstadium
  • Einsatz der Federzahnhackegge (Federzinkenstriegel) ab BBCH 25 bis BBCH 39/45 mit 8 km/h im Weizen, frühes und spätes Striegeln (nur zweimalig!) verbessert zusätzlich die Wirkung
  • Späteres Striegeln mit Knicken der Triebe führt zu Wachstumsverzögerung bis -stillstand
  • Mechanische Regulierungsmaßnahmen in Form von Hacken und Häufeln durchführen
  • Vermeidung einer Spätdüngung mit Gülle oder insbesondere Jauche

Letzte Aktualisierung: 20.10.2010

Seitenende