Rhynchosporium-Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)
Schadbildbeschreibung
Auf Blattspreiten und -achseln bilden sich ein bis zwei Zentimeter lange, anfangs wässrig-graugrüne, später weißgraue ovale Flecke, die zum Teil miteinander verschmelzen. Die Flecke haben einen dunkelbraunen Rand und sind gelegentlich von einem gelben Hof umgeben.

- Fleckenbildung verursacht durch Rhynchosporium secalis (links: Blattoberseite, rechts: Blattunterseite),
(c) JKI
Bei Befall des ganzen Blattgrundes ist der Nährstofffluss unterbrochen. Die Blattspreite stirbt allmählich ab. Bei günstigen Befallsbedingungen wird auch das Fahnenblatt befallen. Eine erste Erkrankung findet bei früh gesäter Wintergerste bereits im Herbst statt.
Biologie in Kürze
Die Infektion geht von befallenen Ernterückständen auf der Bodenoberfläche oder infiziertem Ausfallgetreide aus. Für die Sporenbildung, Ausbreitung und Infektion sind feuchtkühle Witterungsbedingungen erforderlich. Die Sporenbildung erfolgt je nach Temperatur erst ab 10 bis 20 Stunden Blattnässedauer. Für die Sporenverbreitung durch Regenspritzer sind kurze, heftige Regenschauer günstiger als hohe Niederschlagsmengen oder -dauer. Die Infektion erfolgt bei mindestens 7 bis 15stündiger Feuchtedauer.
Rhynchosporium-Epidemien beginnen häufig bereits bei milder Winterwitterung. Es liegt keine strenge Spezialisierung der Erregerherkünfte von Gerste, Roggen bzw. einzelnen Gräsern auf nur eine Wirtspflanzenart vor. Mehrere physiologische Rassen sind nachgewiesen.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Sorgfältiges Einarbeiten von Ernterückständen
- Vernichtung von Ausfallgetreide und Ungräsern in allen Kulturen
- Möglichst kein Anbau von Gerste und Roggen nacheinander
- Wahl wenig anfälliger Sorten
- Keine Frühsaat von Wintergerste und -roggen
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Eine direkte Bekämpfung ist zurzeit im ökologischen Landbau nicht möglich. In Deutschland sind keine Pflanzenschutzmittel verfügbar.
Letzte Aktualisierung: 26.07.2010
