Gelber und Weißer Kartoffelzystennematode (Globodera rostochiensis, G. pallida)
Schadbildbeschreibung
Im Feld treten die Schäden meist nesterweise auf. Die Pflanzen bleiben in ihrer Entwicklung zurück, es bilden sich nur wenige Triebe mit kleinen, nach oben gerichteten Blättern.
Die Wurzeln sind kurz und stark verzweigt ("Wurzelbart"). Ab Juni/ Juli sind die weißen, ca. 0,6 - 1,0 Millimeter großen weißen Weibchen an den Wurzeln zu finden, die sich dann braun (G. pallida) bzw. erst gelb und dann braun (G. rostochiensis,) verfärben. Die wirtschaftliche Schadensschwelle liegt bei 800 Eiern und Larven pro 100 Milliliter Boden.
Biologie in Kürze
Wurzelexsudate von Wirtspflanzen (Kartoffel, Tomate, Eierfrucht) stimulieren den Schlupf der Larven. Die Larven dringen unmittelbar hinter der Wurzelspitze in die Wurzel ein und induzieren die Bildung eines Nährgewebes (Syncytium).
Im Laufe ihrer Entwicklung schwellen die Larven bis zum fast kugelrunden Weibchen an, dass mit dem Hinterende aus der Wurzel bricht. Nach der Begattung durch die sich parallel in der Wurzel entwickelnden Männchen beginnen die Weibchen mit der Ausbildung von bis zu 400 Eiern. Bereits in den Eiern entwickeln sich die Larven.
Mit dem Absterben der Weibchen verfestigt sich die Außenhaut zur Zyste. In der Zyste können die Eier und Larven viele Jahre überdauern. Pro Jahr wird eine Generation gebildet. Neugebildete Larven können erst nach einer Diapause von vier bis fünf Monaten erneut schlüpfen.
Regulierungsstrategien
Kartoffelzystennematoden sind Quarantäneschaderreger. Einer Verbreitung und Vermehrung des Nematoden ist durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken.
Vorbeugende Maßnahmen
- Vermeidung einer Verschleppung des Nematoden über Pflanzgut bzw. anhaftende Erde (Maschinen reinigen)
- Einsatz befallsfreien Pflanzgutes
- Anbau resistenter Sorten: Voraussetzung hierfür ist eine genaue Kenntnis des vorliegenden Pathotyps, da bisher keine Sorte mit Resistenz gegen alle Pathotypen verfügbar ist. Derzeit unterscheidet man in Deutschland fünf Pathotypen bei G. rostochiensis (Ro1, Ro2, Ro3, Ro4, Ro5) und zwei Pathotypen bei G. pallida (Pa2, Pa3). Alternativ kann auch eine Anbaupause von mindestens sechs Jahren erfolgen. Es ist jedoch zu beachten, dass vitale Eier bzw. Larven bis zu 20 Jahren im Boden überdauern können.
Direkte Maßnahmen/ zugelassene Pflanzenschutzmittel
Im ökologischen Landbau sind Pflanzenschutzmittel nicht zwingend notwendig. Die Regulierung erfolgt über resistente Sorten.
Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

