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Großer Rapsstängelrüssler (Ceuthorhynchus napi)

Schadbildbeschreibung

Im Frühjahr treten Bisslöcher im Stängel unter dem Vegetationspunkt auf. Während des Streckungswachstums der Stängel strecken sich auch die Verletzungsstellen und bilden dünne Rinnen. Dort platzen die Stängel bei Spätfrost oder reichlichem Niederschlag nach Trockenheit und rollen sich auf.

Anschließend dringt Wasser ein und am Stängelgrund entsteht Fäulnis. Teilweise kommt es aufgrund der unterschiedlichen Teilungsaktivität des Gewebes zu der typischen S-förmigen Verkrüppelung des Stängels. Im Stängelmark fressen braunköpfige, fußlose Larven.  Später findet man Ausbohrlöcher der Larven, bevorzugt in den Blattachseln. Es entstehen viele schwache Seitentriebe mit verspäteter Blüte. Es kommt zu Triebstauchungen, Wuchsverzögerungen und zum Umknicken der Pflanzen.

Der Befall mit dem Großen Rapsstängelrüssler kann den Befall mit Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma lingam) fördern.

Biologie in Kürze

Käfer am Raps, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Rapsstängelrüssler am Raps,
(c) JKI

Der Große Rapsstängelrüssler ist ein Schädling in wärmeren Gebieten und tritt in nördlichen Teilen Europas nicht oder kaum auf. Der drei bis vier Millimeter große Käfer ist von grauer Farbe. Der Kopf ist in einen dünnen, nach unten gebogenen Rüssel verlängert. Die sieben Millimeter lange, gelblich-weiße Larve ist beinlos und nach innen gekrümmt. Der anfänglich schwarze Kopf der jungen Larven wird später gelbbraun mit einer charakteristischen Borste im oberen Teil der Kopfkapsel.

Der Große Rapsstängelrüssler schlüpft in vorjährigen Rapsfeldern bei ca. sechs Grad Bodentemperatur (März/April), unabhängig von der Entwicklung der Rapspflanze. Es erfolgt der weitverstreute Einflug ins Rapsfeld, um nach wenigen Tagen mit der Eiablage zu beginnen, wobei Pflanzen die kleiner als etwa 22 Zentimeter sind bevorzugt werden. Die Larven fressen im Stängelmark bis zur Reife. Die Verpuppung erfolgt im Boden. Die Jungkäfer erscheinen im Sommer nicht mehr am Raps, sondern überwintern im Verpuppungskokon in der Erde.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Rapsfelder sollten möglichst weit von vorjährigen Rapsschlägen angelegt werden,
  • frühschossende, vitale Rapssorten anbauen (ab einer Stängellänge von über 22 cm geht die Eiablagerate deutlich zurück!),
  • im Boden überwinternde Larvenparasitiode können durch pfluglose Bodenbearbeitung zur Folgekultur gefördert werden,
  • zu den natürlichen Gegenspielern gehören parasitische Schlupfwespen, die durch Buntbrachen gefördert werden!

Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Eine direkte Bekämpfung ist im ökologischen Landbau nicht möglich.

Die Kontrolle des Schaderregerauftretens, der Flugaktivität und des Flughöhepunktes kann mit Hilfe von Gelbfangschalen erfolgen. Sie müssen im Frühjahr vor Flugbeginn in Bestandeshöhe (Unterlage oder Gestell) platziert werden.

Letzte Aktualisierung: 26.07.2010

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