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Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata)

 

Schadbildbeschreibung

Sowohl Imagines als auch Larven fressen an den Blättern. Es kommt zu Rand- und Lochfraß. Starker Befall führt über Skelettier- zu Kahlfraß und somit vollständiger Entlaubung. Durch den Verlust der Blattmasse wird die Knollenbildung gehemmt. Ertragseinbußen von 50 Prozent sind möglich.

Biologie in Kürze

Larven des Kartoffelkäfers, Klick führt zu Großansicht
Die Larven sind schmutzig-rot mit seitlichen, schwarzen Punktreihen,
(c) JKI

Die zirka ein Zentimeter langen Käfer sind oberseits halbkugelig gewölbt. Sie haben einen gelben Körper mit zehn dunklen Längsstreifen auf den Flügeldecken. Das gleichfalls gelbe Halsschild ist mit dunklen Flecken besetzt.

Die Käfer überwintern im Boden und verlassen ab April ihre Verstecke. Kurz nach dem Auflaufen der Kartoffeln fressen sie an den jungen Trieben. Nach dem zweiwöchigen Reifungsfraß erfolgt die Paarung. Das Weibchen legt an die Unterseite der Blätter zahlreiche Gelege rötlich-gelb glänzender Eier ab. Nach einigen Tagen schlüpfen die Larven, die zunächst an der Blattunterseite nagen, später an der ganzen Pflanze und verursachen somit den größten Fraßschaden.

Die Verpuppung erfolgt für zwei bis drei Wochen im Boden. Danach (Mitte Juli) schlüpfen die jungen Käfer, die dann nach einem zwei- bis dreiwöchigen Reifungsfraß im Boden überwintern. Selten sind zwei Generationen in Mitteleuropa im Jahr möglich.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Kartoffelfruchtfolge nicht zu eng bzw. nach Möglichkeit großer Abstand zwischen den Kartoffelfeldern in den Einzeljahren (mindestens 500 Meter),
  • keine angrenzenden Schläge mit Kartoffeln als Vorfrucht,
  • Abtöten von Durchwuchs aus vorjährigen Kartoffelbeständen, um Befallsherde zu vermeiden,
  • Regulierung des Kartoffelkäfers im Vorjahr nach Überschreiten der Schadschwelle (durchschnittlich ein Eigelege oder zehn Larven pro Pflanze), um einen Aufbau der Population zu verhindern,
  • durch Wahl früher Sorten und Vorkeimen Entwicklungsvorsprung zum Käfer fördern.

Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Die Überwachung der Käfer und Larven erfolgt durch eine wöchentliche Kontrolle ab Auflauf. Dafür werden fünf Pflanzen an fünf Punkten (ca. 20, 40, 60, 80, 100 Meter) in einer Linie rechtwinklig zum Feldrand auf einen Befall kontrolliert. Wird die Schadschwelle überschritten, sollte eine Regulierung erfolgen. Auf kleinen Flächen kann das Absammeln der Larven und Käfer per Hand erfolgen.

Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis folgender Wirkstoffe zugelassen:

  • Bacillus thuringiensis: Aufwand drei Liter pro Hektar gegen Junglarven, fünf Liter pro Hektar gegen Altlarven
  • Azadirachtin: Mittel recht frühzeitig und teilweise vorbeugend einsetzen. Möglichst die Junglarven treffen.
  • Pyrethrum und Rapsöl: Seit 2004 steht ein Präparat mit diesen beiden Wirkstoffen zur Kartoffelkäferregulierung zur Verfügung. Seit wenigen Jahren zeigen jedoch Pyrethroide kaum noch eine Wirkung gegen den Kartoffelkäfer.
  • Spinosad: einmalige Behandlung gegen die Junglarven

Gute Regulierungserfolge gegen das 1. und 2. Larvenstadium kann die kombinierte Anwendung des Bacillus thuringiensis-Präparates mit dem Pflanzenschutzmittel NeemAzal-T/S (Neem) erzielen. Eine optimale Anwendung bei höherem Befall besteht in der zeitlich versetzten Ausbringung des B.t.t.-Präparates nach einer Neembehandlung. Je älter die Larven sind, desto höher sind die erforderlichen Aufwandmengen und die Notwendigkeit von Wiederholungsspritzungen. Da die Mittel nur wenige Tage nach der Ausbringung wirksam bleiben, kommt der Festlegung des optimalen Spritzzeitpunktes zentrale Bedeutung zu. Dabei kann die Anwendung des Prognosemodells SIMLEP3 herangezogen werden.

Eine Randbehandlung ist oftmals sinnvoll, da die Einwanderung vom Rand her erfolgt. Bei kühler Witterung kann der Regulierungszeitpunkt um zwei Wochen nach hinten verschoben werden. Das hat den Vorteil, dass die meisten Marienkäfer verschont werden, da sie bereits verpuppt sind.

Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

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