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Silberschorf (Helminthosporium solani)

Schadbildbeschreibung

Silberschorf kommt ausschließlich an der Knolle vor. Oft treten die Symptome erst während der Lagerung in Erscheinung. Die Befallsstellen zeigen sich als silbergraue Flecke unterschiedlicher Größe und Form, die durch das Eindringen von Luft zwischen Korkschicht und Zellgewebe entstehen.

Bildung silber-grauer Flecken durch Silberschorf-Befall, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Bei starkem Silberschorfbefall können die Knollen im Lager schrumpfen,
(c) JKI

Bei rotschaligen Knollen sind diese durch die Zerstörung der Pigmenteinlagerungen besonders leicht zu erkennen. Die unregelmäßig geformten Läsionen können sich je nach Entwicklungsbedingungen für den Pilz über große Teile der Knollenoberfläche ausdehnen.

Der Pilz besiedelt nur das Knollenperiderm. Bei hoher Luftfeuchte oder feuchter Knollenoberfläche entwickeln sich im Bereich der Infektionsstellen auf der Knollenoberfläche noch vor Ausprägung der silbergrauen Flecke bzw. im Grenzbereich zwischen den Flecken und gesundem Gewebe Konidienträger mit typisch angeordneten Konidien. Konidienträger sind als kleine, schwarze Punkte erkennbar.

Biologie in Kürze

Eine Infektion erfolgt im Boden durch die Übertragung von befallenen Mutterknollen auf die Tochterknollen oder durch die Infektion der Tochterknollen aus belasteten Böden. Feuchte Böden ("freies" Wasser) sind wichtigste Voraussetzungen für den Transport und die Keimung der Konidien. Im Lager erfolgt die Infektion durch die staubförmige Ausbreitung und durch den Kontakt gesunder mit infizierten Knollen.

Solange sich die Knollen noch im Boden befinden, breitet sich der Befall auf der Knollenoberfläche nur langsam aus. Der Befall während der Lagerung wird entscheidend durch Feuchtigkeit und Temperatur beeinflusst. Das Mycelwachstum erfolgt ab drei Grad, optimal bei 21 bis 25 Grad. Die Konidienbildung und -keimung erfolgen bei 3 bis 27 Grad, wobei das Optimum zwischen 9 bis 21 Grad liegt. Von entscheidender Bedeutung für die Sporulation während der Lagerung ist eine hohe relative Luftfeuchte (mehr als 90 Prozent) bzw. eine feuchte Knollenoberfläche.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Sortenwahl (wenig anfällige Sorten wählen)
  • Verwendung gesunden Pflanzgutes
  • Sicherung des Kartoffelaufwuchses auf lockerem Boden (keine stauende Nässe)
  • Frühe Ernte ausgereifter Knollen
  • Nach der Ernte zügiges Abtrocknen, Oberflächenfeuchte reduzieren (ca. 14 Tage bei 10 bis 15 Grad, 75 bis 85 Prozent relative Luftfeuchte)
  • Möglichst erdfrei und trocken lagern (mehr als 90 Prozent relative Luftfeuchte, Temperatur nicht über vier Grad), Schwitzschichten vermeiden (Kistenlager)
  • Ausreichende Lagerhaushygiene (Staubreste vor dem Einlagern im gesamten Lager, während der Lagerperiode und den Sortierarbeiten fortwährend auf den Hauptwegen entfernen, Desinfektion von Geräten zum Beispiel durch Erhitzen auf ca. 50 bis 55 Grad, zehn Minuten)

Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Eine direkte Bekämpfung ist im ökologischen Landbau zurzeit nicht möglich. In Deutschland sind keine Pflanzenschutzmittel verfügbar.

Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

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