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Echter Mehltau (Blumeria graminis f. sp. tritici, ehem. Erysiphe graminis f. sp. tritici)

 

Schadbildbeschreibung

Auf den Oberseiten der Blätter, an Blattscheiden und Ähren zeigen sich weiße, watteähnliche kleine Pusteln, die sich später zu mehligen Belägen entwickeln.

Mehliger Belag auf der Blattoberseite
Mehltaubelag am Weizenblatt
(c) Universität Gießen

Gegen Vegetationsende sind in den nun graubraunen Belägen schwarze, kugelige Fruchtkörper (Kleistothezien) zu erkennen. Im Weizen ist der späte Befall der oberen Blätter und der Ähren stark ertragsmindernd. Mangelnde Photosyntheseleistung führt zur Bildung von Schmacht- oder Kümmerkorn.

Im ökologischen Landbau ist Mehltau selten ein Problem, da die Stickstoff-Versorgung moderat bis niedrig ist. Bei hoher Stickstoff-Versorgung ist jedoch ein Anstieg des Befalls zu erwarten.

Biologie in Kürze

Mehltaupilze sind auf ihre Wirtspflanzen spezialisiert; so befällt Mehltau des Weizens ausschließlich den Weizen. Echter Mehltau ist als obligater Parasit auf lebendes Pflanzengewebe angewiesen. Hohe Luftfeuchtigkeit (nicht aber Regen) und Temperaturen zwischen 12 und 20 Grad, bei geringer Sonneneinstrahlung, fördern den Mehltaubefall. Weizenmehltau überbrückt heiße Sommer- und Nachernteperioden in Form der Kleistothezien an Ernterückständen oder als Mycel an Ausfallgetreide. Er überdauert den Winter als Mycel an befallenem Wintergetreide. Beginnt die warme Jahreszeit, verteilt der Wind die Sporen für eine Neuinfektion.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Sortenwahl: Angaben zur Mehltauanfälligkeit und den Mehltauresistenzgenen sind in der Beschreibenden Sortenliste enthalten. Mit einem Boniturschema von neun (sehr anfällig) bis eins (resistent) wird die Anfälligkeit der Sorten bewertet. Für den Anbau sollten nur mehltauresistente Sorten mit Boniturnoten bis fünf verwendet werden. In einer Flur sollten möglichst Sorten mit unterschiedlichen, noch wirksamen Mehltauresistenzgenen angebaut werden.
    Sortenmischungen sind gegen wind-verbreitete Krankheiten wie Mehltau sehr wirksam. Es sollten Sorten mit verschiedenen Resistenzen gemischt werden.
  • Bodenbearbeitung: Ernterückstände sorgfältig einarbeiten und Ausfallgetreide rechtzeitig beseitigen
  • Nachbarkulturen: Die Mehltausporen können von Wintergetreide auf Sommergetreide übertragen werden. Deshalb sollte Sommergetreide nicht in der Hauptwindrichtung von Wintergetreide angebaut werden.

Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Befallskontrollen sind bereits in frühen Wachstumsstadien des Weizens (ab BBCH 30) durchzuführen. Der Erreger kann sich während des Schossens massiv ausbreiten und nach BBCH 51 auch die Ähre befallen.

Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis von externer Link folgtSchwefel zugelassen.

Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

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