oekolandbau.de - Das Informationsportal



Getreideblattläuse: Große Getreideblattlaus (Sitobion avenae) Haferblattlaus (Rhopalosiphum padi) Bleiche Getreideblattlaus (Metopolophium dirhodum) Weizen

 

Schadbild der Großen Getreideblattlaus

Der Körper ist länglich, grün bis rötlich gefärbt, mit schwarzen Hinterleibsröhrchen und fast körperlangen Fühlern.

Kolonie der Großen Getreideblattlaus, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Die Ansiedlung der Großen Getreideblattlaus erfolgt zuerst auf Fahnenblättern, dann vorzugsweise auf den Blütenständen,
(c) JKI

Schadbild der Haferblattlaus

Der Körper ist oval, grünlich mit einem rötlichen Fleck um die kurzen, rostroten Hinterleibsröhrchen. Die Fühler sind halb so lang wie die Körperlänge. Sie treten vorwiegend an den Blattspreiten, am Halm und auch in Blattscheiden, selten auf den Ähren auf.

Schadbild der Bleichen Getreideblattlaus

Der Körper ist länglich mit bleich-grünlicher Grundfärbung, auf dem Rücken mit einem grünen Mittelstreifen. Die Hinterleibsröhrchen sind blass, die Fühler drei Viertel so lang wie die Körperlänge. Sie treten vorzugsweise an den Blattunterseiten der oberen Blattetagen auf. Es kommt zu einer Schädigung der Kornausbildung durch Saftentzug an Blättern und Ähren bzw. Rispen sowie durch Schwärzepilzansiedlung auf Honigtauausscheidungen.

Biologie in Kürze

Die Überwinterung erfolgt im Eistadium an Gräsern (Große Getreideblattlaus), Traubenkirsche (Haferblattlaus) bzw. Wild- und Gartenrosen (Bleiche Getreideblattlaus). Nur in wintermilden Gebieten überwintert die Große Getreideblattlaus auch als Sommerform. Während der gesamten Vegetationszeit sind die Getreideblattläuse lebendgebärend.

Nach zwei bis drei Generationen ungeflügelter Läuse auf dem Winterwirt erfolgt Mitte Mai/Ende Juni bei trocken warmer Witterung der Wechsel geflügelter Wanderläuse auf die Sommerwirte zum Beispiel Getreide, Mais und Gräser. Auf Getreide findet die Hauptvermehrung meist erst ab Beginn der Blüte statt. Temperaturen von 15 bis 25 Grad und Trockenheit fördern die Vermehrung. Gegen Ende der Milchreife bricht die Population schnell zusammen, wobei geflügelte Blattläuse auf andere noch grüne Sommerwirte fliegen. Im Herbst wechseln die geflügelten Blattläuse ab Temperaturen unter neun Grad zum Winterwirt zur Eiablage.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

Wichtige natürliche Gegenspieler sind

Alle Maßnahmen, die diese Nützlinge fördern, tragen somit zur Regulierung der Schädlinge bei. Hecken und Feldraine sind wichtige nützlingsfördernde Saumbiotope, die es zu schützen oder neu anzulegen gilt. Speziell angesäte Buntbrachen entlang der Feldränder locken Nützlinge an, bieten ihnen Lebensraum und Nahrung in unmittelbarer Nähe zur Kultur und dienen ihnen als Ort der Überwinterung. Ausgehend von diesen Buntbrachen besiedeln sie die benachbarten Kulturen und dezimieren Schädlinge. Bei feuchter Witterung können insektenpathogene Pilze die Blattläuse stark reduzieren.

Direkte Maßnahmen / Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Eine direkte Bekämpfung ist zurzeit im ökologischen Landbau nicht möglich. In Deutschland sind keine Pflanzenschutzmittel verfügbar. Nützlingsschonung und -förderung ist hier oberstes Gebot!

Weblinks

Literatur

Stefan Kühne, Bernd Freier, Britta Friedrich (2009): Nützlinge in Feld und Flur. aid, Heft 1499, 63 S., ISBN 978-3-8308-0844-2

Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

Seitenende