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Schwarzbeinigkeit (Ophiobolus (Gaeumannomyces) graminis)

 

Schadbildbeschreibung

Einzelne Wurzeln oder Teile des Wurzelwerkes färben sich schwarz und sterben ab. Bei starkem Befall sind die Pflanzen im Wuchs gestaucht, schlecht bestockt und es kommt zu vorzeitiger Reife (Weißährigkeit) mit Kümmerkornbildung oder Taubährigkeit. Das Schadbild wird durch Hitze und Trockenheit während der Reifeperiode verstärkt.

Schwarzfärbung der Halmbasis
Neben den Wurzeln ist die Halmbasis schwarz verfärbt,
(c) JKI

Beide Pflanzenteile weisen feine, dunkle Pilzfäden auf. Gegen Vegetationsende bilden sich auf der Halmbasis kleine schwarze Fruchtkörper (Perithezien). Der Befall tritt meist nesterweise auf. Die Befallsflächen verunkrauten leicht. Wintergetreide wird stärker als Sommergetreide befallen. Zufällig im Bestand verteilte Weißährigkeit kann auch durch Halmbruch oder Ährenfusariosen bedingt sein.

Biologie in Kürze

Erstinfektionen von befallenen Wurzel- und Stoppelresten im Boden gehen vom infizierten Ausfallgetreide oder Nebenwirten (Gräser) aus und erfolgen über Laufhyphen. Ausbreitung von Wurzel zu Wurzel und von Wurzelspitze in Richtung Halmgrund erfolgt ab 12 Grad, optimal bei 23 Grad und ausreichender Bodenfeuchte mit einem pH-Wert größer als 7. Erste Ausbreitung erfolgt im Herbst auf die Frühsaaten, die sich im nachfolgenden Jahr bei feuchter Frühsommerwitterung fortsetzt.

Bei mehrjährigem Anbau anfälliger Getreidearten, vorrangig von Winterweizen, kommt es in den ersten Jahren zu einer Befallssteigerung, danach erfolgt oft ein Befallsrückgang bis auf ein mittleres Maß. In abnehmender Reihenfolge anfällig für die verbreitete Pilzvarietät tritici: Weizen, Gerste, Roggen; Hafer befallsfrei; Wirtspflanzen auch Quecken und andere Gräser. Sehr selten die Varietät avenae, an Hafer, Weizen und Gerste sowie einigen Gräsern. Befallsrisiko wird bereits durch einjährige Anbaupause für Wirtspflanzen und Ungräser erheblich vermindert.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Weizen möglichst nur nach Blattfrucht oder Hafer anbauen, nicht auf Grenzstandorten für die Weizenproduktion
  • Reduzierter Getreideanteil in der Fruchtfolge
  • Bodenverdichtungen vermeiden
  • Ausreichende Humusversorgung zur Anreicherung und Unterstützung der Mikroorganismen im Boden
  • Förderung schneller Stoppelumsetzung durch Stoppelbearbeitung
  • Frühzeitige Vernichtung des aufgelaufenen Ausfallgetreides
  • Sorgfältige Queckenregulierung
  • Keine zu frühe und zu dichte Saat der Winterung
  • Für schnelle und kräftige Entwicklung sorgen
  • Harmonische Nährstoffversorgung, besonders Phosphor und Kalium unterstützen die Pflanzen

Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Eine direkte Bekämpfung ist zurzeit im ökologischen Landbau nicht möglich. In Deutschland sind keine Pflanzenschutzmittel verfügbar.

Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

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