Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)
Schadbildbeschreibung
Falscher Mehltau tritt bei Gewächshaus- und Freilandgurken auf. Anfangs bilden sich an der Blattoberseite kräftig gelbe oder schmutzig-grüne Flecke, die von den Blattadern begrenzt sind. An der Unterseite des Blattes erscheinen die Flecken in einem fahlen hellbraun. Auf der Unterseite der Befallsstellen bilden sich bräunlich-violette Sporangienträger.
Mit zunehmendem Alter verfärben sich die Flecke kräftig braun. Den Übergang zum gesunden Blattgewebe bildet eine gelbliche Zone. Mit zunehmender Fleckenzahl stirbt das Blatt, vorwiegend vom Rand ausgehend, ab. Die Blattspreiten hängen an den länger grün bleibenden Blattstielen herab.
Biologie in Kürze
Der Hauptflug der Sporangien erfolgt in den frühen Morgenstunden. Die Sporangienbildung findet in einem weiten Temperaturbereich statt. Temperaturen von 15 bis 20 Grad sind optimal für eine Infektion und Sporulation. Die Ausbreitung wird durch wiederholte, nächtliche Taubildung gefördert.
Voraussetzung für die Keimung der Sporangien ist eine vierstündige Blattnässedauer. Die Sporangien entlassen begeißelte Zoosporen, die dann über die Atmungsöffnungen (Stomata) der Blätter eindringen. Später wachsen aus den Atmungsöffnungen der Blattunterseiten die Sporangienträger. Der Erreger kommt auch an anderen Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) vor.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- widerstandsfähige Sorten wählen
- gesunde Jungpflanzen verwenden
- Durchlüftung im Bestand gewährleisten
- Blattnässeperiode nicht länger als etwa fünf Stunden. Tauvermeidung: Mittels der Taupunkttabelle (siehe unten) lässt sich nach einer Messung von Temperatur und relativer Luftfeuchte im Bestand vor der nächtlichen Absenkung ablesen, ab welcher Temperatur es zur Taupunktbildung kommt. Tiefer darf die Temperatur nicht sinken.
- Möglichst morgens wässern, um eine schnelle Abtrocknung zu gewährleisten.
- gezielte Klimasteuerung unter Glas
- Gurken von unten wässern
Es sind Pflanzenstärkungsmittel auf der Basis von Pflanzenextrakten, Gesteinsmehlen und Tonerden gelistet.
Direkte Maßnahmen/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Derzeit sind in Deutschland im Freiland Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Kupferhydroxid verfügbar:
- Beschränkung nach EG-Öko-Verordnung: seit 01.01.2006 6 kg/ ha/ Jahr
- Beschränkung in deutschen Verbänden: 3 kg/ ha/ Jahr Reinkupfer. Bei einigen Verbänden ist die Anwendung nicht zulässig oder nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich.
Weblinks
Letzte Aktualisierung: 03.08.2010

