Weißstängeligkeit, Rapskrebs (Sclerotinia sclerotiorum)
Schadbildbeschreibung
Nach der Rapsblüte bilden sich an Stängeln oder Seitentrieben weiße bis weißgraue Flecken mit dunklerem Rand. Die Symptome können den Stängel vollkommen umschließen, wodurch der obere Pflanzenteil vorzeitig abstirbt. Selten wird der Befall im untersten Stängelbereich oder an den Schoten beobachtet.
Biologie in Kürze
Dauerorgane des Pilzes (Sklerotien) werden beim Drusch freigesetzt und können bis zu zwölf Jahre im Boden überleben. Sie keimen in den obersten Bodenschichten im Frühjahr und bilden oberhalb der Erdoberfläche Fruchtkörper mit 6 bis 15 Millimeter Durchmesser. Nach ihrer Reifung setzen sie Sporen frei, die bei ausreichender Blattfeuchte die Rapspflanzen infizieren. Dabei dienen abfallende Blütenblätter, die der Pilz vor der eigentlichen Stängelinfektion besiedelt, als Nährsubstrat. Von diesen, in den Blattachseln liegenden Blütenblättern geht die Infektion dann auf die Stängel über.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
Keine zu enge Fruchtfolge, auch nicht zu andern Arten wie zum Beispiel Sonnenblume, Erbse, Soja, Kohlgemüse.
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels auf der Basis von Coniothyrium minitans erfolgt auf die Stoppeln des Rapses, wobei auf den direkten Kontakt des Mittels mit den Sklerotien zu achten ist. Ferner wäre eine Anwendung bei Getreidestoppeln vor dem Rapsanbau oder die Anwendung mit flacher Einarbeitung direkt vor der Rapsaussaat möglich.
Weblink:
Auf der
ISIP-Webseite (Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion e.V.) steht das Prognosemodell SkleroPro zur Verfügung, das Vorhersagen zum Auftreten der Weißstängeligkeit im Winterraps ermöglicht.
Letzte Aktualisierung: 24.11.2010

