Kartoffelschorf (Streptomyces scabies)
Schadbildbeschreibung
An den Pflanzen treten keine Symptome auf. An der Knollenschale bilden sich braune, kork-rissige Flecken, die bei starkem Befall zu größeren verschorften Flächen zusammenfließen können.

- Mit dem Knollenwachstum vergrößern sich die Befallsstellen,
(c) JKI
Folgende Formen werden unterschieden: Buckelschorf: pustelartige Befallsstellen erhöht auf der Knolle durch die Bildung neuen Gewebes unter den Schadstellen. Flachschorf: pustelartige Befallsstellen flach auf der Knolle aufliegend, äußere Schale zerstört. Tiefschorf: Knollengewebe kraterförmig in die Knolle eingesunken. Befallene Kartoffeln weisen höhere Schäl- und Gewichtsverluste auf.
Biologie in Kürze
Der Erreger ist ein Bakterium, das ausschließlich über den Boden übertragen wird. Die Bakterien können über Wunden, Atemöffnungen (Lentizellen) oder durch die unverletzte Schale ganz junger Knollen eindringen. Hohe Temperaturen und Trockenheit während des Knollenansatzes begünstigen den Befall.
Etwa vier Wochen nach dem Knollenansatz ist junges Gewebe besonders anfällig. Besteht Befallsgefahr, verstärken Kalkung und sonstige alkalische Düngung das Auftreten. Da die Erreger sehr sauerstoffbedürftig sind, besteht eine Befallsgefahr daher eher auf leichten, gut durchlüfteten Böden.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Anbau widerstandsfähiger Sorten
- Aufkalkung im Jahr vor dem Kartoffelanbau vermeiden
- Beregnung zur Zeit des Knollenansatzes vermindert den Schorfbefall (kann jedoch einen Phytophthora-Befall fördern)
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Eine direkte Bekämpfung ist im ökologischen Landbau zurzeit nicht möglich. In Deutschland sind keine Pflanzenschutzmittel verfügbar.
Letzte Aktualisierung: 26.07.2010
