Falscher Mehltau (Peronospora parasitica)
Schadbildbeschreibung
Besonders in der Kohl-Anzucht ist der Falsche Mehltau schädlich, da er die Keimblätter und erste Blätter befällt. Auf der Blattoberseite bilden sich gelbliche bis braune Flecke, gegenüber bildet sich blattunterseits weiß-grauer Sporenrasen. Es kommt zu erheblichen Wachstumsstockungen.
In warmen Wintern und ungekühlten Lagern kann beim Kopfkohl Lagerfäule auftreten. Bei Blumenkohl und Brokkoli kann es zu einer Schädigung der Blumen kommen, bei Kohlrabi zu Knollenschäden.
Biologie in Kürze
Das Mycel und die Sporangien könnten mit dem Saatgut übertragen werden, was noch nicht eindeutig nachgewiesen ist. Die Erreger überdauern auch als Oosporen in den Wurzeln und auf Pflanzenresten im Boden, von denen die Primärinfektionen ausgehen. Durch die Spaltöffnungen befallener Pflanzen treiben die Sporenträger, an denen sich die Sporen bilden.
Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt den Befall. Wechselt sich feucht-kühle Witterung mit trockenen Perioden ab, ist die Krankheitsentwicklung am stärksten. Falscher Mehltau tritt besonders in den Anzuchtbeeten auf. Der Herbstbefall ist dagegen bedeutsam für Blumenkohl und Brokkoli und von großer Bedeutung für die Überwinterung in den Ernterückständen.
Regulierungsstrategien
Vorbeugende Maßnahmen
- Gesundes Saatgut verwenden
- Heißwasserbehandlung des Saatgutes
- Gut abtrocknender Bestand, besonders in der Anzucht und beim Anbau unter Folie
- Gleichmäßige Wasserversorgung
- Sortenwahl
- Pflanzenreste und Ernterückstände tief einpflügen, Aussaaterden dämpfen
Direkte Maßnahmen am Saatgut/ Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Heißwasserbehandlung (50 Grad Celsius, 20 bis 30 Minuten).
Der Einsatz mikrobieller Pflanzenstärkungsmittel sowie Präparate auf der Basis von Gesteinsmehlen, Tonerden und Pflanzenextrakten kann die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen erhöhen.
Derzeit sind in Deutschland keine Pflanzenschutzmittel für den ökologischen Landbau verfügbar.
Letzte Aktualisierung: 05.08.2010

