Sclerotinia-Krankheit, Becherpilz (Sclerotinia sclerotiorum)
Schadbildbeschreibung
Bevorzugt bei feuchter Witterung tritt der Befall nesterartig auf. An Stängeln, Blättern und Hülsen kommt es zu Fäulnis.
Stellenweise sind sie von einem watteartigen Mycel überwachsen, in dem sich schwarze Dauerkörper (Sklerotien) bilden. Befallene Hülsen trocknen ein. Die Samen haben eine kalkartige Struktur. Die Triebe sterben oberhalb der Befallsstellen ab, zum Teil auch ganze Pflanzen.
Biologie in Kürze
Der Pilz überdauert mittels Sklerotien im Boden, an befallenen Pflanzenresten oder ausdauernden Unkräutern. In geringer Bodentiefe befinden sich die Apothecien. Bei optimalen Temperaturen von 20 bis 25 Grad und länger andauernden Feuchtperioden werden die Ascosporen herausgeschleudert und der Pilz dringt über geschwächtes Pflanzengewebe oder Wunden, vorwiegend durch die Blütenblätter, in die Pflanzen ein.
Bei Stangenbohnen unter Glas dringt der Pilz jedoch hin und wieder über absterbende Keimblätter ein und es kommt zu einem Absterben der jungen Pflanzen. Die Sklerotien können im Boden bis zu zehn Jahre überleben.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Verschleppung mit Saatgut vermeiden
- Sorgfältige Saatgutreinigung
- Ausgeglichene Fruchtfolge (Salat, Endivie, Chicoree, Raps, Kartoffel und im Gewächshaus Gurke nicht vor Bohne anbauen)
- Gelockerter Boden, kein zu dichter Bestand
- Sorgfältige Unkrautregulierung
- Im Gewächshaus: Vermeidung hoher Luftfeuchte und hoher Temperaturen, durch Hackarbeiten die Apothecienbildung stören
- Befallene Pflanzen aus dem Bestand entfernen
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Derzeit sind Pflanzenschutzmittel auf der Basis folgender Wirkstoffe zugelassen:
- unter Glas und im Freiland: Coniothyrium minitans
C. minitans befällt die Sklerotien des Krankheitserregers im Boden und tötet sie ab.
Letzte Aktualisierung: 02.08.2010

