Rauhaarige Wicke (Vicia hirsuta)
Schadwirkung
Auf einigen ökologisch wirtschaftenden Betrieben ist die Rauhaarige Wicke in den letzten Jahren zu einem Problembeikraut geworden. Sie tritt vorwiegend nach einem feuchten Frühjahr massenhaft im Getreide aber auch in allen anderen Kulturen auf. Es kommt zu Ertragseinbußen und Erntebehinderungen.
Biologie in Kürze
Familie: Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae)
Die Rauhaarige Wicke ist ein einjähriges Samenbeikraut. Die zarten, vierkantigen Stängel sind kletternd, sich verzweigend und zerstreut behaart.
Die Keimblätter befinden sich unter der Bodenoberfläche. Die Laubblätter sind meist sechspaarig gefiedert und besitzen am Ende eine Ranke. Die Fiederblättchen sind linealisch, vorn gestutzt mit einer eingelassenen Spitze.
Die Blüte erfolgt vom Spätfrühling bis zum Sommer. Die Blüten sind klein und lang gestielt. Die Krone ist bläulich-weiß, die Fahne an der Spitze meist violett. Der Blütenstände bilden eine drei- bis sechsblütige Traube. Die Hülsen sind zweisamig und weichhaarig.
Die Samen keimen im Herbst und im Vorfrühling. Die Rauhaarige Wicke bevorzugt leichte, sandige, nährstoffarme und schwach saure Böden.
Spezifische Regulierungsstrategien
- Jauche- oder Gülledüngung im Frühjahr unter Beachtung weiterer vorkommender Beikrautarten, da nitrophile Beikräuter, zum Beispiel Kletten-Labkraut stark gefördert werden
- Samen sollten möglichst lange an der Bodenoberfläche verbleiben: nach Getreide flache Stoppelbearbeitung und Einsaat einer Zwischenfrucht ohne wendende Bodenbearbeitung
- Früher Saatzeitpunkt bei Sommerweizen!
- Striegeln im Winterweizen nach dem Ährenschieben bis zur Blüte
- Hacken im Sommerweizen bei BBCH 30/ 31
- Erhöhung des Anteils an Sommerungen in der Fruchtfolge
Mit der Regulierung der Rauhhaarigen Wicke beschäftigt sich ein Forschungsprojekt, bei dem kurzfristige direkte Maßnahmen wie mechanische Kontrolle in frühen (Hacken, Striegeln) und späten Entwicklungsstadien (Herauskämmen) sowie die thermische Kontrolle und das Verätzen durch Einsatz von Staubkainit geprüft werden. Die Samenausbreitung soll nach der Getreideernte durch gezielte thermische Behandlung in Befallsnestern sowie durch Förderung des Abbaus über Winter verhindert werden.
Letzte Aktualisierung: 30.12.2010

