Sprenkelkrankheit der Gerste (Ramularia collo-cygni)
Schadbildbeschreibung
Die Ramularia-Blattfleckenkrankheit der Gerste, verursacht durch Ramularia collo-cygni, tritt vom Zeitpunkt des Ährenschiebens bis zur Reife örtlich stark auf. Die Symptome treten mit der Blüte der Wintergerste und ein bis zwei Wochen später auch an der Sommergerste auf. Auf den Blättern treten längliche und zahlreiche punktförmige dunkelbraune bis braunschwarze Blattflecken auf. Die ein bis fünf Millimeter großen Nekrosen (Sprenkel) werden durch die Blattadern begrenzt. Besonderes Merkmal ist ein gelber Rand um die Sprenkelung. Im Verlauf der Krankheit kommt es zum Vergilben vom Blattrand nach innen und zum Absterben der betroffenen Pflanzenteile. Bevorzugt an der Blattunterseite bilden sich kleine weiße Tupfen (Konidienträger), die mit der Lupe erkennbar sind. Später zeigen auch Stängel und Grannen der Gerstenpflanzen Symptome. Das vorzeitige Absterben der Blätter und Grannen kann zu mitunter erheblichen Ertragseinbußen führen. Bei intensivem Befallsauftreten können zudem Körner betroffen sein. Das Ramularia-Auftreten ist stark witterungs- und jahresabhängig. Besonders anfällig sind Gerstenpflanzen, die eine höhere physiologische Reife erreicht haben.
Biologie in Kürze
Ideale Überwinterungsbedingungen findet der Pilz auf den älteren, absterbenden Blättern der Gerste. Darüber hinaus kann er an anderen Getreidearten, Gräsern und Mais auftreten. Ausfallgetreide oder durch Spätsommerinfektion betroffene frühe Aussaaten bieten ebenfalls Überdauerungsmöglichkeiten und Ursachen für eine Neu-Infektion. In diesem Fall tritt eine sichtbare und schädigende Ausbreitung des Erregers an der Gerste erst zwischen Ende Mai bis August des Folgejahres auf.
Kommt es bei den entsprechenden Witterungsbedingungen zur Sporulation, werden die Sporen durch Wassertropfen und Wind leicht verbreitet. Der Temperaturverlauf und die Sonneneinstrahlung beeinflussen ferner die Geschwindigkeit der Symptomausbildung. Bei Temperaturen von 18 bis 22 Grad und intensiver Sonneneinstrahlung findet eine beschleunigte Nekrosenbildung statt. Kühles Wetter mit geringer Sonneneinstrahlung kann den Prozess verlangsamen.
Besonders anfällig für eine Ramularia-Infektion sind Gerstenpflanzen, die eine höhere physiologische Reife erreicht haben.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Felder in etwas isolierter Lage bekommen deutlich weniger Sporen über die Luft ab als die Felder in Gebieten mit hoher Wintergerstendichte. Der Befall erfolgt in solchen Fällen deutlich verzögert mit geringeren Auswirkungen auf den Ertrag.
- Pflanzenbauliche Maßnahmen wie das Beseitigen von Ernterückständen, Auflaufgetreide- und Unkraut
- Verwendung von gesundem Saatgut
- Später Anbau
Direkte Maßnahmen/ zugelassene Pflanzenschutzmittel
Eine direkte Bekämpfung ist im ökologischen Landbau derzeit nicht möglich. In Deutschland sind keine Pflanzenschutzmittel verfügbar.
Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

