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Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)

 

Schadbildbeschreibung

An Jungpflanzen zeigen sich Verbräunungen auf den Blattscheiden in Bodennähe. Später weisen die Blattscheiden an der Halmbasis sogenannte "Augenflecken" auf: ovale bis langgestreckte, augenförmige Flecken mit hellem Zentrum und meist rötlich-braunem Saum.

Halme mit Verbräunungen und sogenannten Augenflecken
Im Bereich dieser Flecken bildet sich im Stängel ein watteartiges Mycel,
(c) JKI

Mit der Zeit durchwuchert der Erreger den ganzen Halm. Bei Abreife der Pflanzen kommt es zu weißen Ähren (Weißährigkeit) und zum Umknicken der Halme.

Biologie in Kürze

Der Pilz tritt an Weizen und Gerste auf, weniger an Roggen. Er ist besonders bei feucht-mildem Winter und/oder feucht-kühlem Frühjahr auf mittleren bis schweren Böden ein wichtiger Schadorganismus. Die Krankheit ist eine typische Fruchtfolgekrankheit. Ertragsverluste können, insbesondere bei frühem Lager bzw. Weißährigkeit als Folge der Vermorschung der Halmbasis, sehr hoch sein.

Der Pilz überdauert bis zu drei Jahren als Mycel auf den Stoppeln. Es bilden sich Sporen, die durch Wind und Regenspritzer auf junge Getreidepflanzen in der Nähe übertragen werden können. Günstige Sporulationsbedingungen liegen bei 5 - 15 Grad, Optimum bei 10 Grad und ausreichender Feuchtigkeit. Der Pilz beginnt in den Blattscheiden zu wachsen, erfasst dann den Halm und entwickelt die charakteristischen Augenflecken.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Gesunde Fruchtfolge (Anteil Wintergetreide in der Fruchtfolge weniger als 60 Prozent)
  • Sorgfältige Stoppelbearbeitung und Pflugfurche zur Vermeidung von Durchwuchsgetreide
  • Keine zu frühen Aussaattermine
  • Flache Saatgutablage
  • Standfeste Sorten mit Resistenzgenen wählen
  • Geringe Bestandesdichte

Direkte Maßnahmen / Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Eine direkte Bekämpfung ist zurzeit im ökologischen Landbau nicht möglich. In Deutschland sind keine Pflanzenschutzmittel verfügbar.

Die Kontrolle des Befalls kann genauer mit Färbe- oder Enzymtest durch gut geschultes Beratungspersonal bestimmt werden. Kontrolltermin: Schossen (BBCH 30 - 32)

Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

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