Feldmaus (Microtus arvalis) Ackerbau
Schadbildbeschreibung
Oberirdische Laufgänge, die von Baueingängen ausgehen und diese verbinden, weisen auf Feldmäuse hin. Oft ist die ganze Fläche von Mauselöchern durchsetzt. Die Breite der Nagezahnspuren, bei Feldmäusen ca. 1,5 mm, gibt zusätzliche Hinweise.
Biologie in Kürze
Die Feldmaus gehört zur Gattung der Wühlmäuse. Feldmäuse siedeln in Kolonien, deren Nester dicht unter dem Erdboden liegen und aus Nest- und Vorratskammern bestehen. Die Nester sind durch oberirdische Wechsel miteinander verbunden. Sie bevorzugen trockene, offene und sonnige Biotope in Feldfluren und sind vorwiegend dämmerungsaktiv.
Die Feldmaus bevorzugt mittelschwere Lehmböden. Schwere Ton- und leichte Sandböden meidet sie. Dabei ist der Grundwasserstand von Bedeutung: Ist er hoch oder schwankend kann die Feldmaus den Ort nicht dauerhaft besiedeln. In nassen Wintern können nur Tiere überleben, die ihr Nest in Böschungen, unter Bäumen oder unter Felsen eingerichtet haben.
Dem starken Druck der abiotischen Faktoren steht eine erhebliche Vermehrungsfähigkeit gegenüber (drei bis fünf Würfe mit vier bis sechs Nachkommen), von denen sich ein Teil noch im selben Jahr vermehren kann. Unter günstigen Bedingungen (gute Nahrungsquellen und Witterungsbedingungen, wenig Feinde) kommt es zu Massenvermehrungen.
Die Feldmaus ernährt sich von pflanzlichen Stoffen, die in der Kulturlandschaft meist in ausreichendem Maße verfügbar sind. Die Erdmaus und der Hamster haben ähnliche Nahrungsansprüche wie die Feldmaus. Kommen sie in derselben Biozönose vor, besteht Nahrungskonkurrenz. Die Bestandsdichte einer Art ist somit von den Bestandsdichten aller vorhandenen Arten abhängig, die eine gemeinsame Nahrungsquelle nutzen
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
Die natürlichen Feinde wie Hermelin, Mauswiesel oder Greifvögel haben Einfluss auf die Wühlmausdichte. Sind sie zahlreich vorhanden, so können sie regulierend auf die Entwicklung des Nagerbesatzes wirken oder das Zyklusintervall strecken. Sie sollten daher unbedingt gefördert werden, zum Beispiel durch eine Sitzkrücke pro Hektar für Greifvögel, durch Steinhaufen, Holzstapel, Wurzelstöcke und ähnliche Verstecke für Mauswiesel sowie Nistgelegenheiten für Nachtjäger, Schleiereulen und Käuze.
Weitere Maßnahmen sind die Anlage von Fanggräben (bei starker Zuwanderung der Mäuse von außen), die Bodenbearbeitung im Frühjahr und die Wahl der Kulturen, die angebaut werden.
Direkte Maßnahmen
Im ökologischen Landbau können handelsübliche Schlagfallen verwendet werden, die auf die oberirdischen Laufgänge gestellt werden. Beköderte Fallen (zum Beispiel mit geröstetem Brot) sollten aus Vogelschutzgründen abgedeckt werden.
Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

