Erbsenwickler (Cydia nigricana)
Schadbildbeschreibung
Der Erbsenwickler kann an Erbsen und Bohnen schädigen. Durch Kotausscheidungen der Larven in den Hülsen kommt es zu Ertragsverlusten und Qualitätsminderungen.
An den Hülsen sind die Einbohrstellen sichtbar. In den Hülsen befinden sich die gelblichen Larven zwischen den Körnern, von denen zwei bis vier tiefe Fraßschäden aufweisen. An den befressenen Körnern kommt es zu Fäulnis.
Biologie in Kürze
Ab Ende Mai fliegt der 15 mm große, gelb-braune Kleinschmetterling blühende Erbsenfelder an. Er bevorzugt Feldränder in Windschattenlagen. Ein bis zwei Eier werden an die Kelch- und Blütenblätter, zum Teil bis Mitte Juli abgelegt. Die schlüpfenden Larven fressen sich in die Hülsen ein.
Die Fraßzeit der Larven dauert drei Wochen, bevor sie durch die aufplatzenden Hülsen oder ein Ausbohrloch zur Verpuppung in den Boden abwandern. Dort überwintern sie in 3 bis 5 cm Tiefe in einem Kokon. Es tritt eine Generation im Jahr auf. Die Entwicklung des Schädlings ist vom Witterungsverlauf der Regionen abhängig.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Durch eine frühe oder sehr späte Saatzeit der Erbsen für eine zeitige beziehungsweise späte Blüte und Abreife sorgen.
- Rasch abblühende Sorten bevorzugen.
- Während der Flugzeit des Schmetterlings im Mai und Juni möglichst nicht säen.
- Möglichst weiten Abstand von vorjährigen Erbsenfeldern wählen (einschließlich konventionelle Felder).
- Verstärkte Bodenbearbeitung im Herbst/ Frühjahr reduziert die Schlupfrate der überwinternden Puppen.
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Die Pheromonfallen dienen Prognosezwecken beziehungsweise der Überwachung des Flugverlaufes von Faltern. Mit Hilfe von Pheromonfallen (Dispenser enthalten Sexuallockstoffe von Schmetterlingsweibchen) werden die männlichen Falter aus einer Entfernung von bis zu einigen 100 m angelockt und an den einschiebbaren Leimböden gefangen.
Im Haus und Kleingarten (kleine Flächen) kann mit dem Massenfang der Männchen die Zahl der befruchteten Weibchen reduziert werden. Für eine Schädlingsüberwachung genügen ein bis zwei Fallen je Schlag, die zwei- bis dreimal wöchentlich zu kontrollieren und zu dokumentieren sind. Bei jeder Kontrolle sind die gefangenen Insekten zu entfernen und bei starker Verschmutzung die einschiebbaren Leimböden zu wechseln.
Aufstellung für Prognosezwecke: Die Pheromonfallen werden circa 50 m vom Rand des Feldes und 100 m voneinander entfernt aufgestellt. Werden Pheromonfallen für verschiedene Schaderreger auf einem Schlag genutzt (zum Beispie. Kohleule und Kohlmotte), sollte ein Mindestabstand von 10 m zwischen den Fallen eingehalten werden.
In Deutschland sind keine Pflanzenschutzmittel verfügbar. Gegen Blattläuse gerichtete Pflanzenschutzmittelanwendungen können sich in spät gesäten Gemüseerbsen mit der Wicklerflugphase zeitlich überdecken, so dass es zu reduzierenden Nebeneffekten kommen kann.
Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

