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Weizensteinbrand (Tilletia caries)

 

Schadbildbeschreibung

Vor dem Ährenschieben sind keine deutlichen Symptome vorhanden. Danach spreizen sich bei einigen Sorten die Spelzen, und statt der Körner bilden sich die sogenannten Brandbutten mit anfangs schmierig-braunem, später pulvrig-hartem Inhalt, der nach Fisch riecht. Die Halme befallener Pflanzen sind zum Teil verkürzt und bleiben länger grün. Befallene Ähren sind dunkel- bis graugrün verfärbt. Spelzen und äußere Kornhülle bleiben erhalten.

Biologie in Kürze

Gesunde Weizenkörner (links), Brandbutten (rechts)
Butten: gesunde Körner (links), Steinbrandbutten gefüllt mit Sporen (rechts),
(c) BBA

In den Brandbutten sind die Sporen des Erregers in trockenem Zustand jahrzehntelang lebensfähig. Nach dem Dreschen haften sie äußerlich am Saatgut, insbesondere am Bärtchen. Die Sporen keimen nach der Aussaat, wenn die Keimung der Körner beginnt. Eine Infektion des Keimlings kann bis zu einer Größe von 20 Millimeter erfolgen. Günstigste Infektionsbedingungen liegen bei fünf bis zehn Grad, auf Lehmboden schon bei geringer, Sandboden bei mittlerer und Moorboden bei hoher Feuchtigkeit (20 bis 60 Prozent).

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Saatgut aus befallsfreien Beständen
  • Saatgut mit hoher Triebkraft
  • Saatgutreinigung
  • Frühe Winterweizenaussaat, Saatgutsortierung: Kalibrierung großer Körner, späte Sommerweizenaussaat
  • Flache Saatgutablage
  • Sortenwahl (wenig anfällige Sorten wählen)
  • Bei einem Drusch durch Lohnunternehmen darauf achten, dass wenigstens fünf Durchgänge Steinbrandfrei gedroschen werden, bevor das Saatgut gedroschen wird

Direkte Maßnahmen/ zugelassene Pflanzenschutzmittel

  • Bürsten des Saatgutes mittels Saatgutbürstmaschine
  • Heiß- und Warmwasserbeizung
  • Elektronenbehandlung (Zulässigkeit mit Verband/ Kontrollstelle abklären)
  • Pflanzenstärkungsmittel auf Senfmehlbasis
  • Pflanzenschutzmittel auf Basis von Pseudomonas chlororaphis

Aus der Forschung - für die Praxis

Regulierung des Steinbrandes: Resistenzzüchtung und direkte Bekämpfungsmaßnahmen

Der Steinbrand des Weizens (Tilletia caries) ist eine klassische samenbürtige Getreidekrankheit. Während er im konventionellen Getreideanbau aufgrund der chemischen Beizung des Saatgutes kaum noch eine Rolle spielt, kann er im ökologischen Landbau wirtschaftlich relevante Ausmaße erreichen.

Ein Forschungsvorhaben der ehemaligen Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft setzte sich mit Strategien zur Regulierung des Steinbrandes auseinander: Teilprojekt A (FKZ 02OE085) untersuchte "Strategien zur Regulierung des Steinbrandes (Tilletia caries) und des Zwergsteinbrandes (T. controversa) unter besonderer Berücksichtigung der Resistenz" während sich Teilprojekt B (FKZ 02OE086) "Strategien zur Regulierung von Steinbrand an Weizen (Tilletia caries, Tilletia controversa) unter besonderer Berücksichtigung von Befallstoleranzgrenzen und direkten Bekämpfungsmaßnahmen" widmete.

Näheres zu den Projekten:

Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

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