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Streifenkrankheit (Pyrenophora graminea, Drechslera graminea)

 
Gerstenblätter, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Schadbild Gerstenstreifenkrankheit
(c) JKI Kleinmachnow

Schadbildbeschreibung

Bereits ab dem Keimblattstadium können an den Blättern typische Längsstreifen auftreten, die dann ab dem Schossen deutlich in Form streifenförmiger Aufhellungen erkennbar sind. Anfangs chlorotische, gelbliche Aufhellungen werden im weiteren Verlauf hellbraun und sind durch die Blattadern begrenzt. Später erscheinen dann an den erkrankten Pflanzen unterentwickelte und in den Blattscheiden steckengebliebene Ähren mit Schrumpfkörnern. Auf den infizierten Pflanzen bilden sich nur noch wenige Samen, die fast keinen Mehlkörper mehr aufweisen. Es kann auch zum Kümmerwuchs der gesamten Pflanze kommen.

Biologie in Kürze

Diese Krankheit wird ausschließlich durch infiziertes Saatgut übertragen. Pilzsporen, die sich auf erkrankten Pflanzen bilden, werden vom Wind in die Blüten gesunder Pflanzen übertragen. Dort keimen sie aus und wachsen unter die äußere Samenhaut. Als Mycel gelangen sie dann mit den Samen zur Aussaat in den Boden. Je nach Anfälligkeit der keimenden und sprossenden Gerstenpflanze breiten sie sich auf den Leitungsbahnen in der Gerste aus und schädigen die Gerste mehr oder weniger stark. Kühl-feuchte Witterungsverhältnisse während der Keimung begünstigen das Auftreten der Streifenkrankheit.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Verwendung von anerkanntem Saatgut
  • Kein Nachbau aus befallenen Beständen
  • Frühe Saat der Wintergerste und späte Saat der Sommergerste

Direkte Maßnahmen/ zugelassene Pflanzenschutzmittel

  • Heißwasser- und Heißluftbehandlung
  • Pflanzenschutzmittel auf Basis von Pseudomonas chlororaphis

Aus der Forschung - für die Praxis

Streifenkrankheit bei Sommergerste

Die Streifenkrankheit Pyrenophora graminea gehört in unseren Breiten zu den bedeutendsten saatgutübertragbaren Krankheiten der Gerste. Ein Forschungsvorhaben hat das deutsche Sommergerstensortiment auf seine Anfälligkeit gegen die Streifenkrankheit unter ökologischen Anbaubedingungen untersucht. Die Sorten Peggy und Baccara zeigten mit unter 0,1 Prozent Befall neben den Resistenzträgern Vada, Betzes, Ricardo und Trysil die ausgeprägteste Widerstandsfähigkeit. Weitere zehn Sorten blieben im Durchschnitt unter einem Prozent Befall. Mit über fünf Prozent Befall erreichten 13 Sorten ein ertragsgefährdendes Anfälligkeitsniveau. Bei der Sorte Prestige wurde ein Befallsgrad bis zu 38 Prozent festgestellt. Die Standortbedingungen, unter denen die Infektion in die Blüte stattfand, hatten neben der sortenspezifischen Anfälligkeitsneigung den größten Einfluss auf den Befallsgrad in der Folgegeneration.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtStreifenkrankheit bei Sommergerste

Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

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